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20. Juni 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

PINK FLOYD - London 1966/1967
Band PINK FLOYD
Titel London 1966/1967
Label/Vertrieb Snapper/SPV
Homepage www.pinkfloyd.com
Veröffentlichung 19.09.2005
Laufzeit 84:16 Minuten
Autor Snke Hansen
Bewertung 4 von 15 Punkten
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Mit PINK FLOYD "London 1967/1968" wird eine Musik-DVD auf den Markt gehauen, die neben raren Stcken der Band auch dokumentarische Werke ber das Leben in London der Spt-60er enthlt. Ein Spagat, der irgendwo in dem weitgefcherten Gebiet zwischen Gelungen und Nicht wert, gekauft zu werden schwebt. Ersteres drfte nmlich nur fr eingefleischte Fans, die alles ihrer Lieblinge haben mssen, und musikhistorisch Interessierte, sowie absolute Sechziger-Nostalgiker gelten. Allen anderen, so auch jenen, die auf die Verffentlichungen von PINK FLOYD stehen, die sie berhmt machten, drfte beim Schauen dieser relativ kurzweiligen DVD eher langweilig werden.
Doch kommen wir im Einzelnen zum Inhalt. Zwei uralte Stcke der vier Jungs sind auf dieser Scheibe zu finden, die da wren: "Interstellar Overdrive" in einer 17-mintigen Urversion und das bislang unverffentlichte "Nick's Boogie" als Live-Jam (fast 12 Minuten lang). Des Weiteren enthalten sind der Film "Tonite let's all make love in London" (29:17 Minuten), sowie ein weiterer Streifen, der auf den Namen "60' Experience" (4:36 Minuten) hrt.
Das Filmmaterial aller Clips stammt ausschlielich von dem Filmemacher Peter Whitehead, der PINK FLOYD damals ihren ersten Studioaufenthalt beschaffte. Dieser drehte zur selben Zeit gerade einen Streifen, der damals das Gefhl des "Swingin' London" einfangen sollte. Da er von der Mucke der vier Jungs sehr angetan war, diente diese praktischerweise direkt als Soundtrack. Heraus gekommen ist der bereits erwhnte "Tonite let's all make love in London", ein Film, der mit einer wackeligen Handkamera gedreht wurde und mit skurrilen Effekten durchsiebt ist. Schnelle, hektische Schnitte, flieende Farbvernderungen und merkwrdige Kameraeinstellungen bestimmten hier das Bild. Ich vermute, es soll damit eine drogengeschwngerte Optik vermittelt werden, kann das aber aufgrund mangelnder Erfahrung (zum Glck!) nicht beurteilen. Die einzelnen Filmschnipsel wurden im UFO Nightclub, whrend des 14 Hour Technicolor Dream-Gig am Alexandra Palace und der ersten Aufnahme-Session von PINK FLOYD gedreht und vermischen sich zu einem einzigen, bunten Konstrukt. Dieser Film ist wirklich Geschmackssache, den meisten Leuten wird er eher nicht zusagen, da er auerdem aus heutiger Sicht der Dinge einfach zu schlecht gemacht ist.
Die beiden Songs "Interstellar Overdrive" und "Nick's Boogie" sind optisch in derselben Machart gestaltet und man hat teilweise den Eindruck, man schaue sich immer noch den eben beschriebenen Film an. Lediglich das verwendete Filmmaterial unterscheidet sich ein wenig. So findet man hier Zeitungsausschnitte, Werbeplakate und Models, eine Kunstausstellung Yoko Onos und solcherlei Dinge. Auch John Lennon hat eine kurze Szene in "Nick's Boogie".
Der zweite Film von Peter Whitehead "60' Experience" beinhaltet dahingegen wieder anderes Bildmaterial aus den Sechzigern, wenn auch in hnlicher Aufmachung. Zu sehen sind Demonstrationen, eine Parade der Wachen der Queen, ein paar Playboy-Bunnys, tanzende Englnder in Diskotheken, Mode der damaligen Zeit, eine Karussellfahrt und so weiter und so weiter.
Auerdem befindet sich auf der DVD noch ein Kommentar des Filmemachers himself, sowie Interviews mit Mick Jagger (in schwarz/wei, Jagger raucht), Juilie Christie (in Farbe, rauchend), Michael Caine (auch in bunt und rauchend) und David Hockney (der wirklich bizarre Brillen trgt).
Fr meinen Geschmack bietet diese Verffentlichung zu wenig abwechslungsreiches Material. Auerdem vermisse ich Untertitel, so dass man der englischen Sprache mchtig sein muss, um einen Nutzen aus Kommentaren und Interviews zu ziehen. Einzig der Klang lsst sich einstellen (Mono oder 5.1 Surround Sound). So bietet "London 1966/1967" letztlich, wie in der Einfhrung bereits erwhnt, nur etwas fr Diehard-Fans von PINK FLOYD oder fr jene, die sich fr Musikgeschichte interessieren. Alle anderen drfte die veraltete, hektische Optik der einzelnen Filme eher dazu veranlassen, die DVD nach dem ersten Mal angucken ghnend ins Regal zu stellen, damit es dort gemtlich Staub ansetzen kann.
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