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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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SUBSIGNAL
Der Abschluss der ersten Bandphase!
Martin Stark
www.subsignal.de


Fr Gitarrist Markus Steffen, einst Grndungsmitglied der Prog-Metaller Sieges Even und nun Hauptkomponist bei Subsignal, der mittlerweile etablierten Nachfolgerband, knnte es derzeit kaum besser laufen. "Paraso", das dritte Album setzt nochmals hhere Mastbe und der Blick geht mchtig nach vorn.


Eure komplexe, aber immer sehr melodische und mitreiende Musik scheint bestens geeignet zu sein, Geschichten zu erzhlen. Der auch auf dem aktuellen Opus erkennbare inhaltliche Faden sowie deine berufliche "Vorgeschichte" als promovierter Literaturwissenschaftler lassen doch ein richtiges Konzeptalbum geradezu in greifbare Nhe rcken, oder?

In der Tat sieht es aktuell so aus, als knnte die nchste Scheibe in diese Richtung tendieren. Erste Ideen schweben schon im Raum oder sind im Entstehen begriffen. Vor allem ist uns klar, dass das nchste Werk anders werden muss. Wir sehen "Paraso" als Abschluss der ersten Bandphase an. Aber wie schon auf dem Sieges Even-Werk "The Art Of Navigating By The Stars", wo es auch schon einen dnnen roten Faden gab, durchziehen diese Platte einige Ideen, die grob von einem Paradies im Sinne irdischer Trume handeln, also weniger im Sinne einer christlichen Heilslehre. Und im Gegensatz zu "Touchstones" ist die neue Platte kompakter und krzer geworden, denn ehrlich gesagt sind knapp achtzig Minuten kaum in einen Rutsch durchzuhren. Da haben wir uns gebessert.

SUBSIGNAL

Marcela Bovio von Stream Of Passion gibt bei einem Stck ein beeindruckendes Stelldichein.

Wir wollten den Song "The Blueprint Of A Winter" von vorneherein als Duett inszenieren und haben ihn Marcela geschickt. Nachdem sie ihn mochte und auch ansonsten sehr umgnglich war, ging alles sehr schnell. Das Gleiche gilt auch fr die Orchestrierungen, die auf einigen Stcken zu finden sind. Unser Keyboarder David Bertok studiert fr ein Jahr in Los Angeles und konnte dort relativ kostengnstig mit einem sehr guten Orchester aufnehmen, nachdem er dort die Arrangements ausnotierte.

Schlagzeuger Roel Van Helden kehrte euch im Vorfeld von "Paraso" den Rcken, um ein Wolf zu werden, sprich von nun an die Felle bei Powerwolf zu bedienen.

Ja, aber das verlief alles sehr korrekt. Wir sind sicherlich keine Band, die dauernd tourt oder aufnimmt, aber von Anfang an war klar, dass jedes Mitglied von Subsignal unsere Band als erste Prioritt ansehen muss, da wir keine Kompromisse eingehen mchten. Roel bekam das Angebot von Powerwolf und wird dort sicher auch mehr verdienen als bei uns. Insofern bedauern wir zwar seine Entscheidung, verstehen sie aber natrlich und knnen mit seinen Nachfolger Danilo Batdorf voll durchstarten.

Anders als viele andere Truppen mit dem Stempel "Progressive Rock/Metal" scheint bei euch eine ausgeprgte Leidenschaft fr Liveauftritte vorhanden zu sein, wie nicht zuletzt die krzlich erschienene Live-DVD belegt.

Das ist letztlich der Grund warum ich Musik mache. Es gibt diese seltenen Momente, in denen einfach alles passt. Die Band, das Publikum und die Atmosphre. Aber ich kann sehr gut verstehen, wenn Bands nicht touren wollen oder knnen, denn gerade zu Beginn stellt jede Tour ein betrchtliches finanzielles Risiko dar. Die Zeiten in denen Bands unserer Grenordnung Festgagen bekamen, sind lange vorbei. Selbst von den Konditionen zum Ende von Sieges Even knnen wir heute nur trumen und das sogar obwohl wir mittlerweile mehr Fans ziehen. Heute gibt es nur noch Prozente-Deals und auch bei vielen Festivals bekommen alle bis auf die ein, zwei Headliner meist nicht mal mehr Benzingeld. Das tun wir uns dann auch nicht mehr an. Dazu sind wir zulange dabei.

SUBSIGNAL

Ordnest du eure stilistische Breite - ihr spielt problemlos smtliche Prog-Festivals, andererseits ging es erfolgreich mit Journey auf Tour - eher als Fluch oder Segen ein?

Ich persnlich mag dieses Schubladendenken nicht sonderlich, andererseits brauchen Presse, Label oder Promoter gewisse Einordnungen, da man ansonsten ein Produkt schwer verkaufen kann. Ich komponiere in eine gewisse Richtung und auch der Gitarrensound besitzt bestimmte Trademarks. Ich liebe diese sauberen, nicht verzerrten Sounds, ebenso wie den mehrstimmigen Harmoniegesang, den du auf vielen unser Stcke findest. Ob das nun dieser oder jener Schublade entspricht, muss jeder fr sich selbst wissen. Wir spielen melodise Musik, die aber alles andere als banal ist und so sicher viele unterschiedliche Geschmcker anspricht.

Nach dem nunmehr dritten Studioalbum mit Subsignal ist es an der Zeit Bilanz zu ziehen. Rckblickend seid ihr ein betrchtliches Risiko gegangen, als Snger Arno Menses und du die gerade mit den zwei letzten Alben recht erfolgreichen Sieges Even verlassen habt. Die Band existiert bekannterweise seitdem nicht mehr und die im Nachhinein stets zitierten Spannungen konnte man, wenn man euch auf der letzten Sieges Even-Tour spielen sah, aber nicht im Entferntesten erahnen.

Das ist ja das Komische. Mir geht es auch so wenn ich Videoaufnahmen dieser Gigs sehe. Auf der Bhne gab es ein blindes Verstndnis, das auch mit der langen Zeit zu erklren ist, die wir zusammen musizierten. Aber sobald es um geschftliche Aspekte oder auch um kreative Fragen ging, traten extreme Spannungen auf und die Band wurde in zwei Lager gespalten. Ich schaue nicht mit Groll zurck, sondern bin stolz auf das Erreichte, aber aktuell mit Subsignal luft es besser denn je. Wir hatten, und da bin ich ganz bei dir, einen risikoreichen und oft auch wackeligen Start. Zwar blieb das Management das Gleiche und zumindest Insider kannten Arno und mich von Sieges Even, aber es gab auf der ersten Tour Gigs bei denen beispielsweise die rtlichen Promoter nix bewarben und du pltzlich vor nur zwanzig Leuten spielen musstest. Aber dann kamen schnell Touren mit Saga oder Jane und schlielich konnten wir mit Journey spielen.


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