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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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HEMESATH
Ü-40er NDH mit drei Gitarren!
Thorsten Dietrich
www.hemesath-band.com


Ein paar gestandene Männer aus Beckum und Umgebung haben sich aufgemacht eine neue Band zu gründen und zu etablieren, Hemesath heißt die Formation und man hat sich der Schublade Neue Deutsche Härte verschrieben. Sänger Christopher Zumbült und Gitarrist André Rasfeld beantworteten unsere Fragen.


HEMESATH

Wie seid ihr eigentlich auf den Bandnamen Hemesath gekommen, der ja auch oft als Nachname vorkommt und was bedeutet er?

Hey, da kennt sich einer aus. Du hast völlig recht, Hemesath ist ein Nachname. Die meisten Leute wissen das natürlich nicht und das ist ja auch gut so, weil die sich nämlich den Kopf zerbrechen: "Was könnte der Name wohl bedeuten?". Das ist das tolle an dem Namen, dass jeder darüber nachdenkt. Dabei kommen dann viele lustige Ideen raus und - Hemesath bleibt im Kopf. Die Idee zu dem Namen ist aus einer Bierlaune heraus entstanden. Schoppa hatte wieder mal einen seiner zahlreichen Geistesblitze. "Ey, warum nennen wir uns nicht Hemesath?" So heißt nämlich der einzige Metzger hier am Ort. In Neubeckum.

Als Ü-40 Rocker eine Neue Deutsche Härte Band zu starten ist recht verwegen, wie kam es dazu und was habt ihr vorher so gemacht?

Wir machen, was uns Spaß macht. Und "Rot so Rot" ist dabei rausgekommen. Und viele weitere Songs sind fertig. Es ist uns wichtig, modern zu klingen. In der leisen Hoffnung, uns aus der NDH-Szene etwas abzuheben, nennen wir unsere Musik ja "Neue Münsterländer Härte". Natürlich mit einem Augenzwinkern. Klar kommen wir in den großen Topf der NDH und vielleicht wollten wir das ja sogar. Wir haben aber nie viel darüber nachgedacht. Wie gesagt: Bei uns steht immer der Spaß im Vordergrund. Gemeinsam ist uns, dass unsere musikalischen Wurzeln größtenteils in den 80ern liegen. André kommt von der Prog-Schiene. Mick kommt mehr vom Hardrock. Die beiden bringen es zusammen auf hunderte von Gigs. Ihre Erfahrung einerseits und Ihre Vorlieben andererseits fließen natürlich stark in die Musik der Band ein. Wolle, Schoppa und Pete haben zwischen Rock und Jazz/Soul alles Mögliche gemacht. Ich habe während meiner Schauspielausbildung Gesangsunterricht bekommen und gelernt, auf der Bühne zu stehen.

HEMESATH

Ihr habt drei Gitarristen an Bord, das haben Maiden auch. In vielen Rezensionen heißt es immer, es wäre egal ob zwei oder drei Gitarristen (bei Maiden spielen) das würde man fast nie hören. Wie siehst du das, oder habt ihr auch einen Janick Gers der eher optisch auffällt?

Unsere drei Gitarren sind gleichgestellt. Alle sind gleich wichtig. Nur so entsteht diese präsente, Hemesath-typische fette Gitarrenwand. Das ist eine Sache des Arrangements.

Musikalisch seid ihr ja eher Gitarren als Keyboard orientiert, was euch etwas aus der NDH Masse abhebt, aber in Sachen Songtiteln (und dem rollenden RRRR) ähnelt ihr doch mehr als einmal der Nr. 1 Rammstein! Ist das keinem aufgefallen oder war das bewusst?

Der Titel "Feuer frei" ist der einzige, den es auch bei Rammstein gibt. Inhaltlich und musikalisch aber sind die beiden Songs nicht zu vergleichen. Das "R" hingegen ist ein Stilmittel, für das wir uns ganz bewusst entschieden haben (gerollt wird das "R" übrigens auch in der Oper und ab und an auch am Theater, wo ich ja herkomme). Das war es dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Wir wollen nicht klingen, wie die Berliner, tun wir auch nicht.

Dann würde ich aber andere Songtitel suchen! In Sachen Sound habt ihr euch nicht lumpen lassen und von Victor Smolski & Co. eine guten Produktion zaubern lassen. Studioaufenthalte sind ja auch 2013 nicht billig! Ist euer Debüt deshalb "nur" eine EP geworden?

Qualität stand bei uns an erster Stelle. Wir wollten bei vorgegebenem Budget ein qualitativ hochwertiges Produkt abliefern. Deshalb haben wir nur fünf Songs aufgenommen, die aber richtig gut. Und dank der Mitarbeit von Victor und Toningenieur Martin Buchwalter konnten wir unsere Soundvorstellungen verwirklichen.

HEMESATH

Mit CDs kann man ja aufgrund des Preisdumpings und der Masse an Bands nicht mehr viel verdienen. Viele Bands haben auch keine Lust mehr einen schlechten Kredit a la Labelvertrag zu bekommen, wo man heutzutage oft vie viel Geld reinbuttern muss und der dann wenig für den betreffenden Act getan wird. So gibt es ganz viele Eigenlabels und Gruppen die alles in der Hand haben und nur Vertriebdeals haben. Wie wollt ihr das machen?

Die Problematik ist uns bekannt. Aber es gibt sicher noch eine ganze Menge Labels, die viel für Ihre Bands tun. Mit der Unterstützung von Birgitt Schwanke von Germusica, die das Management übernommen hat, werden wir bestimmt das Richtige finden.

Was wollt ihr mit eurer Band erreichen? Manchen langt es drei bis fünfmal im Jahr live zu spielen, andere Bands wollen überhaupt eine oder mehrere richtige CDs aufgenommen haben bevor sie abdanken, wieder andere wollen das als zweites Standbein neben dem Job nutzen und ihr?

Wir wollen uns als Band etablieren. Und dazu gehört, dass wir live spielen, und zwar möglichst dauerhaft und langfristig. Wir wollen allen vorhandenen Fans eine Freude machen mit unseren Songs und gleichzeitig unsere Fangemeinde ausbauen. Und natürlich möchten wir auch in der Szene stärker Fuß fassen. Und dazu gehört, dass wir möglichst bald eine komplette CD aufnehmen.

Da bin ich gespannt, wie sich das Ganze so entwickelt!

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