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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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Saffire
Alte Einflüsse aber KEIN Retrorock!
Thorsten Dietrich
www.saffire.se


In Schweden sind bei circa 9 Millionen Einwohnern gefühlte 1000 Metalbands am Start! Saffire heißt eine neue Band aus diesem Lande und beeindruckt mit ihrem Debütalbum "From Ashes to Fire" direkt mal aufgrund von musikalischer Qualität und zeitlosem Sound. In der Schnittmenge Metal und Hard Rock sind die Herren zuhause und garantiert keine Jungspunde mehr. Gitarrist Victor Olssin stand mir als Informant zu Verfügung.


Euer Name ist nicht gerade typisch für eine Metalband, wie seid ihr darauf gekommen?

Unser ehemaliger Sänger machte den Vorschlag, als erstes passte er auch nicht wirklich, aber nach einer Weile fingen wir an, ihn zu mögen und der Name repräsentiert zwei verschiedene Seiten die wir in unsere Musik einbauen möchten. "Sapphire" steht für unsere melodische und sensiblere Seite und "Fire" steht für unsere wilden Grooves und heavy Riffs.

Der Klang und die Musik finde ich klasse, aber das Cover ist ja ein bisschen langweilig. Konntet ihr nichts Besseres finden und habt euch deshalb für dieses Logocover entschieden?

Ich nehme an, es ist nicht sehr künstlerisch aber wir denken es schaut cool aus, wir mögen unser neues Logo sehr und wollten es groß, deshalb platzierten wir es in einem eher simplen Cover. Ich mag auch die Tatsache, dass das Cover den Albumtitel widerspiegelt.

Saffire

Neue Bands haben es heutzutage nicht leicht! Da gibt es sooo viele Combos auf der Welt. Wieso habt ihr es gewagt eine neue Formation zu gründen und wie habt ihr zusammen gefunden?

Ich und Dino Zuzic (Keyboard) fingen 2005 an eine Band zusammenzustellen, wir hatten gerade die Schule beendet und unser Ursprungsplan war es, eine Gruppe von coolen Typen zu formen und Musik zu machen, die uns selbst gefällt. Keine Ambitionen die Welt zu erobern oder so (lacht). Aber als wir alle Mitglieder zusammen hatten und anfingen immer mehr zu Spielen, wuchs der Drang für andere Menschen zu spielen und wir hatten sofort einige geniale Feedbacks und wir fühlten vielleicht dass das unser Weg sei.

Eine Menge Combos haben mir den Schwachsinn erzählt, dass eine gute Scheibe nur 34 Minuten braucht oder etwas ähnliches. Ich glaube in wirtschaftlich schweren Zeiten ist das zu wenig für 15 Euro und mehr. Ihr habt fast die doppelte Spielzeit und dabei noch gute Musik. Warum wurde das Album so lang?

Die Idee zu Beginn war 13 Songs aufzunehmen und die besten 10 davon aufs Album zu packen. Aber als wir fertig waren, konnten wir keine Songs finden, die wir nicht mit drauf haben wollten, uns gefielen alle gut. So entschieden wir uns dafür, sie alle aufs Album zu nehmen, dies bedeutet mehr Musik für euer Geld, richtig? Dass ein Album "zu lang" sein könnte finde ich lächerlich! Wenn dir die ersten paar Songs auf einem Album gefällt, willst du mehr hören und wenn du doch etwas genervt bist alles auf einmal zu hören, dann drücke "Pause" und höre ein anderes Mal weiter. So einfach ist das!

Retrorock ist ja das neue Ding! Ein Trend! Ihr klingt ja nicht danach, vielmehr kombiniert ihr eine Menge Einflüsse wie Classic Metal, Hard Rock und ein bisschen Prog. Stimmst du mir da zu?

Ja, ich stimme dir zu. Aber es ist ein bisschen lustig: wir starteten die Band völlig unter dem Einfluss von 70s Rockbands wie Deep Purple, Black Sabbath und Rainbow. Über die Jahre entwickelten wir uns zu etwas facettenreicherem, aber die Basis mit den 70s Rockbands ist noch immer hier, und sei es auch nur in meiner Meinung. Ich werde von mancher Musik schnell gelangweilt und brauche Abwechslung wenn ich Musik höre, ich denke unser Album reflektiert ein wenig davon.

Welche Bands sind denn deine Favoriten und wer hat den Bandsound inspiriert?

Saffire

Wie gesagt, wir starteten die Band mit einer sehr klarer 70s Rock-Vision, in dieser Ära gibt es so viele Einflüsse. Deep Purple, Rainbow, Black Sabbath, Kansas, UFO etc. Und jeder in der Band mag diese Gruppen. Ich bin auch ein großer Fan von modernem Progressiverock wie Porcupine Tree, Neal Morse, Spock's Beard und ähnliche Bands. Aber jeder in unserer Band hat seinen eigenen Stil Musik, dem er erlegen ist. Tobbe liebt Pearl Jam, Magnus ist verrückt nach 70s Progbands wie Yes und King Crimson und Anton hat eine lebenslange Verbindung zu Iron Maiden.

In den letzten Jahren starben einige bekannte Musiker an Krebs oder Leberversagen. Lebt ihr gesund und wie fühlt ihr euch wenn solche Legenden nicht mehr da sind?

Natürlich sind wir alle richtig traurig wenn unsere Helden uns verlassen, wir Gary Moore und Jon Lord, Typen mit denen wir im Traum auf der Bühne standen oder so. Ich würde sagen, dass wir schon recht gesund leben. Ich denke das heutzutage der Wettkampf zwischen den Bands das Wunschdenken "rock and roll all night and party every day" nicht umsetzen lässt. Man muss fokussiert sein und die Leistung und jede Performance maximieren, verbessern oder jemand anders wird deinen Platz einnehmen.

Habt ihr schon einen Plan für die nächsten fünf Jahre, was Bands wie Sabaton ja praktizieren?

Einerseits ja, andererseits nein. Ich denke es ist wichtig, sich auf den nächsten Schritt den du als Band machst zu konzentrieren. Und letztendlich ist alles was wir wirklich wollen, arschtretenden Hardrock für jeden der es hören will zu machen.

Hoffentlich bleiben die Schweden auf ihrem Weg und machen weiterhin solche Musik.

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