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24. Juni 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

BLACK SPACE RIDERS - D rei
Band BLACK SPACE RIDERS
Albumtitel D rei
Label/Vertrieb Black Space Rec / Cargo Records
Homepage blackspaceriders.com/
Alternative URL https://www.facebook.com/blackspacerider...
Verffentlichung 24.01.2014
Laufzeit 78:21 Minuten
Autor Marc Fischer
Bewertung 12 von 15 Punkten
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"Aus D:REI strmt Energie, D:REI lsst die Synapsen kreisen! Noch nie waren wir soweit auer uns, noch nie waren wir so weit in uns!" Dies ist ein Zitat, mit dem die Mnsteraner BLACK SPACE RIDERS ihr neues Album "D:REI" beschreiben. Die dritte Platte der Space-Rocker ist dabei als reines, nicht ganz einfaches, Konzeptalbum aufgebaut und in insgesamt vier Kapitel unterteilt. Aus den Anfangsbuchstaben eines jeden Kapitels setzt sich letztlich der Albumname auch zusammen: "Defiance", "Ruins", "Escape", "I Beyond". Dabei wird auf mystische Art und Weise, gekleidet in ein Science-Fiction-Gewand, eine Reise bzw. eine Flucht beschrieben, dessen tieferer Sinn eine Transformation und Erneuerung ber sich selbst ist. So ist zumindest meine Interpretation, die aber sicher auch anders verstanden werden kann.
In "Defiance" geht es die ersten drei Titel um den Kampf und den Ausbruch aus der Aussichtslosigkeit in der Galaxie des inneren Ichs mit der letztlichen Vernichtung ihrer selbst von einer Figur namens Memitim. Die Bedeutung des Wortes "Memitim" wiederrum stellt eine biblische Gestalt bzw. Beschreibung eines Engels dar, welcher vereinfacht als Personifikation des Todes gedeutet werden kann. "Ruins" beschreibt in den folgenden vier Songs die Flucht aus dieser Welt und der Gewahrwerdung des Flchtenden whrenddessen ber sich selbst, den "God-Survivor". "Escape" berichtet die nchsten drei Tracks, wie der Name schon sagt, vom Entkommen und damit gleichzeitig vom symbolischen "Loslassen" und einem Aufbruch in neue Welten. In den letzten drei Liedern erzhlt abschlieend das Kapitel "I Beyond" schlielich von der Vollendung der Transformation des Flchtenden, der erst ber die Flucht durch die Vernichtung seiner Welt erneut zu sich und seiner Bestimmung gefunden hat, indem er die Galaxie des inneren Ichs verlassen hat.
Schon allein diese inhaltliche Beschreibung drfte veranschaulichen, wie komplex "D:REI" ist. Mit ber 78 Minuten Spielzeit hat die Band dann auch alles bis zur letzten Spur ausgereizt, was die Compact Disc hergegeben hat. Musikalisch wird die Story mit dsterem und teilweise psychedelischem Stoner Rock wiedergegeben. Charakteristisch sind dabei vor allem die teils starken Verzerrungen und tief gestimmten Instrumente. Auf den Gitarren und dem Bass liegt viel Distortion und auch der Gesang ist oftmals stark mit Effekten bearbeitet. Vor dem Hintergrund eines Konzeptalbums bekommen die Songs aber ein eigenes Flair, welches so bei manchen Liedern nicht gegeben wre, wrde man sie losgelst und einzeln herauspicken und hren. Durch die Geschichte aber, in die sie eingewoben sind, verstrkt sich auf gute Art und Weise der Ausdruck dessen, was wiedergegeben werden soll. Ein Beispiel hierfr wre "Give Gravitation To The People", der einzeln eher als unfertig oder auch langweilig bezeichnet werden knnte, weil er nicht viel Abwechslung bietet, sondern mehr einem leicht hypnotischen Drogentrip gleicht. Jedoch fhrt er als Auftakt in den Abschnitt "Ruins" wunderbar ein und macht gleichzeitig Lust auf mehr, auf das, was da noch kommen wird. So wechseln sich immer wieder teils drge Lieder, die nicht sonderlich groe Vielfalt innehaben, mit Songs ab, die vor tollen Melodien, Soli und Abwechslung nur so wimmeln, wie der Abschluss des zweiten Kapitels "The God-Survivor". Daraus entsteht eine starke Mischung, die wunderbar funktioniert und eine tolle Dramaturgie bildet. Ganz so, wie es auch in einem Roman oder Spielfilm eben Momente gibt, die die Spannung ein wenig hinauszgern oder mal etwas auf die Bremse treten, um dem Konsumenten auch Raum zum durchatmen zu lassen. Mit "D:REI" haben die BLACK SPACE RIDERS eine eigenstndige Geschichte geschaffen, die musikalisch einen tollen Spielfilm fr den Kopf und fr das Ohr bietet, die jedoch nicht immer ganz einfach ist. Die Tatsache, sich an so etwas heranzuwagen, ist aber allein schon aller Ehren wert. Nicht alltglich, daher aber umso strker!
   
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