Navigation
                
24. Juni 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

PHILLIP BOA & THE VOODOOCLUB - Helios & Boaphenia (Re-Release)
Band PHILLIP BOA & THE VOODOOCLUB
Albumtitel Helios & Boaphenia (Re-Release)
Label/Vertrieb Universal Music
Homepage www.phillipboa.de/
Verffentlichung 04.03.2011
Laufzeit 78:46 & 76:40 Minuten
Autor Daniel Scholl
Bewertung 14 von 15 Punkten
>> Als E-Mail versenden
Seit 1985 sind Phillip Boa & The Voodooclub ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der deutschen Musikszene. Nur wenige deutsche Knstler haben es von Anfang an geschafft, einen von der Masse an oberflchlicher Popmusik abgehobenen eigenen Sound Stil zu kreieren. Fern ab aller Vermarktungsstrategien der rein kommerziell ausgerichteten (Massen-) Musikindustrie hat es der "Meister" geschafft, bis heute die Treue des immer noch beachtlich groen Anhang an Fans zu genieen und durchgehend weiterhin kontinuierlich Alben zu verffentlichen, die immer noch Boas einzigartige Handschrift tragen.
In diesem Zusammenhang werden nach 2008 ("Copperfield, Hair und Hispaniola") in diesem Monat die mittlerweile vergriffenen und von der Produzentenlegende Tony Visconti (David Bowie) produzierten Alben "Helios" (1991) und "Boaphenia" (1992) in einer remasterten Version mit jeder Menge Bonustracks und unverffentlichen Songs ber Universal Music in jeweils aufwendigen Digi-Packs wieder verffentlicht.
Beide Alben klingen fr "deutsche Verhltnisse" trotz der Jahre um weiten frischer als der Groteil der heutigen Produktionen. Bemerkenswert ist hierbei, dass der Meister seit Ende der 90er vehement neokommerzielle Bandvermarktung ignoriert und Massenmedien wie TV oder Radio vollstndig boykottiert. Zwar hat dadurch in den letzten Jahren seine Popularitt gelitten, aber gleichzeitig stieg seine Relevanz hinsichtlich seiner Ideologie, seiner knstlerischen Arbeit und seiner kulturell-inhaltlichen Unbestechlichkeit enorm an.
Im direkten Vergleich ist "Helios" das groartige, eher melancholische und effektvollere Popalbum, dass von den warmen und effektvollen Soundflchen und Songs wie z.B. "And Then She Kissed Her", "The Laughing Moon", "Life After Being A Zombie" oder "Galerie der Flschungen" lebt, vielschichtiger, als das eher nach vorne gehende "Boaphenia" Album mit den groartigsten Momenten bei Songs wie z.B. "Hyperactive Cracker", "Love On Sale", "Euphoria", "Fiesta" oder "When My Rats Play Snooker". Der zu dieser Zeit aus England stammende Rave Hype hatte gerade den Hhepunkt durch die Explosion im englischen Summer of Love hinter sich und breitete sich seitdem bis zum heutigen Tage ber die ganze Welt aus. "Boaphenia" ist dahingehend stark durch die vordergrndige und stets nach vorne gehende Bassdrum inspiriert.
Zwei zeitlose groartige Meisterwerke die bis heute ihres gleichen suchen wurden hiermit fr die Nachwelt wieder verffentlicht. Warum gibt es in unseren Breitengraden, wo fast nur noch seelenloser Plastikmusikmll der Massenindustrie verffentlicht wird, nicht mehr solcher "echten" und "eigenstndigen" Knstler wie Phillip Boa & the Voodooclub oder z.B. die Einstrzenden Neubauten? Es bleibt abzuwarten, ob sptere und zwischenzeitlich auch schon vergriffene Nachfolgewerke wie "God" oder "She" in naher Zukunft auch in einer remasterten Version verffentlicht werden. Wnschenswert und angebracht wre es allemal.
   
<< vorheriges Review
BLINDEAD - Affliction XXIX II MXMVI
nchstes Review >>
JOHNNY CASH - All Time Best (Reclam Music Edition)


Zufällige Reviews