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20. Oktober 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

TRAUMHAUS - Das Geheimnis
Band TRAUMHAUS
Albumtitel Das Geheimnis
Label/Vertrieb Progressive Promotion
Homepage www.traumhaus-music.de
Verffentlichung 30.09.2013
Laufzeit 57:27 Minuten
Autor Alexander Meyer
Bewertung 12 von 15 Punkten
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TRAUMHAUS ist einer dieser Juwelen, die man nur mit viel Glck findet, weil sie trotz erheblicher musikalischer Kompetenz in der heutigen Musiklandschaft kaum Gehr zu bekommen scheinen. Ich selbst hatte das Glck, die Band vor ziemlich genau drei Jahren live im Vorprogramm von Unitopia im Rsselsheimer Rind zu erleben und machte mir seiner Zeit eine gedankliche Notiz, die Jungs im Auge zu behalten.

Nun ist es also endlich soweit: Ganze fnf Jahre nach dem letzten Output "Die Andere Seite" legen die Vier aus dem rheinland-pflzisch-hessischen Grenzgebiet endlich ihr drittes Full-Length-Album nach. Oder sollte ich besser von dem Jungen aus Berghausen sprechen? Denn Alexander Weyland ist das einzig verbliebende Grndungsmitglied und zeichnet sich alleinig fr das Songwriting auf "Das Geheimnis" verantwortlich. Dazu ist er Snger, Texter und Keyboarder, was alleine schon ausreicht, den fnf Stcken dieses uerst gelungenen Albums seinen Stempel aufzudrcken.

Sein Tasteninstrument setzt Alex sehr banddienlich ein und kreiert, insbesondere durch den gezielten Einsatz von Melltron und Hammondorgel, die dichte Atmosphre von Tracks wie "Das Vermchtnis", dem 27,5-Minuten langen Herzstck des Albums" und dem zweiteiligen Titeltrack, der dessen Rahmen bildet. Damit wren schon gleich die absoluten Hhepunkte genannt. Die Ballade "Wohin Der Wind Dich Trgt" und das flotte "Frei", das mit einem einprgsamen Refrain versehen wurde, komplettieren dieses Epos.

Die deutschen Texte, die im Booklet sogar auf Englisch bersetzt wurden, drften zu Anfang fr viele Rezipienten ein wenig gewhnungsbedrftig sein. Lsst man sich jedoch darauf ein, lernt man diesen Umstand schon bald schtzen und trllert das Mantra des Titeltracks ("Es gibt mehr als wir glauben, es gibt mehr zu verstehn - ein Geheimnis in dir") schon bald munter mit. Dabei hilft natrlich die angenehme Stimmlage von Meister Weyland. Zudem ist das lyrische Konzept so besser verstndlich. Fr die internationale Bhne ist das natrlich eher kontraproduktiv, aber ich denke nicht, dass TRAUMHAUS dahingehend groe Ambitionen hegen.

Unbedingt erwhnt werden mssen natrlich die restlichen Musiker, allen voran Gitarrist Tobias Hampl, der mir schon auf der Bhne absolut positiv aufgefallen war und - wenn von der Leine gelassen - einige echte Ausrufezeichen setzt, z.B. das Hammersolo in "Das Vermchtnis", das einem Steve Rothery (Marillion) zur Ehre gereichen wrde. Bassist Sebastian Klein verrichtet sein Tagwerk genauso ruhig und bescheiden wie er als Person auftritt. Hrt man jedoch genau hin (und das muss man schon, weil der Bass fr meinen Geschmack etwas zu leise abgemischt wurde), findet man so manche Bassline, die mit dem Prdikat "Besonders Wertvoll" prmiert werden kann, so z.B. zu Beginn von "Wohin Der Wind Dich Trgt".

Sehr dominat wirkt hingegen der Schlagzeugsound. Da wollte man wohl dem Umstand Rechnung tragen, dass ein international bekannter Drumhero wie Jimmy Keegan (Spock`s Beard) die Drumtracks eingespielt hat. Natrlich trommelt Jim wie ein junger Gott, aber eine solche Dominanz des Schlagzeugs ist nicht hundertprozentig passgenau zum eigentlichen Traumhaus-Sound. Und was sagt der etatmige Schlagwerker Stefan Hopf dazu?!

Zu guter Letzt sollte die gute Aufmachung im wertigen Digipak nicht unerwhnt bleiben. Das dstere Cover wrde zwar auch einem Black Metal-Album gut zu Gesicht stehen und passt nicht wirklich zu der postiven Grundstimmung und Gesamtaussage des Albums, aber es schaut echt gut aus. Tolerante Artrocker sollten sich also die legitimen Nachfolger von Anyone`s Daughter mal zu Gemte fgen und Fans von IQ, Pendragon und Konsorten, die sich auch mit deutschen Texten arrangieren knnnen, sollten hier ebenfalls zugreifen.
   
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