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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Aus eins wird... drei!
von Thorsten Dietrich


Seit Jahren klagt die Musikbranche ber rcklufige CD-Verkufe wegen CD-Brennerei und den berchtigten illegalen Downloads. Aber ist das der alleinige Grund fr die Misere? Ich glaube nicht! Jedes Jahr wurden die Verffentlichungen zahlreicher. Es gab immer mehr Bands, immer mehr Live-Alben, Best-Of-Compilations, Labelsampler, Wiederverffentlichungen, Soloscheiben, Coveralben, Neueinspielungen, EPs, Special Editions und was wei ich noch. Dabei haben die Konsumenten im Gegensatz zu den goldenen 70ern viel mehr Mglichkeiten ihre sauer verdiente Kohle oder ihr Taschengeld auf den Kopp zu hauen. PCs, Spielekonsolen, Handys und viele andere Freizeitmglichkeiten kosten auch viel Geld und verursachen fortlaufende Kosten. Auch sind die Lebensmittelkosten gestiegen, ebenso Sprit, Strom und unsere deutsche Bahn. Da bleibt nicht viel Geld brig und bedenkt: Ein Spiel fr die XBox 360 kann schon mal 60 € kosten und ein Handyvertrag ist auch nicht billig. Dabei gibt es noch den DVD-Markt mit Musik und Filmen, Konzerte wollen auch besucht werden. Wenn man diese Sachen alle auf eine Liste untereinander schreibt wird auch dem Dmmsten oder Naivsten ein Licht aufgehen!

Fr die Musik, ein Kulturgut, bleibt da wenig Geld brig. Da die Werbung "Geiz ist Geil" proklamiert und wir in einer Gesellschaft leben, die alles umsonst haben will, ist es doch kein Wunder, dass viele Leute dafr nichts mehr ausgeben wollen und knnen. Moderatere Preise bei CDs und anderen Artikeln, mehr Qualitt statt Quantitt wre auch nicht schlecht. Doch eine Sache macht es den Kufern, Bands und Labels auch noch schwerer: Teilungen!
Bei Metalbands gehren Besetzungswechsel leider einfach dazu. Schlimm wird es, wenn Bands sich in verschiedene Lager aufspalten und im Grunde fast dieselbe oder hnliche Musik machen.

Bestes Beispiel ist eine meiner Lieblingsbands MASTERPLAN. Die macht immer noch gute Musik, aber nach dem zweiten Album hat Snger Jorn Lande die Band verlassen und singt bei verschiedenen Scheiben als Gastsnger, als auch bei seiner Solosache JORN. Nach ihm ging Schlagzeuger Uli Kusch und hat mit RIDE THE SKY eine neue Truppe am Start, deren Snger und die Musik arg nach MASTERPLAN klingen. Als Fan der Musiker msste ich theoretisch alle drei Alben kaufen und da Jorn neben Gastauftritten in kurzer Zeit eine Best Of, eine Cover-CD und eine Doppelliveplatte gemacht hat, geht das ganz schn ins Geld! So muss sich der Fan entscheiden und der ohnehin schon kleine Kuchen wird wieder geteilt. Das selbe ist mit ANGRA und SHAMAN passiert, wobei sich jetzt noch der Ex-ANGRA- und nun Ex-SHAMAN-Snger mit einigen SHAMAN-Musikern unter seinem Namen Andr Matos selbstndig gemacht hat. Wieder drei Bands und quasi ein Sound. Jetzt werden sich die Musiker sagen, dass jede Band anders klingt, aber mal ehrlich - man trinkt auch nicht alle Varianten von Cola, oder?

Bands und Labels sollte vielleicht mehr Zeit in Kommunikation untereinander verwenden anstatt einfach getrennter Wege zu gehen. Das ist oft die einfachste Lsung aber im Endeffekt sicherlich nicht immer die klgste. Schlussendlich entscheiden dann die Fans wer bleibenden Erfolg hat und wer nicht! In Zeiten von so genannten "Superstars" war der Ruhm noch nie so vergnglich und Bands mssen am Ball bleiben und Qualitt abliefern, um zu berleben. Die Wanne ist schon lange voll und das Jahr 2007 endete in meinen Augen nicht ganz so mit einem Verffentlichungsoverkill in Sachen Rock und Metal wie die ganzen Jahre davar. Die Szene muss sich gesund schrumpfen und so lange die neun Musiker von SLIPKNOT sich nicht in ebenso viele Solobands aufspalten, habe ich noch etwas Hoffnung.
Das Musikbusiness ist ein Haifischbecken und im Tierreich berleben halt nur die strksten.