Marc Gore-Cronology

Titel

Cronology

Verlag

Torsten Low

Autor

Marc Gore

Seiten

480

Vom Horror-, Splatter- und Pulp-Autor Marc Gore, dessen Künstler-Nachname bei seinen Werken Programm ist, durfte ich schon einige Bücher lesen und auch auf unserer Seite vorstellen. Einen Bezug zum Heavy Metal hat der Gute ja auch, wie er sehr gerne durch Nennung von Songs und/oder Bands in seinen Geschichten klarmacht. Logo, einige Doom- und Metal Kapellen oder Metalcore-Bands passen schließlich optisch wie mit ihrer Musik bzw. Texten sehr gut zu den expliziten Gewaltdarstellungen in seinen Kurzgeschichten, die dann für den Metal-affinen Leser den Soundtrack im Kopf beim Lesen bilden können. Das ist dann in etwa so, wenn Tito & Tarantula ihr „After Dark“ in Tarantinos Meisterwerk „From Dusk `Til Dawn“ singen, während sich in der Titty Twister Bar die Vampire über die ahnungslosen Gäste hermachen und ihnen Arme und Beine herausreißen. Ihr seht, schwarzer Humor ist schon hilfreich, wenn man so wie ich auf derben Horror-Lesespaß der „Mar©e“ Gore steht. Seine Kurzgeschichten wurden in Buchform meistens in Anthologien mit anderen Autoren wie der „Fleisch“-Reihe,  oder „Opferblut“, aber auch in eigenen Sammlungen von Kurzgeschichten wie „The Terror Compilation“ oder „Grindhouse Splatter“  veröffentlicht (siehe auch Reviews in unsrem Archiv).

Jüngst erschien nun „Cronology“ von Marc Gore, eine Sammlung von 13 Kurzgeschichten in ja…chronologischer Reihenfolge, die er, wie im Untertitel angegeben zwischen 1998 und 2011 geschrieben hat. Keine davon ist unveröffentlicht, weshalb das 480 Seiten dicke Buch wohl vornehmlich für diejenigen interessant sein dürfte, die keine Stammleser des Autors aus Bremen sind. Dabei schrieb das Vorwort ein im gleichen Genre schreibender Kollege Gores, nämlich Torsten Scheib. Das Besondere an diesem Buch ist die Tatsache, dass der Autor selbst zu jeder Story einige einleitende Worte über die jeweilige Entstehungsgeschichte schrieb, die durch Kursiv-Schrift kenntlich gemacht wurden. So erfahren wir interessante Dinge, wie etwa angefangen bei „Kakerlakenfraß“ aus dem Jahr 1998, dass sich Marc Gore von Filmen der britischen Hammer-Studios (z.B. die „Dracula“-Serie mit Christopher Lee!) inspirieren ließ. Überhaupt spielten Horror-Movies scheinbar, neben der Liebe zum Heavy Metal, schon immer eine große Rolle im Leben des Autors.

Das Cover sowie die Innenseite zieren herrlich grausige Illustrationen von Sonja Bender, die auch schon zu „Grindhouse Splatter“ einige hübsche Bildchen beigetragen hat. Der Titel wird durch bluttriefende Buchstabenknochen sowie durch Totenköpfe die das O bilden dargestellt. Am Schluss wird noch etwas über den Werdegang von Marc Gore erzählt, was ich ganz nett finde. Insgesamt also so eine Art „Best-Of“ grausiger, brutaler und/oder ekliger Kurzgeschichten, wenn ich den Vergleich mit einer CD ziehen sollte. Meine Empfehlung: Marilyn Manson, Exodus oder Alice Cooper dazu hören.

Die Melodie muss stimmen!