DARE – Unverhofft kommt oft!

Dare

Ich kann ja wirklich nicht behaupten, dass sich die britischen Melodic Rock Experten von Dare allzu oft in Deutschland blicken lassen. Dabei ist die Truppe um Ex-Thin Lizzy Keyboarder Darren Wharton sehr beliebt, was den großen Andrang bei den Konzerten der „Out Of The Silence 30th Anniversary-Tour“ eindeutig belegt. Fast überall heißt es „Ausverkauft!“, wenn auch die Läden nicht die allergrößten Clubs sind. So auch im jungen Dortmunder Club Blue Notez, der sich im Keller einer Schule befindet, sich größtenteils durch Spenden finanziert und durch private Musikfans zu einem eingetragenen Verein gemacht wurde. Kurz vor dem Konzert gab uns der sympathische Frontmann ein spontanes Interview, wobei Darren aufgrund einer leichten Erkältung darum bat, die Fragen so kurz wie möglich zu halten. Da wir uns tierisch freuten, dass er sich überhaupt für unser Magazin Zeit nahm, hielten wir uns natürlich an sein Anliegen, hielten uns so kurz wie möglich und bedankten uns mit einer guten Flasche badischem Rotwein.

Oh, vielen lieben Dank, das ist wirklich sehr nett von dir, ich liebe deutschen Wein! Leider bin ich heute Morgen mit Schnupfen aufgewacht. Es ist aber auch plötzlich wieder kalt geworden bei euch.

Sehr gern Darren! Schön dass ihr mal wieder hier seid, es ist ja ein eher seltenes Vergnügen, euch hier live zu sehen und jetzt sogar auf einer kleinen Tournee!

D.W.: „Da hast du Recht, die letzten Jahre haben wir nur punktuell bei diversen Festivals bei euch gespielt, da letzte mal beim H.E.A.T. Festival in Ludwigsburg, das ist aber auch schon wieder zwei Jahre her. An die letzte richtige Tour kann ich mich ehrlich gesagt gar nicht mehr genau erinnern. Wir haben es ganz schön vermisst, vor allem den engen Kontakt zu den Fans. Die bisherigen Konzerte liefen wirklich hervorragend und es ist ein phantastisches Gefühl, wenn einem so viele enthusiastische Reaktionen entgegen gebracht werden. Jetzt liegen noch 2 Shows vor uns, morgen in Hamburg und übermorgen in Berlin, dann ist eine kleine Pause über Ostern bis Anfang Mai, wenn die Europatour fortgesetzt wird.“

Euer Erfolgsalbum „Out Of The Silence“ ist mittlerweile ganze 30 Jahre alt! Ist dein Blick zurück melancholisch, gerade weil sich die Musikszene in letzter Zeit so drastisch verändert hat?

Überhaupt nicht, ganz im Gegenteil! Ich bin dankbar, ein Teil der großen Zeit gewesen zu sein und freue mich, dass uns die Leute nicht vergessen haben und uns immer noch hören wollen. Klar ist es schwieriger geworden, aber wir versuchen das Beste daraus zu machen.

Wie sieht das genau aus? Gehst du auch neue moderne Wege wie Crowdfunding in Zukunft? Und warum habt ihr keine CDs am Merch-Stand dabei?

Die Leute kaufen ihre Platten lieber bei Amazon, das sind sie billiger, haha! Crowdfunding? Auf keinen Fall, da bin ich eher Traditionalist. Ich bin kein Freund davon, den Fans das Geld aus der Tasche zu ziehen. Da ich mit Legend Records eine eigene Plattenfirma habe, kann ich selbst entscheiden, wie ich Musik veröffentliche. Es ist ja niemand gezwungen, seine Songs den Streaming-Diensten wie Spotify anzubieten. Da ich das meiste alleine mache, dauert es vielleicht etwas länger bis neue Musik von Dare erscheint, aber es hat auch Vorteile, wenn man nicht ständig präsent ist, dann freuen sich die Fans mehr auf dich wie man sieht. Aber bevor du fragst, im nächsten Jahr kommt eine neue Platte von uns, seit etwa 7 Monaten bin ich mit den Arbeiten daran beschäftigt.

Die Musik von Dare hat sich mit den Jahren verändert. Von härteren Klängen zu Beginn wurden die Songs seit „Belief“ mehr und mehr softer. Was waren die Gründe für diese Entwicklung?

Nun, ich bin ein sehr emotionaler Mensch und schreibe Musik nie aus dem Kalkül heraus. Die Texte sind meistens sehr persönlich und kommen direkt aus meinem Herzen.

Ein wichtiger Teil deiner musikalischen Vergangenheit sind Thin Lizzy. Welchen Einfluss hatte Phil Lynott auf Dare?

Einen wirklich großen, ich würde sogar sagen einen riesengroßen Einfluss! Er war ein wunderbarer Mensch und Freund. Da er Ire war und ich Waliser bin, verstanden wir uns allein in musikalischer Hinsicht perfekt, wir haben ja die gleichen Wurzeln, was die keltischen Einflüsse bei der Musik von Dare erklärt. Unser Lied „King Of Spades“ ist Phil gewidmet, das wirst du heute Abend auch noch hören. Außerdem spielen wir den Thin Lizzy Song „Emerald“ in einer speziellen, sehr emotionalen Version.

Hättest du eigentlich gerne bei den Black Star Riders mitgemacht?

(lacht laut): Nein, das wäre wirklich nicht möglich gewesen, viel zu schwierig. Ich bin Keyboarder und die Musik der Black Star Riders ist eher auf harten Gitarren aufgebaut. Wenn ich in einer Band gerne die Keyboards gespielt hätte, dann wäre es Pink Floyd gewesen, haha!

Ok, gleich musst du auf die Bühne, deshalb meine letzte Frage: Was hältst du als Brite vom Brexit?

Oje, dazu kann ich wirklich nur eines sagen! Absolut lächerlich, was sich unsere Regierung da leistet. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man nur darüber lachen, jeden und jeden Tag neue Meldungen im Fernsehen und in den Zeitungen, das nervt ganz schön.

Vielen Dank, dass du dir so kurzfristig Zeit genommen hast. Wir wünschen dir gute Besserung und kommt bitte ganz schnell wieder! Nachtrag: Im Mai wird die Europa Tournee von Dare fortgesetzt, wobei dann nur noch ein Konzert in Deutschland stattfindet, und zwar am 9. In Mannheim!

Die Melodie muss stimmen!