Flying Colors-Third Degree

Albumtitel

Third Degree

Label/Vertrieb

Mascot/Rough Trade

Veröffentlichung

04.10.2019

Laufzeit

66:23 Minuten

Die Prog-Supergroup Flying Colors veröffentlichen nach dem selbstbetitelten Debüt (2012) und dem zwei Jahre später rausgehauenen „Second Nature“ ihr drittes Studiowerk, passend mit „Third Degree“ betitelt. Zwischen den ersten beiden Platten gab es noch den Konzertmitschnitt „Live In Europe“ auf CD und DVD. Zwei der Mitglieder sind den Prog-Fans momentan durch zahlreiche Scheibletten und/oder DVDs quasi überpräsent, nämlich Keyboarder Neal Morse und Drummer Mike Portnoy. Diese beiden Prog-Götter näher vorzustellen macht also keinen Sinn, sie fungieren ja auch ständig zusammen, sei es bei der Neal Morse Band, bei Transatlantic oder eben auch hier. Der Vollständigkeit halber möchte ich noch mit Sänger Casey McPherson (Alpha Rev, The Sea Within), Gitarrist Steve Morse (Deep Purple) und Basser Dave LaRue (Dixie Dregs, Ex-Joe Satriani) die anderen Mitglieder erwähnen, die sich in der Szene ebenso ihre großen Namen erspielt haben.

Glänzte der Erstling noch mit vielen wunderbaren Melodien, war der Nachfolger schon mehr im klassischen Prog Metal zuhause und ging stilistisch mehr in Richtung Dream Theater, also war mehr Gefrickele zu vernehmen. Diesen Weg setzt „Third Degree“ zunächst weiter fort, mir ist das schon zu viel des Guten wie ich zugeben muss, was vor allem für die ersten Hälfte der Scheibe gilt. Hier geben sich die Musiker mit Songs wie dem Opener „The Loss Inside“, „More“ oder „Cadence“ ihrem ausgeprägten Prog-Spieltrieb offen hin, weshalb diese Songs in sich abwechslungsreich, oft vertrackt und sogar mal psychedelisch bzw. jazzig anmuten. Hier wird die volle Aufmerksamkeit der Hörer verlangt. Klar, selbstredend sind hier allesamt große Könner ihrer Fächer am Werk, was auch für Sänger Casey McPherson gilt, dessen großartige, warme Stimme ich sehr schätze. Songs wie „Guardian“, das etwas getragene „Last Train Home“ oder die opulente Ballade „You Are Not Alone“ zeigen die Fähigkeiten der Flying Colors allerdings mmer noch deutlich auf, große Melodien hinzuzaubern  und zählen zu den stärksten Liedern auf der neun Tracks starken CD, genau wie der pompöse Abschluss „Crawl“. Es gibt aber noch eine Special Edition, auf der ein (!!) ganzes Lied mehr drauf ist („Waiting For The Sun“). Naja, ich weiß auch nicht ob sowas noch zeitgemäß oder fanfreundlich ist, kostet die doch ganz bestimmt auch mehr Kohle.

Fazit
Proggies werden sich mal wieder tierisch freuen!
11
von 15
Außerordentlich
Die Melodie muss stimmen!