Navigation
                
23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Es war einmal...
von Andre Kreuz


... ein Knabe, der wohlbehtet an der idyllischen Mosel aufwuchs. Eines Tages wurde ihm ein Tontrger names "Somewhere Far Beyond" zugetragen und es war um ihn geschehen. Fortan bezeichnete er sich als "Metaller" und begann frohen Mutes zahlreiche weitere Tontrger mit hnlichem und schnell auch deftigerem Inhalt zu erwerben.
Da seine Vorliebe durchaus den einen oder anderen Taler verschlang, begab er sich alsbald in die Obhut verschiedener Lehrmeister, um einst mit einer ehrlichen Arbeit sein Brot und seine geliebten Tontrger und Konzert-Besuche finanzieren zu knnen. Nach Vollendung seiner Ausbildung ward es an der Zeit, sich nach einem Tagewerk umzusehen.
Schnell fand er dieses im entfernten Lande Bayern ("Somewhere Far Beyond" halt), wohin er guter Dinge aufbrach. Dort lebte er glcklich fernab der Stdte in einer beschaulichen Siedlung bis ans Ende seiner Tage. Und wenn er nicht gestorben ist, dann headbangt er noch heute.

Denkste! Da fahre ich heute nichts ahnend mit meinem Mountainbike durch die Felder und Wlder hier unten im tiefsten Bayern, bis auf einmal mitten im Nirgendwo ein schwarz angepinselter Bus mit einem gehrnten Schdel auf dem Dach den Weg blockiert. "Da geht's nicht weiter, das ist 'ne Sackgasse!", tnt es mir freundlich von einem schwarz gekleideten Typ entgegen, der einen Haarschnitt trgt, mit der er in der Hitlerjugend sicher nicht negativ aufgefallen wre. Und was muss ich dann sehen? Sein genauso dster angezogener Kumpel mit den langen Haaren hat stolz "Arische Blackmetaller" auf der Brust prangen. Geht's noch?? Leute, langsam hab' ich echt die Schnauze voll! ber das Thema wurde schon viel geschrieben und diskutiert, aber diese Begegnung hat mich echt wtend gemacht. Mitten in der Pampa luft dieses hirntote braune Gesocks rum, von wegen hier auf dem Land ist die Welt noch in Ordnung! Was wre denn gewesen, wenn ich kein langhaariger Deutscher mit offensichtlich metallischen Interessen gewesen wre, sondern ein "Brger mit Migrationshintergrund"? Htte ich dann auch so furz-freundlich den Hinweis bekommen, dass es da hinten nicht weiter geht? Wohl kaum.
Wie dem auch sei, die Unterwanderung der Metal-Szene durch diesen ganzen Nazi-Abschaum wird mehr und mehr bedenklich, weswegen wir uns alle dagegen stemmen mssen. Mag sein, dass mein kleiner Wutausbruch hier eher Werbung fr diese Versager ist, aber nur still rumsitzen und schn das Maul halten kann es auch nicht sein. Also zeigt Flagge, boykottiert Bands mit rechtem Gedankengut und Labels, die solchen Dreck vertreiben! Wir machen das auch, hier geht es nicht nach dem hirntoten Prinzip "Ja aber die Mucke ist doch gut...".
Bleibt zu hoffen, dass ich auf meinen nchsten Touren von ortskundigen arischen Schwarzmetallern im Wald verschont werde. Meine naive Illusion (soweit je vorhanden) vom unschuldigen Landleben hier unten ist jedenfalls im Eimer, leider hat die braune Seuche auch hier Fu gefasst.