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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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DARK SALVATION
Großer Metal aus dem kleinsten Staat Europas!
Verena Jurawitz
http://www.dark-salvation.li


Musik lebt ja doch für den Augenblick und davon, dass sie möglichst viele Menschen hören. DARK SALVATION kennen und hören lohnt sich für Freunde des Melodic Death Metals allemal. Ein zweites Album ist draußen, ein weiterer Auftritt in Slowenien steht vor der Tür, also haben wir die Jungs aus Liechtenstein ein wenig ausgefragt. Hier nun die Antworten von Marcel (Bass), Simon (Gitarre) und Samuel (Schlagzeug).


Liechtenstein verbindet man kaum mit Melodic Death Metal. Ihr seid jedoch gut dabei mit euren jungen Jahren etwas daran zu ändern. Stellt euch doch mal kurz vor und erzählt wie es zu der Band und der Wahl der Musikrichtung kam.

Marcel: Begonnen hat alles im Jahr 2008. Damals waren wir noch in zwei unterschiedlichen Bands. Ok, wirklich Band konnte man das nicht nennen. Man traf sich einfach um zusammen ein wenig Musik zu machen. Dies war uns aber zu wenig und da in Liechtenstein in Sachen Metal sowieso nicht viel los ist, wollten wir dies ändern und gründeten die Band DARK SALVATION. Wir haben damals aber nicht festgelegt welche Musikrichtung wir einschlagen wollen. Melodic Death Metal hat sich so ergeben. Wir kommen alle ein wenig aus einer anderen Ecke des Metals und so haben wir uns musikalisch dort getroffen.

darksalvation

Mit "Der letzte Weg" ist nun euer zweites Album draußen, die Reaktionen sind auch hier hauptsächlich positiv. Habt ihr damit fest gerechnet, oder gar krampfhaft darauf hingearbeitet? Wie seid ihr darauf gekommen in diesem Genre mit deutschen Texten zu arbeiten?

Simon: Natürlich hofft man auf gute Reaktionen, aber Geschmäcker sind da auch sehr verschieden. Wir machen Musik die uns selbst gefällt und Spass macht, da ist es auch nicht schlimm wenn mal negative Rückmeldungen kommen. Wir haben uns aber über die vielen Positiven Bewertungen sehr gefreut. Samuel: Wir haben intensiv an unseren Songs gearbeitet und viel Zeit im Studio verbracht. Es war eine sehr intensive aber auch äusserst interessante Zeit. Der Dreh für unseren ersten Videoclip war da sicher eine spezielle Erfahrung. Das gute Stück kann man auf unserem Youtube Kanal www.youtube.com/darksalvationTV anschauen. Es lohnt sich!

Simon: Der Videoclip war wirklich eine spezielle Sache. Wir wussten gar nicht wie viel Arbeit dahinter steckt! Drei volle Tage wurde gedreht bei nicht gerade angenehmen Temperaturen! Das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach allerdings sehen lassen.

Marcel: Die Texte schreibe ja ich für die Band. Niemand anderes wollte Texte schreiben und ich mache es gerne. Ich wollte aber von Anfang an deutsche Texte schreiben, weil ich mich da einfach besser ausdrücken kann. In einer Fremdsprache Texte schreiben finde ich sehr mühsam und ich sehe auch keinen Grund wieso man immer alles auf Englisch machen soll?

Mit Popkorn bewaffnet in einer Ecke eures Proberaumes hockend, was würde ich bei einer typischen Probe erleben?

Marcel: Das wäre eine Premiere! Jemand mit Popkorn in unserem Proberaum... soll es so sein, aber ein Bier würden wir dir dazu anbieten, damit die Wartezeit bis endlich die Gitarristen eintreffen ein wenig verkürzt ist.

Simon: Guter Witz Marcel! Ich glaube es wäre amüsant für Aussenstehende, einmal eine Probe mitzuerleben, weil es nicht nur immer um Songs geht sondern auch um alltägliche Dinge, was oft ziemlich lustig ist.

Marcel: Vorallem nach einem "intensiven" Wochenende gibt es am Montag bei der Probe immer wieder lustige Szenen im Proberaum. Ansonsten gibt es zwei verschiedene Arten von Proben bei uns. Die Vorbereitung auf Konzerte oder das Schreiben von neuen Songs. Wenn wir uns auf ein Konzert vorbereiten, spielen wir die Setliste am Stück durch. Das heisst genauso wie wir das nachher auch Live machen, mit nur ganz kurzen Pausen zwischen den Songs. Da lassen wir dann auch immer mal die Stoppuhr mitlaufen, damit wir auch genau wissen ob die Show zeitlich ins Programm passt. Solche Proben sind meistens sehr intensiv. Wenn wir an neuen Songs arbeiten ist alles ein wenig lockerer und es wird auch viel diskutiert und an den Songs gearbeitet.

Von der Idee zum Song auf dem Album, wie entstehen eure Stücke und wie ist da die Arbeitsaufteilung? Gibt es auch mal Diskussionen und Verletzte?

Simon: Für die Texte und das Konzept ist unser Bassist Marcel zuständig. Instrumental kommen von mehreren Leuten Ideen. Meistens kommt einer der Gitarristen oder Marcel mit Ideen in den Proberaum und dann wird mal ausprobiert. Sobald der Song langsam eine Struktur bekommt nehmen wir diesen selber auf und gehen dann an den Feinschliff.

Marcel: Dies hört sich jetzt so einfach und unkompliziert an, doch in Wirklichkeit geht es meistens sehr lange bis mal ein Song richtig fertig ist. Wir ändern und diskutieren immer wieder über die Lieder.

Samuel: Diskussionen gibt es wirklich genug, doch Verletzte haben wir BISHER noch nicht zu beklagen.

Marcel: Wir mussten uns da im Studio auch selbst eine Deadline setzten, sonst würden wir immer noch an den Songs für das aktuelle Album herumschrauben, das wäre ein endloser Prozess.

darksalvation

Auf "Der Letzte Weg" ist hinten im Booklet zu lesen dass ihr euch bei eurer Gemeinde bedankt. Gemeinden die dem Metal gegenüber positiv eingestellt sind, gibt es auch nicht überall. Wie genau sieht da die Unterstützung aus?

Samuel: Noch bevor wir überhaupt auf die Idee kamen eine Band zu gründen, gab es schon den Wunsch diverser Musiker in der Gemeinde nach einem Proberaum. Die Gemeinde Triesenberg kam dieser Bitte nach und hat vor einigen Jahren 6-7 Proberäume in ungenützten Luftschutzbunker oder alte Häuser gebaut. Diese Proberäume werden gratis zur Verfügung gestellt. Sie wollen damit junge Musiker unterstützen, egal welche Musik man dabei macht. Wir wissen das sehr zu schätzen!!!

Euch gibt es jetzt seit 2008, es gab unter anderem einen Wechsel am Gesang, inklusive der Demo drei CDs, dazugehörige Shirts, ein Video und dieses Jahr spielt ihr das zweite Mal in Slowenien auf einem nicht gerade kleinen Festival. Wie schafft ihr es Band und Schule/Studium/Ausbildung/Beruf/Familie unter einen Hut zu kriegen? Habt ihr hilfreiche Kontakte oder seid ihr einfach nur furchtbar engagiert?

Marcel: Es ist in der Tat sehr viel Arbeit, wenn man alles selber macht. Da stösst man auch manchmal an seine Grenzen und eigentlich will man ja Musik machen und nicht nur alles organisieren. Doch es ist mit sehr viel Spass und Leidenschaft verbunden, da fällt einiges leichter! Und wenn der Lohn für solche Arbeit Konzerte wie am "Metaldays Festival" in Slowenien ist, dann sind wir alle zufrieden! Solche Live-Konzerte sind der größte Lohn für einen Musiker! Wir haben uns aber auch für dieses Album Unterstützung geholt in Sachen Promotion. Markus Eck von METALMESSAGE entlastet uns da stark und darüber sind wir auch sehr froh. Das macht einiges für uns leichter und ist sehr hilfreich!

Wo würdet ihr euch gerne in fünf Jahren sehen und was glaubt ihr wird die Realität sein?

Simon: Ich glaube so lange in die Zukunft denkt keiner von uns. Wir sind alle berufstätig und geniessen es so wie es jetzt ist und arbeiten daran, dass wir noch weitere Alben veröffentlichen können und noch mehr grosse Konzerte spielen können.

Marcel: Klar würde man nicht nein sagen, wenn man von der Musik leben könnte, doch wir sind da sehr realistisch und keine Träumer

Ich habe mich nochmal durchs Netz gewühlt und den Rock- und Metalbereich Liechtensteins untersucht. Da ist ja doch einiges los. Habt ihr denn eine Band oder eine Veranstaltung die ihr den Lesern von MyRevelations empfehlen würdet?

Marcel: Viel los? Das dürfte wirklich mehr sein! Aber man darf schon sagen, dass es für die Grösse des Landes einige gute Bands und Veranstaltungen gibt! Dieses Jahr sticht sicher "Rock in Triesen" heraus! Organisiert vom Blues und Rock Verein Liechtenstein gibt es da an zwei Tagen ein super Rock und Metal Programm! Das wäre sicher auch eine Reise Wert und man könnte so auch noch unser kleines Land kennenlernen und einen Abstecher in die Berge machen! Am Freitag spielt als Headliner Pretty Maids und einige klasse Vorbands, darunter auch die Pussylovers aus Liechtenstein, die für jeden Heavy Metal Fan ein Ohr wert sind! Am Samstag haben wir von Dark Salvation die Ehre die Bühne zu entern, als Headliner an diesem Abend fungiert "The Beauty of Gemina". Für weitere Informationen einfach auf Facebook "Rock in Triesen" suchen oder gleich die Tickets auf www.starticket.ch bestellen.

So, geehrte Leserschaft, nun ist es an Euch sich ein Bild über die Musik in Liechtenstein zu machen.

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