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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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BURDEN OF LIFE
NEVER pay to play!
Thorsten Dietrich
www.burdenoflife.de


Der deutsche Underground hat gute Bands die an sich arbeiten und auch mit jeder Verffentlichung bessere und eigenstndigere Ergebnisse liefern. Eine dieser jungen Combos sind Burden Of Life aus Bayern die bald das enge Korsett Melodic Death Metal sprengen werden. Ich krallte mir Gitarrist und Stimmbnderquler Christian "Ktti" Ktterl der mir meine Fragen gut mit Informationen beantwortete.


Hallo Ktti, sag mal verwechseln euch einige wenn euer Name fllt mit Burden Of Grief?

Hallo Thorsten! Ja der Name Burden Of Grief ist im Zusammenhang mit uns schon hin und wieder gefallen. Meist mit der Aussage: "Achtung nicht verwechseln mit...!". Soundmig liegen ja jetzt auch nicht unbedingt Welten zwischen uns, aber das jemand uns tatschlich fr die Band gehalten hat kam noch nicht vor. Ob das andersrum mal der Fall war msstest du die Jungs von Burden Of Grief fragen.

Wenn dich jemand spontan fragt was dir zu eurer Band einfllt, was sagst du dann?

Burden Of Life ist eine Band die Spa an ihrer Musik hat und einen immerwhrenden Drang sich musikalisch weiterzuentwickeln. Auf rein menschlicher Ebene sind wir fnf gute Freunde die auch abseits der Musik gerne Zeit miteinander verbringen.

BurdenOfLIfe

Nach zwei Eigenproduktionen (1 EP und 1 Album) bei denen ihr euch immer gesteigert habt, ist nun euer Labeldebt drauen. Wie seid ihr an das Werk heran gegangen und wie wichtig war die Hilfe von auen (z.B. der Sound von Rolf Munkes ist ja klasse, wie immer bei dem Herren!)?

Im Vorfeld stand auf jeden Fall fest, dass wir ein Konzeptalbum machen wollen. Ich fand das eine tolle Idee, da es kompositorisch eine Herausforderung ist und ich gerne eine Geschichte erzhlen wollte. Was genau in der Geschichte dann passieren sollte, hat sich zwar im Laufe des Jahres vor den Aufnahmen immer wieder ein wenig verndert aber der Grundgedanke eines vollstndigen Konzepts an sich blieb bestehen. Beim Songwriting habe ich also schon mehr als sonst darauf geachtet, dass sich bestimmte Themen an verschiedenen Stellen im Album wiederfinden und die Songs einen kontinuierlichen Fluss haben. Rolf war fr uns jetzt kein Produzent im klassischen Sinne aber auf keinen Fall nur ein Knpfchendreher hinterm Pult. Die Songs und Lyrics waren aber schon zu 99,9% ausgearbeitet und fertig arrangiert als wir bei ihm im Studio aufschlugen. Er hat hier und da kleine Vorschlge gemacht aber im Groen und Ganzen respektiert, dass die Vision des Albums an sich schon feststand. Die Zusammenarbeit mit ihm war jedoch unglaublich angenehm und wir haben uns rundum wohl bei ihm gefhlt. Ich kann den guten Mann nur weiterempfehlen, sowohl menschlich als auch fachlich!

Was sind die grten Fehler, die junge Bands machen und die ihr vielleicht auch schon gettigt habt?

Man kann so vieles falsch machen, das Meiste sind allerdings Lernprozesse die oft nicht unwichtig sind. Wir wrden zum Beispiel unser erstes Demo nicht nochmal komplett in Eigenregie aufnehmen weil wir einfach alle keine Ahnung von Recording haben und das Ergebnis war mehr als durchwachsen. Aber ich glaube wir haben keine Fehler begangen die so enorm sind, dass wir sie wirklich bereuen mssten. Ich wrde aber zum Beispiel jeder Band, ob jung oder alt, empfehlen bei Gelegenheit Konzerte mitzuschneiden und sich mit seinen Fehlern und Verspielern auseinanderzusetzen, dabei kann man viel lernen. Ich persnlich habe nach unserem zweiten Gig gemerkt, dass ich nie wieder unter Alkoholeinfluss spielen werde und daran halte ich mich auch seit nunmehr fast 7 Jahren. Ich bin sehr froh, dass kaum jemand da war und es keinerlei Aufzeichnungen von diesem desasterartigen Abend gibt (lacht).

Ist das Cover nicht einen Tick zu dunkel geraten? Wo habt ihr das Werk her und was stellt es fr dich da?

Um ehrlich zu sein hatten wir es uns einen Ticken heller vorgestellt als es letztendlich geworden ist aber mit genug Licht ist immer noch alles einwandfrei zu erkennen. Das Motiv an sich hat eine junge Knstlerin mit dem Namen Jennifer Wstling erstellt www.izaskun.de/. Wir haben ihr einfach erklrt was wir gerne auf dem Cover sehen wrden und sie hat einen absoluten Hammer abgeliefert! Das Motiv stellt eine konkrete Szene aus der Geschichte des Albums da. Gewhlt haben wir sie deshalb weil sie zum einen gut visualisierbar ist (Was Jennifer eindrucksvoll bewiesen hat) und zum anderen weil die dargestellte Szene einen sehr wichtigen Punkt innerhalb der Geschichte darstellt.

Ich lese immer das Vinyl auf dem Vormarsch ist. Werdet ihr auch eine kleine Auflage machen (bei dem Cover ein Muss!), oder ist das euch zu teuer, was man verstehen kann?

Ich persnlich fnde es groartig eine Vinylauflage pressen zu lassen, wenn auch nur eine kleine. Wir mssen mal unsere Ressourcen checken, vielleicht ist das ja irgendwann mal drin. Du hast vollkommen recht, mit diesem Cover ist das eine Chance die man sich eigentlich nicht entgehen lassen sollte. Mal sehen was passiert!

Im Booklet lese ich Texte, Danksagungen und Linernotes zu den Liedern. Muss das alles so klein sein? Ich brauche keine Brille, Erzhl doch mal was zum Thema Konzeptgeschichte! Welche Konzeptalben findest du eigentlich persnlich gut?

Ja, das mussten wir uns jetzt schon fter anhren und ich finde die Kritik absolut nachvollziehbar. Das Ganze hat allerdings folgenden Hintergrund: Htten wir das Abgedruckte grer machen wollen htten wir mehr Seiten im Booklet gebraucht was uns wiederum noch mehr Geld gekostet htte. Man kann jetzt sagen, dass wir am falschen Ende gespart haben aber wir haben sowieso ein viel dickeres Booklet als wir eigentlich geplant hatten und somit glauben wir, dass das Ergebnis ein fairer Kompromiss ist. Unser Konzept auf "The Vanity Syndrome" behandelt eine gescheiterte Beziehungsgeschichte deren mnnlicher Protagonist ein egozentrischer Hitzkopf ist, der dazu neigt Sachen nicht zu Ende zu denken und vorschnelle Entscheidungen zu treffen. Dies fhrt ihn dazu einen Pakt mit einem Dmon einzugehen, der seine Gefhlswelt fr immer auf den Kopf stellt. Im Laufe des Albums erkennt er, dass er den falschen Weg eingeschlagen hat, es gestaltet sich jedoch mehr als schwierig wieder in die Normalitt zurck zu finden. Soweit die Geschichte, rein oberflchlich betrachtet. Wer zwischen den Zeilen liest, kann noch ganz andere Aspekte und Wahrheiten entdecken. Die sind allerdings uert persnlicher Natur und, was vielleicht noch wichtiger ist, ich mchte sie offen fr Interpretationen lassen. Jeder kann fr sich selbst herausfinden was das "Vanity-Syndrom" ist und wie viel davon in einem selbst steckt. Was meinen persnlichen Geschmack betrifft, schtze ich vor allem Konzeptalben die nicht nur lyrisch einen roten Faden haben sondern auch musikalisch Themen wieder aufgreifen und so bestimmte Zusammenhnge noch mehr unterstreichen und betonen. Alben die mir in letzter Zeit in der Hinsicht sehr gut gefallen haben sind z. B. "The Parallax II: Future Sequence" und "Colors" von Between The Buried And Me, "Pelagial" von The Ocean, "Metropolis Pt. II" von Dream Theater, "Tales Of Mystery And Imagination" von The Alan Parsons Project und "The Wake Of Magellan" von Savatage.

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Musikalisch seid ihr ja eher Melodic / Power Metal mit Prog Einschlag als Melodic Death Metal, lediglich die aggressiven Growls an vielen Stellen sind noch zum Death Metal zhlend, sicherlich ab und an wird es mal kurz hrter. Der Keyboarder mag sicherlich auch COB. Siehst du das hnlich?

Ja mit dieser Genrebezeichnungs-Thematik kommen wir immer wieder mal in Teufels Kche. Den Death Metal Fans ist es zu soft den Melodic Metal Fans geht das Gekeife auf die Nerven und jetzt erdreisten wir uns mit dem aktuellen Album auch noch progressiver zu werden und ein Konzept zu verarbeiten. In vielen Rezensionen wird die Frage nach dem Genre ausufernd diskutiert und am Ende wei keiner eine Antwort. Im Endeffekt ist deine Bezeichnung eigentlich ganz stimmig aber es ist schwierig dafr einen schneidigen Begriff zu finden und ein "neues" Genre aufzumachen empfinde ich zumeist als etwas anmaend. Wer wei vielleicht ist es mit dem nchsten Album endgltig soweit, dass wir uns von "Melodic Death Metal" verabschieden sollten. Und ja, die ersten vier Children Of Bodom Alben sind eindeutig Kandidaten fr gemeinsame Autofahrten oder Proberaumpausen, da sind wir uns alle einig.

Das war ja klar! Der Kniff mit der weiblichen Gastsngerin htte auch schwer in die Hose gehen knnen, klingt aber gut und nicht nach Gothic-Kitsch. Wie kam es zu der Kooperation?

Dankeschn, die Resonanz auf dieses Experiment war bis jetzt fast nur positiv! Ich glaube, dass das Ganze deshalb funktioniert weil wir uns eben keine Gothic-Kitsch-Tante ins Boot geholt haben sondern eine Dame die mit Heavy Metal eigentlich gar nichts am Hut hat aber offen fr neue Erfahrungen ist. Jennifer Kothe, so der Name der ihres Zeichens studierten und professionell ausgebildeten Sngerin, ist absolut unvoreingenommen an die Sache rangegangen, hat sich auf die Musik eingelassen und in krzester Zeit absolut atemberaubende Takes eingesungen. Dass ich weiblichen Gesang auf dem Album haben mchte, wusste ich sehr frh. Fr mich war es der einzige Weg das Konzept glaubhaft zu vermitteln und solche Neuerungen halten den Sound einer Band frisch und interessant ohne gleich alle gewohnten Trademarks ber Bord werfen zu mssen.

Live spielen ist fr kleine Bands oft anstrengend, fruchtlos, nervig und gar unmglich weil einem keiner was zahlt oder man selber fr Festivals und Touren viel Geld zahlen soll, wie sieht das bei euch aus?

NEVER pay to play. Das mchte ich vorausschicken, da das ein absolutes Unding ist und verboten gehrt. Klar, es geht nicht darum reich und/oder berhmt zu werden aber von einer Band Geld zu verlangen um sie auftreten zu lassen ist meines Erachtens nach pervers. Wir machen das ja auch weil es uns Spa macht aber wir investieren viel Geld in unser Equipment und die Produktion des Albums, da wre es doch schn wenn man bei seinen Gigs wenigstens auf null rauskommt und Geld fr Benzin und vielleicht ein bisschen Verpflegung bekommt. Klar, viele Konzerte die wir spielen werden von Bands wie wir eine sind veranstaltet und wenn es sich da mal nicht so ausgeht mit den Besucherzahlen und das Benzingeld ein wenig gekrzt wird ist das kein Thema, das kann jedem passieren. Bei solchen Geschichten sitzen wir alle im selben Boot. Aber irgendwelchen Veranstaltern Kohle in den Rachen schmeien, damit sie einen fr 30 Minuten unter madigen Bedingungen zu einer beschissenen Zeit "gndigerweise" auftreten lassen? No way, da luft was komplett schief. Bei uns persnlich hat sich das im Lauf des letzten halben Jahres ein wenig gebessert, u.a. dank der Untersttzung durch By-On, einem Frderprogramm fr junge Bands aus Bayern. Mal sehen wo der Weg hinfhrt.

Wo seht ihr euch realistisch in fnf Jahren?

Wenn es so weiterluft wie bisher werden wir auf jeden Fall weiterhin zusammen Musik machen, etwaiger ausbleibender Erfolg wird uns daran nicht hindern. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass es fr uns noch Luft nach oben gibt und man in Zukunft mehr von uns hren wird.

Ich auch!

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