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23. Januar 2019 - Uhr
 
Die Kolumne

GOZU - The Fury Of A Patient Man
Band GOZU
Albumtitel The Fury Of A Patient Man
Label/Vertrieb Small Stone Recordings/ Cargo Records
Homepage de-de.facebook.com/gozu666
Verffentlichung 26.04.2013
Laufzeit 63:41 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Wie konnte diese Band bislang nur an der Rockgemeinde vorbeigehen? Das erste Album von 2010 kenne ich, wie vermutlich die meisten von Euch, auch noch nicht. Nach dem zweiten, dritten Durchlauf des aktuellen Nachfolgers "The Fury Of A Patient Man" zauberten mir GOZU ein richtig breites Grinsen ins Gesicht. Was die Jungs aus Bosten hier fabrizieren, ist einfach die perfekte Mischung aus alternativem Rock, Grunge, und ein bisschen Doom. Ok, die Einflsse sind klar benennbar und sicherlich kommt einem bei den Stcken "Bald Bull" und "Salty Thumb" als erstes die Institution QUEENS OF THE STONE AGE in den Sinn. Aber es wre viel zu einfach GOZU in die gleiche Ecke zu schieben, denn fr die komplette Scheibe lsst sich weder eine konkrete Vergleichsband noch eine klar abgesteckte Sparte formulieren. Ich wrde sogar so weit gehen und behaupten, dass "The Fury Of A Patient Man" mit seiner Abwechslung und musikalischen Klasse tatschlich an die besten Alben der QUEENS heranrankommt.

Das Stck "Charles Bronson Pinchot" ist ein Beispiel fr groe Kreativitt innerhalb des einzelnen Songaufbaus. Zunchst soll mit einem schnellen, relativ rohen Riff etwas mehr Druck und Hrte im Stile von HELMET in die Sache gebracht werden, dann setzen pltzlich entspannt-atmosphrische Post Rock-Melodien ein, um am Ende wieder das Gaspedal durchzutreten. Die Lieder "Tracy Lords" und "Snake Plissken" stellen weitere Verweise auf die Filmwelt dar. Erstes ist eine Verbeugung vor dem intensiven, emotionalen Alternative Rock der 90er-Jahre, wie ihn ALICE IN CHAINS praktiziert haben. Letzteres positioniert sich irgendwo zwischen SOUNDGARDEN und frhen FOO FIGHTERS mit einer Extraportion Geschwindigkeit. Ihr seht schon, GOZU prsentieren sich als Allesknner, denn trotz der vielen Einflusskapellen, kann jeder Song mit der ntigen Eigenstndigkeit und technischen Finesse punkten. Alleine was die Rhythmustruppe hier auf gerade mal zehn Stcken an Vielseitigkeit zeigt, ist wirklich bemerkenswert. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, haut uns der Vierer zum Schluss den 24-Minuten Brocken "The Ceaseless Thunder Of Surf" um die Ohren. Hier findet sich reichlich Platz fr psychedelische Experimente im Geiste der spten 60er- und frhen 70er-Jahre. Von der dichten Atmo und dem hohen Wiedererkennungswert trotz der Songlnge, knnen sich so manche reinrassigen Stoner Rocker eine Scheibe abschneiden.
GOZU befinden sich mit ihrem zweiten, groartigen Silberling auf dem Weg zur Perfektion. Ich wnsche den Jungs die groe Beachtung, die sie verdienen!
   
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