Ray Alder-What The Water Wants

Albumtitel

What The Water Wants

Label/Vertrieb

InsideOut/Sony

Veröffentlichung

18.10.2019

Laufzeit

50:53 Minuten

Ray Alder ist allen Prog-Fans natürlich als Sänger der Kult-Truppe Fates Warning ein Begriff. Viele Fans warteten schon sehnsüchtig auf ein Soloalbum des stimmgewaltigen FW-Frontmanns, obwohl er unter dem Deckmantel Engine 1999 sowie 2002 zwei Scheiben veröffentlichte, die quasi Solo-Outputs darstellten, musikalisch jedoch dann doch nicht ganz so weit von seiner Stammcombo weg waren. Diese Lücke schließt der 52-jährige US-Amerikaner jetzt mit seinem ersten, echten Soloalbum mit dem schönen Titel „What The Water Wants“. Dabei legte er offensichtlich großen Wert darauf, dass die Parallelen zu Fates Warning sich in  Grenzen halten. Und was soll ich euch sagen? Das gelingt Ray Alder aber sowas von perfekt, ihm ist, um es gleich vorwegzunehmen, ein grandioses Werk gelungen!

Von Anfang an steht diese famose Stimme im Vordergrund, ohne die musikalische Genialheit außer Acht zu lassen. Klar, bei einigen (wenigen) Stücken kann er die komplexe Seite von FW nicht verleugnen, wie etwa bei den härteren Songs „Wait“ oder „Shine“. Aber von Gefrickele hält sich Ray Alder mit seinen Mitmusikern doch sehr zurück, die Instrumental-Parts seiner beiden Gitarristen Mike Abdow (FW-Tour Klampfer) und Tony Hernando (Lords Of Black) stehen ganz im Sinne der Songs. Was die gesamte Scheibe durchzieht ist eine sehr intensive und schöne Stimmung. Was die Lieder ausmacht ist eine zwar leicht düstere Note, die jedoch im Gesamtkontext warm und emotional rüberkommt. Ist das überhaupt noch Prog Metal? Ja doch, allerdings höchst eingängig und berührend. Das alles kommt natürlich am deutlichsten bei den ruhigeren Stücken zum Tragen, wie etwa dem wunderbaren „The Road“ oder „Some Days“. Nicht falsch verstehen, „What The Water Wants“ klingt zu keinem Zeitpunkt weichgespült oder kitschig, verbindet einfach eine gesunde Härte mit diesen großartigen Melodien. Als Beweis und Paradebeispiel dient mir das mit einem genialen Bass-Lauf versehene „Crown Of Thorns“ (siehe u.a. Video). Kurz: Pflicht-Kauf für alle Proggies!

Fazit
Mit Sicherheit eines der besten Prog Alben, das ich dieses Jahr auf die Ohren bekam und ein Highlight der anspruchsvollen Musik!
14
von 15
Geniestreich
Die Melodie muss stimmen!