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26. Mai 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

SÓLSTAFIR - Masterpiece Of Bitterness
Band SÓLSTAFIR
Albumtitel Masterpiece Of Bitterness
Label/Vertrieb Spikefarm Records
Homepage www.solstafir.com
Veröffentlichung 13.01.2006
Laufzeit 70:22 Minuten
Autor Daniel Ableev
Bewertung 7 von 15 Punkten
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7 Lieder in 70 Minuten ist schon mal ordentlich episch. Die Reise durch dieses finnische "Meisterwerk (?) der Bitterkeit" beginnt mit "I Myself The Visionary Head". Man möchte dem Track keinesfalls einen gewissen Tiefgang oder gar visionäres Potential absprechen, doch gehen diese Attribute, falls vorhanden, mit fast auf 20 Minuten gezogener Langeweile einher. Trotz Doublebass und Blastbeat schaltet man auch schon mal ab, denn viel passiert da nicht: Im Grunde genommen ein überaus stark gestreckter Post-Gothic/Alternative Black Metal-Riff, der durch unterschiedliche Perkussionsfilter gejagt wird. Ähnlich höhepunktlos-unspannend wirken Track 2 und 3: Eigentlich Zeitverschwendung, sowohl für den Komponisten als auch für den Zuhörer, machen wir uns da nix vor. "Ghosts Of Light" bringt dann aber doch etwas Abwechslung in die ganze Angelegenheit, ein bisschen Griffigkeit, wenn auch nicht in Überdosis. Dennoch bereitet es auf "Ljósfari" vor, das durch seine große, mit Energie dargebotene Trauer fast so abenteuerlich ausfällt wie eine Safari. Na ja, nicht ganz so abenteuerlich, aber einen guten Eindruck hinterlässt das Lied auf jeden Fall, was wahrscheinlich vor allem am flotten Schlagzeug liegt, das der nicht unbedingt Paradigmenwechsel verursachenden Hauptakkordfolge die nötige Kohärenz verleiht. "Ritual Of Fire" ist wieder ruhiger konzipiert, und mit "ruhiger" ist eine Musik gemeint, die vor allem für Leichen (und solche, die es werden wollen) interessant sein dürfte. Nichts für unguk, aber diese "Partymucke" (gemeint sind Schlaf-Partys) ist trotz einer gewissen nordischen Schönheit und origineller Drums kein Muss. Das Outro "Náttfari" schließlich überrascht mit einer gewissen Wüstenrockigkeit, kann aber ansonsten nicht das mittlerweile gefestigte Urteil beeinflussen, dass es sich bei diesem Album leider um keine Kaufempfehlung handeln kann. Anders ausgedrückt: Wer auf prachtvoll-begnadete Epik steht, der möge sich doch "Sapphire" von REDEMPTION ans Herz wachsen lassen (- trotz bildlicher Redewendung ein gar nicht mal so unschmerzvoller Vorgang der tiefen Leidenschaft dieses alles überragenden Meisterwerks wegen).
   
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