Navigation
                
16. Dezember 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

PAVLOV`S DOG - Prodigal Dreamer
Band PAVLOV`S DOG
Albumtitel Prodigal Dreamer
Label/Vertrieb Rockville Music/Soulfood
Homepage www.pavlovsdog.org
Verffentlichung 07.12.2018
Laufzeit 61:01 Minuten
Autor Peter Hollecker
Bewertung 12 von 15 Punkten
>> Als E-Mail versenden
Es ist fr Fans der amerikanischen Rock- bzw. Prog-Legende Pavlov`s Dog jedesmal ein Festtag, wenn die Gruppe um Falsett-Stimme David Surkamp ein neues Album verffentlicht. Schlielich kommt dies nur alle Jubeljahre mal vor, was genauso fr die Live-Aktivitten gerade in Europa gilt. Klar, zwischendurch kommt es mal vor, dass die Band altes Material neu auflegt, so wie im Mrz 2007 "Has Anyone Here Seen Sigfried", das vom original Mastertape abgezogen wurde und erstmalig als CD erschien. Doch das letzte Studioalbum mit neuen Songs war "Echo And Boo" und ist jetzt auch schon acht Jahre alt.

Kein PD-Album ohne Besonderheiten ist auf alle Flle ein Credo, das auch fr "Prodigal Dreamer" gilt. Hierauf befinden sich nmlich sowohl neue Kompositionen der letzten acht Jahre, als auch besonders ausgewhlte Stcke seit Bandgrndung 1972, die aber erst jetzt fertiggestellt wurden. Zu jedem dieser Stcke hat Bandleader D. Surkamp oder seine Mitstreiter einen persnlichen Bezug. Zustzlich wird durch das Cover Hinweise zur ersten Scheibe "Pampered Menial" (1975) gegeben, mit dem die Erfolgsgeschichte einst begann. Fr die Aufnahmen gesellte sich die Gruppe zusammen ins Studio und spielte die Songs live und mittels des speziellen Raumklang-Verfahrens ein. Dazu werden einige Mikrofone im Aufnahmeraum verteilt, eine Technik, die heute leider nur noch wenige Produzenten beherrschen und die einen besonders warmen, autenthischen und "echten" Klang verspricht.

Nun gut, soweit die Vorrede, ich komme zu den insgesamt 13 Liedern, die im hchsten Mae einem Genu der besonderen Art gleichkommen. Die Stimme Surkamps klingt gar nicht mehr so in extrem hohen Tnen, wie das in der Vergangenheit der Fall war. Jedenfalls kme ich nicht mehr auf die Idee, dass da eine Frau singt, aber ich mochte diese besondere Art zu singen schon immer gerne. Sehr ruhig, melancholisch und mit der typischen Violine unterlegt startet die Reise mit "Paris". "Hard Times" ist etwas flotter und wird sogar von einer Hammond-Orgel eingeleitet, genau wie "Shaking Me Down". Dagegen erinnert mich das akustische (Gitarre, Piano und Violine) "Winterblue" irgendwie an Bob Dylan, Folk mit schner Melodie und ebenfalls Melancholie pur. Wo sind die progressiven Elemente vergangener Tage frage ich mich? Sie treten wirklich sehr in den Hintergrund und sind nur noch vereinzelt wahrnehmbar (z.B. dezent bei "Thrill Of It All"), was mich allerdings nicht sonderlich strt. Nein, warme Musik mit tollen Melodien stehen im Vordergrund, so wie beim groartigen "Easter Day". Und immer wieder diese wunderbare Violine, die einen fetten Folk Touch einbringt und die Melancholie, die viele Lieder durchzieht noch verstrkt, so wie etwa bei "Hurting Kind" oder "Aria". Dieses Album ist wie gemacht fr kalte Winterabende, um sich mit einem guten Glas Wein unter die Decke zu kuscheln und seinen Trumen hinzugeben. Den Hhepunkt erwartet den geneigten (Zu-) Hrer am Ende mit dem 6-Minter "The Winds Wild Early", einfach ein groartiges Stck Musik! Wer also auf guten Folk in der Schnittstelle zu Singer/Songwriter bzw. Storyteller steht und Knstler wie den schon o.a. Bob Dylan, Leonard Cohen oder auch Van Morrison mag, der sollte, nein MUSS sich die neue Pavlov`s Dog unbedingt besorgen.
   
<< vorheriges Review
SACRAL RAGE - Beyond Celestial Echoes
nchstes Review >>
METAMORPHER - Becoming (EP)


 Weitere Artikel mit/ber PAVLOV`S DOG:

Zufällige Reviews