Versengold-Nordlicht

Albumtitel

Nordlicht

Label/Vertrieb

RCA/Sony

Veröffentlichung

28.06.2019

Laufzeit

54:15 Minuten

Zwei Jahre nach „Funkenflug“ setzen die Bremer Folk Rocker von Versengold nun die Segel und nähern sich damit thematisch im Grunde etwas an die Kollegen von Santiano an, was durchaus auch musikalisch zu hören ist, denn die Celtic Vibes treten aktuell etwas in den Hintergrund. „Funkenflug“ bedeutete letztlich jedoch den ersten richtig großen Wurf, wobei sich das Sextett um Frontmann Malte Hoyer weg von reinen mittelalterlichen Klängen hin zu einer Mischung aus Irish Folk, Shanty, Rock und Pop entwickelte.

Jetzt also „Pladde“ Nummer neun und wie es der Titel „Nordlicht“ schon erahnen lässt, gibt es noch mehr textlichen Lokalkolorit von der Nordsee zu hören, als das beim Vorgänger schon angedeutet wurde. Klar ist die Violine immer noch sehr present, aber das Instrument passt ja zu beiden Genres, wobei ja Shantys auch als eine Art Folk gesehen werden muss. Nun ja, wurscht, denn ob es sich bei „De Rode Gerd“ um die Geschichte des gleichnamigen Schmugglerkönigs aus dem 19. Jahrhundert dreht, bei „Winterflut 1717“ um die bekannte Sturmflut um die Weihnachtszeit an der Nordsseküste im Titel genannten Jahr oder das selbsterklärende „Küstenkind“ von ihrer Heimat dem Nordssestrand, Versengold erzählen ihre Geschichten mit sehr eingängigen Melodien und ebensolcher Musik. Meistens flott und fröhlich mit viel Schmiss, der obligatorischen Geige sowie chorlastig laden Lieder wie die schon bekannte Single „Thekenmädchen“, „Durch Den Sturm“ oder „Butter Bei Die Fische“ zum Feiern und Mitsingen ein, genauso wie tolle Balladen (z.B. „Erinnere Dich“ oder „Die Blätter, Die Im Frühling Fallen“) zum Innehalten oder Träumen animieren. Aber Versengold beziehen auch politisch zeitaktuelle Stellung mit dem sehr eindringlichen „Meer Aus Tränen“, bei dem es sich um die Situation der Flüchtlinge in ihren Booten handelt oder beim Anti-Nazi Song „Braune Pfeifen“. Auf reine Instrumentals, die Versengold früher gerne mal einstreuten, wurde diesmal komplett verzichtet. Das wird aber absolut nichts am stetig wachsenden Erfolg dieser Bremer Truppe ändern, die sich trotz größtenteils akustischer Ausrichtung die Akzeptanz des „härteren“ Publikums erarbeitet hat und dieses Jahr in Wacken auftritt. Zwar ist auf „Nordlicht“ ein solch großartiges Lied wie  „Haut Mir Kein Stein“ vom Vorgänger nicht vertreten, was aber nichts daran ändert, dass die Fanschar weiter stetig wachsen wird. Warum? Weil die Qualität stimmt und die Jungs authentisch rüberkommen.

Fazit
Versengold schrauben fleißig weiter an ihrer Erfolgs-Story!
12
von 15
Edelstahl
Die Melodie muss stimmen!