Beth Hart-War In My Mind

Albumtitel

War In My Mind

Label/Vertrieb

Mascot/Rough Trade

Veröffentlichung

27.09.2019

Laufzeit

52:01 Minuten

Das neue Album der amerikanischen und mit Joe Bonamassa durchgestartete Künstlerin Beth Hart erblickt das Licht der Welt. Ich möchte jetzt auch gar keine (überflüssigen) Lobeshymnen über die stimmgewaltige Sängerin ausschütten, jeder der Beth Hart nicht kennen sollte, kann dies in unserem Archiv und/oder in diversen Rezis nachholen.

„War In My Mind“ zeichnet sich durch diese ungemeine musikalische Abwechslung aus, die Beth Hart seit jeher ausmacht. Flott und mit souligem Gospel-Chor verstärkt kommt der Opener „Bad Woman Blues“ daher, dem gleich danach der Titelsong als grandiose Piano-Blues-Ballade folgt. Ein Auftakt wie gemalt für die stetig wachsende Fangemeinde. Sehr ruhig geht es auch mit „Without Words In The Way“ weiter, der ein wenig in Richtung Jazz-Ballade der Fünfziger geht. Der Hörer sieht dabei förmlich eine in langem Kleid gewandete Schönheit mit langer Zigarette in einem verrauchten Club in New York vor sich…wunderbar! Wie das die Fans bei ihrem Darling so lieben, so sind die persönlichen Texte das berühmte Salz in der Suppe, die Gute nimmt kein Blatt vor den Mund und gibt sehr viel von ihrem Leben preis. Und dann diese grandiose Stimme, die, mal gefühlvoll sanft oder rauchig rotzig klingt, normalerweise einer Künstlerin gepaart mit dieser Musik zu einem Superstar-Status verhelfen müsste. Ich frage mich wirklich manchmal, wer Madonna, Katy Perry oder Taylor Swift als einige der besten Sängerinnen der USA bezeichnet…alles Quatsch hinter dieser Beth Hart! Wenn da vielleicht jemand noch gerade so mithalten kann, dann ist das meiner Meinung nach noch die Britin Adele. Als Anspiel-Tip und Fingerzeig in das insgesamt doch eher ruhige Album empfehle ich das wunderbare und ebenfalls mit Gospel-Chor versehene „Let t Grow“, da fährt unwillkürlich eine fette Gänsehaut in die Klamotten! Aber auch tanzbaren, radiotauglichen Gute Laune-Pop Rock kann die Dame, „Spanish Lullabies“ beweist dies eindrucksvoll. Einen weiteren Song möchte ich hervorheben, denn „Rub Me For Luck“ schreit förmlich nach einem James Bond-Theme…vielleicht der beste Bond-Score, der es nicht in einen Film geschafft hat! Und ja, da ist auch noch „Thankful“, eine unglaubliche zu Tränen rührende Ballade und Ode an ihre Mutter, wie man sie nur ganz selten zu hören bekommt!

 

Stilistisch und textlich knüpft „War In My Mind“ an eines der besten Alben von Beth Hart an, nämlich „My California“.

Fazit
Ich kann euch nichts anderes schreiben und ich hoffe ich kämpfe nicht gegen Windmühlen; wer diese Künstlerin ein wenig abseits von Hard & Heavy noch nicht kennt, sollte dies unbedingt nachholen!! Das ist einfach unglaublich geile Musik und zeigt wieder mal die ganze Bandbreite von Beth Hart.
14
von 15
Geniestreich
Die Melodie muss stimmen!