The Chain (Blu-ray)

Titel

The Chain

Produktion/Vertrieb

OFDb Filmworks/Koch Media

Veröffentlichung

28.11.2019

Laufzeit

101 Minuten

Homepage

https://youtu.be/NqiTTjJ7io4

Bei „The Chain“  (FSK 16) handelt es sich um eine spanisch/US-amerikanische Co-Produktion des spanischen Regisseurs David Martín-Porras, der in Los Angeles lebt und international noch nicht groß in Erscheinung getreten ist. Er drehte vor diesem Mystery-Thriller eher Kurzfilme, von denen der ein oder andere sogar schon Preise einheimsen konnte. Immerhin schien ihm das die Tür zu seinem ersten langen Film mit scheinbar ganz ordentlichem Budget geöffnet zu haben. Von Story und vom Cast liest sich „The Chain“ jedenfalls im Vorfeld schon mal höchst interessant:

Nach einigen Jahren kehrt der erfolgreiche Augenarzt Mike (John Patrick Amedori – „The Vatican Tapes“) zusammen mit seiner Frau Sarah (Madeline Zima – „Californication“) in sein Elternhaus zurück. Hier will er seine Mutter bei der Pflege seines an einem seltsamen Gendefekt leidenden Vaters (Ray Wise) unterstützen. Die Krankheit ähnelt der Demenz, nur dass sie zusätzlich von quälenden Halluzinationen begleitet wird. Kurz darauf erfährt Mike, dass auch er an der gleichen, unheilbaren Krankheit leidet wie sein Vater, was sein sicheres Todesurteil bedeutet, denn der Krankheitsverlauf geht rasend schnell von statten. Das möchte er in jedem Fall vermeiden, weshalb er sich einer geheimen Organisation anschließt, die eine besondere Art der Sterbehilfe betreibt. Die Mitglieder bringen sich nämlich gegenseitig um, und zwar auf die Art, die das freiwillige Opfer bevorzugt…

Thematisch geht es also um das wichtige Thema der aktiven Sterbehilfe, die der Regisseur mit vielen stylischen Bildern versucht, unterhaltsam an den Mann/Frau zu bringen. Das erinnert in vielen Sequenzen an einen Regisseur wie David Lynch oder Nicolas Winding Refn („Only God Forgives“), wobei auf dem Cover sogar mit dem Zusatz „…für Fans von Mulholland Drive und Memento“ geworben wird. Das bedeutet natürlich, dass der Zuschauer auf solche Art von Filmen stehen muss, um auch an „The Chain“ Gefallen zu finden. In meinem Fall ist das leider nicht der Fall, aber das nur am Rande. So geht mir der ständige Wechsel von Halluzinationen und scheinbar realen Ereignissen mit der Zeit auf die Nerven, der Zuschauer kann, genau wie der Protagonist, nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden. Der zugegebenermaßen sehr spannende Plot und der damit verbundene Spannungsbogen geht somit leider ziemlich rasch verloren. Meiner Meinung nach hätte ein erfahrenerer Regisseur aus der Story mit einfacheren, solideren Mitteln mehr machen können, als es David Martín-Porras geschafft hat. Zuviel Hokus-Pokus und Klischees (wie z.B. die Masken der Mitglieder der Geheimorganisation) schaden dem Film doch mehr als sie ihm nützen. Irgendwie ist das Konzept und die Umsetzung einfach zu unausgegoren und besonders glaubhaft kommt der streifen auch nicht rüber.

Das Bild auf der blauen Scheibe ist wirklich sehr in Ordnung, vor allem wenn man bedenkt, dass es viele dunkle oder mit Neon Licht angereicherte Szenen gibt. Auch das erinnert mich an „Only God Forgives“, wobei dies dort viel besser und passender eingesetzt wurde. Der Ton ist ebenfalls ordentlich, wobei die Surround-Anlage keine Höchstleistung vollbringen muss. Die gut gefüllte Bonus-Sektion mit u.a. einem alternativen Ende, Interviews, ein Behind The Scenes oder Trailern können mein eher dünnes Urteil nicht ändern.

Fazit
Insgesamt ein eher unspektakulärer Film, der die Chance der guten Story verspielt.
6
von 15
Zwiespältig
Die Melodie muss stimmen!