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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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BLACKMORE'S NIGHT
Wie die Zeit vergeht...
Martin Stark



CANDICE NIGHT und ihr Gatte RITCHIE BLACKMORE (Ex-DEEP PURPLE), das kreative Duo der Folk(rock)er BLACKMORE'S NIGHT, sind gewohnt umtriebig. Wir erkundigten uns bei der Sngerin, Komponistin und Mutter zweier Kleinkinder nach dem Stand der Dinge. Auch mit Schalmein bewaffnete Helden in Strumpfhosen knnen rocken, nur eben etwas anders.

Die mittlerweile neunte Platte ist fertig und dazu gesellen sich eine Vielzahl von Live-Dokumenten und Best Ofs. Woher kommt diese unglaubliche Kreativitt, Energie und woher nehmt ihr die vielseitigen Ideen?

Blackmore's Night

Das ist einem oft gar nicht bewusst, aber wir haben wirklich eine Menge Alben und noch mehr Songs geschrieben und aufgenommen. Aber dann ereignen sich manchmal Situationen, die einem klar machen, dass Blackmore's Night nun schon eine lange Zeit musizieren. Wir trafen vor kurzem eine junge Frau von einundzwanzig Jahren, die unsere fast ihr ganzes Leben begleitet. Das erste Mal, als wir sie trafen, war sie ein kleines Mdchen von fnf Jahren. Das sind dann so Momente, wo dir einiges bewusst oder unbewusst in den Sinn kommt. Ich meine das sind sechzehn Jahre und wenn man in einem immer wiederkehrenden Zyklus aus Alben aufnehmen und Touren verhaftet ist, fehlt oft der Abstand einfach mal zu reflektieren. Wir sind viel unterwegs und schreiben auch auf Tour, zumal man dort immer wieder unterschiedlichen Einflssen und Stimmungen ausgesetzt ist. Der Feinschliff erfolgt aber immer nach den Touren zuhause, wo dann auch mit etwas Abstand die Spreu vom Weizen getrennt wird.

Mit "Troika" flieen russisch-beeinflusste Melodien in den Klangkosmos von Blackmore's Night.

Ja, wir spielten dort in den vergangenen Jahren oft und dann schnappt man hier und da so einiges auf und verarbeitet es in seinen Kompositionen. Russische Musik besitzt seit jeher diese dunkle Moll-Seite und ist sehr leidenschaftlich. Aber auch schon auf "Secret Voyage" steht ein Song, der leicht in diese Richtung tendiert. Es ist "Toast To Tomorrow".

Die beiden Stcke "Somewhere Over The Sea" und "The Moon Is Shining sind eng miteinander verknpft. Was kannst du uns zu diesem Doppelpack erzhlen?

Sie basieren beide auf einem tschechischen Folksong, wie auch noch zwei weitere Nummern, die es aber nicht auf das Album schafften. Auch wenn sie derselben Grundidee entspringen, besitzen beide ihre eigene Identitt. Wir konnten uns nicht entscheiden und so sind beide auf dem Album und die Fans bekommen zwei hnliche und doch unterschiedliche Nummern.

Blackmore's Night

Es finden sich drei Cover-Versionen auf der neuen Scheibe, von denen mit Randy Newmans "I Think It's Going To Rain Today" und "Lady In Black" von Uriah Heep zumindest zwei vergleichsweise ungewhnlich fr euch sind. Rainbows "Temple Of The King" hingegen stellt eine relativ logische Wahl dar, besitzt der Song doch gewisse Folk-Wurzeln!

Die Cover whlt Ritchie aus und eine groe Rolle spielen auch die Fans, die sich immer mal wieder diese oder jene Nummer aus Ritchies Vergangenheit im Soundgewand von Blackmore's Night wnschen. "Lady In Black" hrten wir bei einem Konzert auf einer Burg in Bayern und fragten die Fans, was das fr ein Stck sei. Uns gefiel die Einfachheit, aber auch die Intensitt, die das Stck ausstrahlt. Die Randy Newman-Nummer kam uns in den Sinn, als wir mal wieder bei einem Open Air bei Regen vor trotzdem unglaublich mitgehenden Fans spielten.

Gibt es fr Blackmore's Night Grenzen, also etwas, dass ihr definitiv nie machen werdet?

Sicher, wobei das eher offensichtliche Dinge sind. Wir werden niemals an einen Rap-Song herangehen oder Death Metal covern. Wir werden aber auch bei der Tour-Planung immer bercksichtigen, dass der Aufwand nicht allzu gro wird, also wirst du uns sicher nie in den abgelegensten Teilen der Welt auftreten sehen, denn Blackmore's Night bedarf eines gewissen logistischen Aufwands und der muss im Rahmen bleiben. Darber hinaus funktioniert unsere Musik auch innerhalb eines bestimmten Kontexts am besten, was aber nicht heit, dass wir nur auf Burgen oder in mittelalterlicher Umgebung auftreten.

Gibt es Trume in Bezug auf Blackmore's Night, die du dir noch erfllen mchtest oder seid ihr wunschlos glcklich?

Ich persnlich wrde gerne mal direkt bei den magischen Orten dieser Welt spielen, wie Stonehenge, Avebury, oder Glastonbury. Das wre bestimmt eine sehr intensive Erfahrung. Ich liebe Burgen, aber jene Orte sind mystische Pltze, die nochmal ein hheren Level bedeuten. Dann wrde ich gerne die eine oder andere Nummer der ersten Platten neu aufnehmen, denn meine Stimme entwickelte sich ber die Jahre deutlich weiter, was ein natrlicher Prozess ist. Aber ich traue mir heute durch die vielen Auftritte und die wachsende Erfahrung auch mehr zu.

Blackmore's Night

Ihr seid vor gar nicht allzu langer Zeit Eltern geworden und in eurem beruflichen Umfeld stelle ich mir das nicht ganz einfach vor. Abgesehen davon, beeinflusst euch die neue Rolle auch beim Songwriting?

Oh ja, aber als erstes muss ich sagen, dass es echt erstaunlich ist, mit wie wenig Schlaf ein Mensch auskommen kann, wenn er muss. Kinder erweitern jedem Knstler auf ganz unterschiedliche Art und Weise den Horizont und das hufig ohne allzu offensichtliche Umstnde, sondern eher unterschwellig. Aber Kinder sind immer gegenwrtig und bereichern das Leben unermesslich. Unsere Kinder sind sehr musikalisch, warten oft geduldig bis wir die Proben und hnliches beenden oder tanzen zu der Musik. Sie sind einzigartig und das wertvollste in unserem Leben. Aber ich muss schon sagen, dass meine langjhrige Rolle als Band-Mutter mich wohl bestens vorbereitete.

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