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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Hologramme auf den Bühnen dieser Welt? Bitte NICHT!
von Thorsten Dietrich


Wenn bedeutende Musiker verstorben sind, was in Rock-und Metalkreisen aufgrund von Alter und Lebenswandel in den letzten Jahren ja einige getroffen hat, hinterlassen diese oft eine Lücke die in einigen Fällen schwer zu schließen ist, bei anderen Acts aber von jüngeren oder neuen Bands erledigt wird. Im Falle des vor fast genau sieben Jahren verstorbenen Ronnie James traf das sein Tod die Metalgemeinde ähnlich hart wie der einige Jahre später folgende von Lemmy Kilmister. Dio erlag einem Krebsleiden und es waren schon Konzerttermine gebucht für den Herbst als sein Tod bekannt wurde. Ich weiß noch heute wo ich war als ich es schockiert im Internet lesen musste. Nach seinem Tod gab es dann unzählige Trauerbekundungen von Musikern, ebenso diverse Coversongs von Formationen meist am Ende der CD. Jorn Lande übertrieb es dann und machte ein komplettes, ordentliches aber irgendwie überflüssiges Dio Coveralbum. Danach erschienen seine Alben in Neuauflagen, teils sehr wertig und gut gemacht, sowie Sampler mit rarem und unveröffentlichtem Material und unveröffentlichte Livealben aus den 80ern, sowie diversen Live-DVDs auf denen der kleine große Sänger ewig leben und singen kann. Arbeitsplatz Ein Tribut mit namhaften Bands wie Metallica, Killswitch Engage und Anthrax war auch gut und mit tollem Artwork am Start. Das Label und die Hinterbliebenen wollen ja auch leben und Teile des Umsatzes wurden wenn ich mich richtig erinnere auch für eine Krebsstiftung gespendet. Tolle Sache, auch um Dios Andenken aufrecht zu halten und seine Musik der nächsten Generation nahe zu bringen. Da geben sich kommerzielle Sichtweisen und Legendenhuldigung sicherlich die Klinke in die Hand. Selbst die Dio Disciples, die Backingband von Dio mit zwei Sängern, u.a. Tim Owens fand ich noch eine gute Idee, obwohl die Sänger meiner Meinung nach nicht sehr nach Ronnie klangen, vielleicht auch bewusst? Aber als die Verantwortlichen hinter Dios Erbe dann in den Medien was von einem Hologramm erzählten, was tatsächlich in Wacken "spielte" mit Dios Backingband wurde ich richtig sauer! Nun gut, man hätte dies als einmaligen Ausrutscher werten können, doch es gibt Pläne diese Halbplaybackshow um die ganze Welt zu senden! Das Internet war dann voll von Horrorszenarien um diverse tote Kultmusiker und schließlich gab es so etwas Ähnliches mit King Elvis auch schon. Ich frage mich da immer – geht das gut? Muss dies sein? Nein! Man muss sich das mal so vorstellen: Junge Bands die es eh schon schwer genug haben einen der etablierten zu verdrängen, haben dann gegen „Untote“ anzukämpfen. Wenn sich das durchsetzt, hilft noch nicht mal mehr der Tot eines Musikers dass einer der Plätze frei wird. Das ist einfach ungerecht den jungen Generationen von Musikern!

Ich fände es toll, wenn das Publikum das regelt und einfach nicht hingeht, aber ich bekomme dann doch Zweifel weil es gibt ja genug Leute die jeden Mist mitmachen und auch im Hasenkostüm oder ähnlichem als Partybesucher diverse Metalfestivals. Der ohnehin übervolle Markt wird dann noch voller mit solch einer seltsamen Sache. Da hätte ich es eher ehrlicher empfunden, wenn die Dio Disciples mit tollen Sängern die wie die Söhne von Dio tönen zusammen arbeiten würden! Nils Patrik Johansson von Astral Doors, Ex-Civil War und Diego Valdez von Helker (siehe Fotos!) fallen mir hier direkt ein und haben das z.B. in letztem Fall dies auch schon in Form einer Dio Covernummer bewiesen. Das wäre sicherlich spannender als ein Hologramm, irgendwie klingt diese Idee wie ein Sci-Fi Film aus den 80ern. Wenn ich Dio live erleben will, werfe ich die eine oder andere Blu-ray oder DVD ein und das ist für mich 100 Mal mehr wert als diese Hologramm Idee.

Arbeitsplatz

Ich hoffe wirklich, dass die ältere und Generation von Musikern aller Art in ihr Testament reinschreiben dass solch eine Leichenfledderei nicht gemacht werden darf!