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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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RUNNING WILD
Der erste Pirat ist wieder auf Kurs!
Martin Stark
www.running-wild.de/


Das Teutonen Metal Schlachtschiff RUNNING WILD, das besonders in den Achtzigern stilprgend auf eine ganze Generation wirkte, segelt wieder und findet nach dem dsteren "Shadowmaker" wieder in gewohnte Fahrwasser zurck. Kapitn Rock'n'Rolf Kasparek steckt mir mehr als nur altes Seemanngarn und beweist ein beachtliches Gespr fr den richtigen Schritt zum richtigen Zeitpunkt. Dieses tritt auch im nicht zufllig gewhlten Albumtitel "Resilient" deutlich hervor.


RUNNING WILD

"Soldier Of Fortune" ist ein traditioneller Running Wild-Song wie er im Buche steht und das Bild ndert sich ber weite Strecken des Albums nicht. Dies geschah jedoch weniger aus Kalkl wie Bandkopf, Gitarrist und Snger Rock'n'Rolf unmissverstndlich gerade rckt:

Man kann schlecht planen wie eine Platte ausfallen wird. Das wrde auf lange Sicht nicht funktionieren. Aktuell sind alle Songs nach dem Opener "Soldier Of Fortune" entstanden und damit war, ob nun geplant oder nicht, die Marschrichtung offensichtlich. Ein hnliches musikalisches und auch optisches Korsett wie bei "Shadowmaker" kam dabei nicht in Frage.

Die fehlende Bandsituation ist also nichts anderes als jahrelange Realitt. Schon seit Mitte der Neunziger existiert das Unternehmen Running Wild schon nicht mehr als klassische Band.

Schon seit dem Ausstieg von Jrg Michael Anfang der Neunziger Jahre, der als Drummer fest zu Stratovarius ging oder Gitarrist Thilo Hermann sich mehr und mehr ins Private zurckzog ist Running Wild mehr oder weniger nur meine Person. Die Initiative ging aber aus verschiedenen Grnden meist von den Musikern selber aus, die dann eher als Angestellte pro Auftritt, Aufnahme oder anderer Aktivitt wie Foto-Shootings bezahlt werden wollten. Irgendwann verlief sich das dann ziemlich im Sande und ich kam an einen Punkt, wo ohnehin nur ich auf Bandbildern abgebildet war und dann gab es die Band im eigentlichen Sinne gar nicht mehr. Klar braucht man fr die Bhne Mitstreiter, aber was das Kreative und alles drum herum angeht, habe ich nie einen Hehl daraus gemacht, dass im Grunde damals schon das Thema Band erledigt war.

RUNNING WILD

Die Zeiten ndern sich und so kann es passieren, dass zeitgleich in zwei Studios Kasparek am Gesang arbeitet und Jordan an den Gitarren an einem anderen Ort werkelt. Dieser Entwicklung, die der modernen Aufnahmetechnik geschuldet ist, kann man gegenberstehen wie man will, aber es ist die Wirklichkeit.

In der Rockmusik allgemein ist halt vieles sehr traditionell und gemeinsame Aufnahmen wie vor vielen Jahrzehnten sind ein Luxus, der kaum praktiziert werden kann.

Aber auch musikalisch geht das Szene-Urgestein trotz genereller Rckbesinnung auf freibeuterische Themen und Klnge aber doch auch hier da ungewohnte Wege, sei es mit einem poppigen, kommerziellen Stck wie "Desert Rose" oder einem sperrigeren, aber anspruchsvollen Stck wie "Down To The Wire", das beinahe zum Bonus geworden wre.

Dieser Song stellt fr mich eine Atempause inmitten der klassischen Kompositionen dar, wie man sie zurecht von Running Wild erwartet.

Schon im Zuge der Verffentlichung des letzten Albums "Shadowmaker", das zuweilen neue Wege beschritt, mehrten sich die Rufe nach Live-Auftritten aber das groe Farewell-Konzert auf dem 2009er Wacken Open Air sollte bis jetzt der letzte Live-Auftritt bleiben. Zumindest fr eine regulre Tour wird sich daran zuknftig wohl nichts ndern, wie Kasparek kategorisch betont.

Es gibt fr die nchste Festival-Saison einige Anfragen und in dieser Richtung knnte sicher auch etwas passieren, aber eine klassische Tour von mehreren Wochen wird es nicht mehr geben. Das hngt zum Einen mit sehr persnlichen Dingen, die weniger mit mir als mit meinem Umfeld zu tun haben, zusammen, aber sicher auch mit der allgemeinen Situation auf dem Live-Sektor, die sich doch in den letzten Jahren sehr zum Negativen hin vernderte.

RUNNING WILD

Bleibt wirklich zu hoffen, dass neue Kracher wie der furztrockene Rocker "Fireheart" oder der in allerbester Bandtradition stehende Longtrack "Bloody Island" bald den Weg zumindest auf die Festival-Bhnen finden!

Gerade das Zusammenstellen einer Setlist ist mittlerweile unheimlich schwer und mit jeder Platte wird die Aufgabe unlsbarer.

Kasparek, der die Vorlufer von Running Wild bereits Ende der Siebziger aus der Taufe hob, verfgt ber ein fundiertes Szenewissen und beobachtet auch heute die Entwicklungen der Medien-, Musik- und Konzertlandschaft sehr aufmerksam.

Wenn man sich die Berichterstattung ber die Kommerzialisierung des Metals anschaut, dann ist das beispielsweise im Falle vom "Wacken Open Air" eine Art Pseudo-Revolutzertum. Warum darf man im Metal-Bereich kein Geld verdienen? Jeder, der im Normalfall einem Job nachgeht, tut das auch. Umso schner ist es doch, wenn man das mit seiner Leidenschaft zu tun im Stande ist.


Running Wild sind wieder da und das mehr noch als mit dem sicher nicht unumstrittenen letzten Album, sondern mit einer Scheibe, die bestens in die Tradition der Bandklassiker passt, aber eben auch nicht altbacken klingt.

Ich habe den Spa an der Musik wieder und solange sich das nicht ndert mache ich weiter.

Die sieben Weltmeere sind so (wieder) um eine Attraktion reicher.

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