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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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SEVENTH KEY
Späte Selbstverwirklichung
Martin Stark
www.billygreer.com


SEVENTH KEY, 2001 als ursprünglich als Melodie Rock-Projekt des Gitarristen Mike Slamer (STREETS, STEELHOUSE LANE) und des singenden Bassisten Billy Greer (KANSAS, STREETS) gegründet, besitzt einen ureigenen Sound. Wir klingelten bei Greer durch, der trotz reichlich Erfahrung und fortgeschrittenen Alters seinen Enthusiasmus nicht verhehlen kann, mit seiner "Zweitband" endlich einen kreativen Hafen gefunden zu haben, der ihn merklich erfüllt.


Der Melodic Rock Deluxe der beiden Szene-Veteranen Greer und Slamer geht nach längerer Schaffenspause in die dritte Runde. "I Will Survive" knüpft trotz der langen Pause an die beiden anderen Scheiben an, kann aber mit deutlich progressiveren Strukturen überraschen.

SEVENTH KEY

Die Pause hatten wir in dieser Form nicht geplant, nach der Live-DVD 2005 waren es verschiedene Engagements die mal den einen, mal den anderen aufgehalten haben. Mike besitzt ein riesiges Archiv mit überwiegend instrumentalen Songs und kürzeren Passagen, die gerne für unterschiedlichste Film-und Fernsehprojekte oder auch Werbejingles genommen werden. Sie sind stilistisch sehr unterschiedlich, besitzen aber in der Regel ein Gitarrensolo. Da ist Mike eigen. Zuallererst sind wir Freunde, danach musikalische Partner, die sich aber auch mal unverblümt die Meinung sagen können. .

Wie schon auf den Vorgängern finden sich auch auf "I Will Survive" wieder illustre Gäste ein. Neben dem schon als Stammgast fungierenden Terry Brock (Strangeways, Giant) als Background-Sänger ist es aktuell vor allem der Kansas-Violinist David Ragsdale, der vier Stücken einen ganz individuellen Stempel aufdrücken kann.

Wir mussten ihn nicht lange bitten. Und da bei Kansas auch die letzten Jahre wenige Aktivitäten anstanden, so waren sie dennoch indirekt mitverantwortlich für die ungewollte Pause bei Seventh Key. Als Mitglied einer solchen Band musst du theoretisch immer kurzfristig zur Verfügung stehen. Genau das bremst Seventh Key leider manchmal aus.

Man merkt im Gespräch mit Greer jedoch schnell, dass er mit dem Umstand trotz über zweieinhalb Dekaden Zugehörigkeit in einer Band zu spielen, die unbestreitbar ihre größten Erfolge lange vor seinem Einstieg hatte, nicht glücklich ist.

Man darf das nicht falsch verstehen. Ich schätze Steve Walsh sehr und konnte viel von ihm lernen, aber die Tatsache ständig in seinem Schatten zu stehen und sein Backing-Sänger zu sein, war auch einer der Gründe, warum ich einst Seventh Key gründete. Hier kann ich vollständig meine musikalische Verwirklichung finden.

SEVENTH KEY

Aber auch der Umstand nach dem Streets-Projekt Anfang der Achtziger endlich wieder mit seinem Seelenverwandten Mike Slamer zusammenarbeiten zu können dürfte Antrieb gewesen sein, das ursprünglich als Greer-Solo-Album geplante erste Seventh Key-Werk herauszubringen.

Diese leicht veränderte Ausrichtung hin zu verspielten, abwechslungsreicheren Songstrukturen war jedoch keine bewusste!

Interessant gestaltet sich auch die Situation bei Greers Hauptband Kansas. Die Rock-Veteranen, die gerade an einer Dokumentation über ihre Frühphase arbeiten, liegen mehr oder weniger in Lauerstellung.

Ich kann nicht sagen, wie lange Kansas noch aktiv sein werden. Sie sind alle in den Sechzigern und es wird der Zeitpunkt kommen, an dem die Band nicht mehr auftreten wird. Das große Geld wurde lange vor meinem Einstieg Mitte der Achtziger verdient. Wir können nicht klagen und haben unser Auskommen, aber die goldenen Zeiten sind unbestreitbar lange vorbei. Als ich sechzehn wurde gründeten mein Bruder und ich eine Band, die zwar schrecklich war, aber wir liebten es und wurden irgendwann besser. Schnell gab es erste Gagen und plötzlich bist du ein Highschool-Schüler mit einem Scheckbuch. Das waren sehr interessante Zeiten.Wir würden mit Seventh Key gerne viel mehr live spielen. Das Problem im Wesentlichen ist, Mike aus dem Studio herauszubekommen. Manchmal lebt er dort wie ein Einsiedler. Wenn es nach mir geht, steigen wir morgen in den Flieger.

Zumindest einmal ist es Greer dennoch gelungen. Das 2005er "United Forces Forces Of Rock"-Festival in Ludwigsburg sah einen, nein, den einzigen (!) richtigen Gig von Greer, Slamer und Co. Die DVD "Live In Atlanta" wurde mehr oder weniger im Studio vor einer Handvoll Zuschauern aufgezeichnet bedeutet aber dennoch den Schritt vom Projekt zur Band für Greer. Viel mehr Gigs werden sicher auch zukünftig nicht dazu kommen, auch wenn Greer darauf brennt "seine" Songs auf die Bühne zu bringen.

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