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22. Oktober 2018 - Uhr
 
Die Kolumne

THE MOTH GATHERER - A Bright Celestial Light
Band THE MOTH GATHERER
Albumtitel A Bright Celestial Light
Label/Vertrieb Agonia Records/ Soulfood
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Verffentlichung
Laufzeit 45:03 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Nach Progressive Rock, Depressive Black Metal und Post Hardcore kommt jetzt das neue, groe Ding: Progressive Death Metal! Was kommt als nchstes, Progressive Grind Core? Mal ganz im Ernst, der Spa hat auch irgendwann ein Ende. Zumal ich nicht wirklich nachvollziehen kann, wie man auf diese Beschreibung in Zusammenhang mit THE MOTH GATHERER kommt. Die Truppe aus Schweden lsst sich nicht einfach mal so einordnen. Mit ihrem Erstling "A Bright Celestial Light" haben sie sich ganze fnf Jahre Zeit gelassen und das hrt man auch. Die Musiker benutzten bei der Handvoll berlanger Stcke, etliche Bausteine, um ihr ganz eines Ding zu schustern. Soviel vorweg: es hat hervorragend funktioniert. Nach 90 Sekunden folkloristischer Einleitung folgt in Form von "The Water That We All Come To Need" eine Dampfwalze, die zunchst als sperriger, aggressiver Hassbolzen aus den Boxen ballert, um den Zuhrer spter mit ruhigen, atmosphrischen und sogar dezenten elektronischen Klngen auf das explosionsartige Finale vorzubereiten. Das zweite Stck, "Intervention" glnzt besonders durch minimalistische, ja fast schon Jazzige Passagen, welche teils kriechend langsam sind und eine starke Sogwirkung haben. Die melancholischen Melodien, die pltzlich wie selbstverstndlich aus den Gitarren und Keyboards erklingen, sogen fr den ein oder anderen epischen Gnsehautmoment. Ich muss die Schubladen doch nochmal ffnen, weil mich der Post Rock geradezu anspringt. Wie aus dem nichts gesellt sich im letzten Drittel die brutale Schreistimme dazu und es kndigt sich bereits das wieder etwas weniger leicht zugngliche "A Road Of Gravel And Skulls" an.
Das Beste an den Songs von THE MOTH GATHERER ist die hohe Abwechslung innerhalb der acht- bis zehnmintigen Kompositionen. Viele der aktuellen, experimentellen Bands reiten oft ewig auf einer Stelle herum, das passiert meiner Meinung auf "A Bright Celestial Light" nicht. Noch bevor auch nur ein Ansatz von Monotonie zu befrchten ist, gibt es spannende Themen- oder gar Stilwechsel, und das vier- bis sechsmal in einem Song. Fr mich vllig berraschend, gehen die Jungs soweit, dass sie in der Mitte des vierten Lieds eine Ambiente-Piano-Passage im Stile des viel zu frh verstorbenen Jazzpianisten Esbjrn Svenson bringen. Und verdammt nochmal, es passt genau dahin, nmlich kurz vor die Sludge-/Death Metal-Riffattacke, die alles in Grund und Boden reit. Sicherlich ist das Album nicht frei von leicht kitschigem Pathos und ja, der Begriff "Emo" ging mir auch schon durch den Kopf, aber in dieser nahezu perfekten musikalischen Form (inklusive der ntigen Hrte), lasse ich mir das gerne gefallen. Diese Scheibe kann ich offenen Musikfreunden nur ans Herz legen.
   
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