O.R.k.-Ramagehead

Albumtitel

Ramagehead

Label/Vertrieb

Kscope/Edel

Veröffentlichung

22.02.2019

Laufzeit

38:36 Minuten

„Ramagehead“ ist schon das dritte Album der internationalen Prog-Formation O.R.k. Oder soll ich besser Supergroup sagen? Gerade im Prog gibt es reichlich Konstellationen, die sich gerne so nennen, z.B. Transatlantic (meiner Meinung nach die einzige Konstellation, die dieses Prädikat wirklich verdient hat!) oder The Flying Colours, bezeichnenderweise beide mit Ex-Spock`s Beard Mann Neal Morse und seinem Freund, den Superdrummer Mike Portnoy. Andere sagen „Namedropping“ dazu, aber warum nicht, solange die Musik stimmt.

Im Fall von O.R.k. gesellten sich der italienische Sänger Lorenzo Esposito Fornasari, kurz LEF, sein Landsmann der Gitarrist Carmelo Pipitone (Marta Sui Tubi), King Crimson-Drummer Pat Mastelotto sowie Porcupine-Bassist Colin Edwin zusammen, also durchaus Könner ihrer Fächer. Kann da also viel schiefgehen? Nein, ich nehme es gleich vorweg. Und wenn auch die Musik vom Kommerz so weit weg ist wie die Erde zum Mond, erfüllt sie doch alle Ansprüche, die ich allgemein an gute progressive Musik stelle. In einem sehr starken Moment unter vielen erinnert z.B. „Signals Errased“ an die besten Zeiten von Queensryche, wohlgemerkt noch mit Geoff Tate! Der ganze positive Wahnsinn entfaltet sich dabei nicht beim ersten Hördurchgang, aber hey, das wäre doch auch zu schade, oder? Die Musiker klingen perfekt aufeinander abgestimmt und die ganze Platte strahlt sowohl Spannung wie auch Komplexität aus. Eine Mischung aus Pink Floyd (ja ich weiß, aber die haben schließlich alle Progger beeinflusst!!), Pineapple Thief und natürlich den Hauptbands der Beteiligten. Dass sich dabei niemand sinnlos in den Vordergrund spielt bzw. frickelt, ist ein weiterer Pluspunkt dieser Konstellation. Okay, die Lieder sind allesamt für Prog ziemlich kurz, was eine überraschend kurze Spielzeit zur Folge hat und mein einziger Kritikpunkt bleibt. Und obwohl diese Truppe so homogen klingt, möchte ich den Sänger (und Komponist von Filmmusik!) zu guter Letzt mal hervorheben, eine irre starke Vorstellung von LEF. Als Gast fungiert beim überragenden „Black Blooms“ System Of A Down-Frontmann Serj Tankian, was ich auch nicht unerwähnt lassen möchte (siehe u.a. Video).

Fazit
Einzig die viel zu knappe Laufzeit verhindert die Höchstwertung! So muss Prog klingen: komplex, dabei nicht überstrapaziert kompliziert bzw. verkopft und spannend ohne Ende!
14
von 15 / Perfekt!
Die Melodie muss stimmen!