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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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JUSTICE
Gerechtigkeit für alle!
Thorsten Dietrich
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Justice sind eine deutsche Metalband, die es schon länger gibt und jetzt erst ihre erste "richtige" CD draußen haben. Mit diesem Bastard aus Power-Thrash und wenig Death hat man sich oft Kritik eingefangen, ich denke aber diese Mischung ist schon einzigartig und sehr hörbar!
Grund genug Drummer Samy zu interviewen.

Gratulation zum Album "Hammer Of Justice". Es ist für mich eine Mischung aus vielen Genres, die es in sich hat! Wieso habt Ihr viel Schelte bekommen?

Vielen Dank! Ja das mit der Schelte hat wohl in erster Linie damit zu tun, dass das Album manchen Hörern nicht klar genug definierbar ist. Der Hauptansatzpunkt war in der Tat das Fehlen des sogenannten roten Fadens. Wir können das teilweise schon nachvollziehen, manch einer hätte wohl lieber eine durchgängigere Linie, obwohl sich in unseren Augen (Ohren) definitiv ein roter Faden durch das Album zieht, nämlich Energie, Power und Spaß. Wir haben lediglich darauf verzichtet 12 Mal das gleiche Stück in anderer Tonart zu schreiben; wir haben das gemacht, zu was wir gerade Lust hatten und deshalb gibt es Sekundenlieder und richtig lange Stücke, Variation in den Charakteren der Songs durch Harmonien, sowie den Wechselgesang. Was uns von Kritikern hier also vorgeworfen wurde, halten Andere und wir eigentlich für einen großen Pluspunkt, nämlich Vielfalt und Abwechslungsreichtum, und hier und da noch eine kleine Überraschung.

Genau!
Ich las auf Eurer HP, dass Ihr schon paar CDs draußen habt, auch Live CDs, und dass Ihr viel covert, klär uns doch mal über Justice auf?

Ja toll, ich (Ramy, drums) als Grünschnabel in der Band, ich bin erst seit zweieinhalb Jahren dabei, darf jetzt versuchen die Bandgeschichte zu rekonstruieren. Also, die Band gründete sich bereits vor ca. 14 Jahren um als Metalcoverband zu beginnen und vor allem live zu spielen. Dabei galt als einzige Regel: es sollte nur das gespielt (gecovert) werden, was die Bandmitglieder am liebsten selbst hörten, also alles was mit Metal zu tun hat(te). Zu der damaligen Zeit waren das wohl Bands wie Metallica oder die alten Helloween. So fing JUSTICE an und die Band hat sich angefangen zu etablieren, weil es die einzige Band war, die wirklich erstens Metal spielten, und zweitens nur das taten was Ihnen selbst am besten gefiel. Das wirkte sich natürlich auf die Live-Performance aus, pure Energie und Spaß, also keine musikalischen Coversklaven. Es stand jedoch auch immer ganz oben auf der Wunschliste, eigene Songs zu schreibe und zu spielen. So wurden also periodisch die von Dir angesprochene CDs (Eps mit 3 bis 5 Songs) gemacht, wovon eine ("Name the Never") unter Musical Tragedies herauskam. Des Weiteren wurden mehrere Live-Alben mit Mitschnitten der Covergigs produziert. Die Neueste, LiveIV, ist gerade in der Pressung, das Cover beim Drucker und sie dürfte in kurzer Zeit fertig sein.
Mit "The Hammer Of Justice" ist jedoch das erste "richtige" Album der Band auf den Markt gekommen. Dass es vorher noch nicht dazu gekommen war liegt vielleicht daran, dass die Zeit noch nicht reif war und sich die Charaktere der jeweiligen Bandbesetzung nicht auf einen Nenner einigen konnten. In dieser, aktuellen Besetzung haben wir aber ein solch gutes Verständnis untereinander und ein ganz enges, fast familiäres Verhältnis, dass es mir nur logisch erscheint, dass gerade zu diesem Zeitpunkt "The Hammer Of Justice" entstand. Wir wollten ursprünglich nur einige Songs machen, um aus Spaß einige Club-Gigs zu spielen. Einziges Ziel war sich ´mal richtig auszutoben mit eigenem Material, gar nicht gedacht als Meilenstein der Musikgeschichte...und plötzlich war alles viel größer und unser zweiter Gig mit dem eigenen Material wird am 03.August in Wacken sein. Unverhofft kommt oft!

Cool und dann direkt in Wacken!
Sind die Texte so politisch, sozial wie das Cover und Titel andeuten?

Was die Texte betrifft, so ist das eine Verarbeitung dessen, was uns in einer bestimmten Periode bis zum Fertigstellen der CD in irgend einer Form bewegt, oder berührt hat. Das kann aber auch reiner Fun sein, wie in Ritual in Rhodes, ein Song bei dem ich immer lachen muss, wenn ich ihn höre. Mitch hat hier großartig einen gemeinsamen Urlaub von ihm und mir (Ramy) in Schriftform und Ausdruck gepackt. Ebenso sollten die Sekundensongs auch mit einem Augenzwinkern gehört werden.
Ein direkter Zusammenhang von Cover zu Texten war aber nicht in erster Instanz geplant.

Was darf auf anstehenden Konzerten von Euch erwarten?

Eben das, was die Band schon immer ausgemacht hat: Power, Energie und eine Riesenportion Freude und Spaß dabei!

Stimmt es, dass ihr konzerttechnisch nie aus Eurer Gegend heraus kamt, warum?

Nun das stimmt nicht ganz. Zunächst einmal war ja das Hauptaufgabenfeld von Justice das Covern, wir leben schließlich inzwischen auch davon. Die Szene ist jedoch auf Gebiete Süddeutschlands begrenzt, also war es gar nicht einmal so leicht, den Gigradius zu vergrößern. Inzwischen ist es aber so, dass wir ein Auftrittsgebiet abdecken, dass vom Allgäu bis in entlegene Winkel von Baden Württemberg reicht. Etwas seltener waren wir aber auch schon unterwegs bis Freiburg und bis zur Loreley.

Das ist doch auch was!
Wollt Ihr den Wechselgesang beibehalten?

Wir gingen bei "The Hammer Of Justice" nicht mit Plan vor und werden das auch weiterhin nicht tun. Insofern ist die Frage mir etwas zu hypothetisch, aber grunzen, oder schöner ausgedrückt, der deathige Gesang, bringt schon Frohsinn. Auf der anderen Seite stehe ich auch absolut auf Mitchs außerordentliches Gesangspotential, seine zahlreichen Facetten und seine Ausdrucksvielfalt. Ich denke es wird Wechselgesang geben, aber in welche Verhältnissen, das kann jetzt wohl noch niemand von uns sagen.

Death bringt Frohsinn!!!!!!!!!!!!
Erreicht man als Metalcoverband mehr Leute als mit eigenen Songs?

Die Frage impliziert einen Denkfehler: Justice waren hier die ersten, die es "gewagt" hatten "ihre" Musik zu covern. Dafür durften sie auch schön gegen die gesamte Cover-booking-Mafia ankämpfen, vor 20 Leuten spielen, alles selbst aufbauen und alles selbst organisieren. Wenn wir heute bei Justice im Durchschnitt 1.000 (eintausend) Besucher bei 100 bis 120 Gigs im Jahr haben, so sind diese Früchte das Verdienst der Urbesetzung und ihres Durchhaltevermögens. Jede Newcomerband muss erst mal klein anfangen, und wir wollten das mit den eigenen Songs ja auch nur ganz klein, bei uns kam einfach das eingespielte Team, die Live-Erfahrung und -Qualität der Band erleichternd hinzu und eine Promotionfirma, die überzeugt ist.

Was plant ihr für die Zukunft?

Planen ist vielleicht das falsche Wort. Wenn es Sinn macht, und im Moment sieht es so aus, werden wir eine zweite CD verbrechen, wir haben dafür sogar schon einige Songs, zumindest als Arbeitsbasis fertig. Es ist im Moment ebenfalls eine kleine Tourbegleitung mit Holy Moses im Gespräch. Ansonsten werden wir weiterhin auch jedes Wochenende Live spielen, eben als Justice mit gecoverten Songs von Fear Factory, Slayer, Six Feet Under, Nevermore, Pantera, Iced Earth, Manowar, Hammerfall, etc.

Eine nette Mischung!
In letzter Zeit sterben oder erkranken viele Metalmusiker in jungen Jahren! Macht ihr Euch Gedanken über eure Gesundheit und den Tod, wenn ihr so was lest?

Zunächst einmal ist der Tod wohl ein ständiger Begleiter aller, und nicht im Besonderen ein Begleiter von Metalmusikern. Es sterben viele junge Menschen, von deren Ableben wir nichts mitbekommen. Es ist wohl so, dass die Natur und mit ihr die Menschheit keinen großen Puffer mehr zur Kompensation inne hat. Systematische Zerstörung all dessen, was unser Dasein beeinflusst oder gar bedingt, hat auch die steigende Anfälligkeit für immer schlimmere Krankheiten mithervorgerufen. In diesem Sinne denken wir natürlich über den Tod und Gesundheit nach, aber nicht im Zusammenhang mit unserer Berufung, und jeder handelt für sich selbst mit seinem eigenen Maß an Verantwortung.

Aha, also machst Du dir Gedanken!
Würdet Ihr auch Popsongs covern und sie zu Metalsongs mutieren lassen?

Das lassen wir ´mal lieber bleiben, im Moment gibt es da nicht ´mal Spaßgedanken daran. Vorerst verwirklichen wir bevorzugt unsere Ideen.

Gut.
Denkst Du Ozzy sollte besser in Rente gehen und nicht auf Festivals spuken?

Also, ich weiß nicht wie meine Kollegen darüber denken, außer Mr. Wolfman black (Wolfgang, Bass), aber ich kann dazu nur eines sagen: THE OZZMAN RULEZZZZZZ!!!!!!! Ozzy ist Kult, er hat Sachen bewegt wie kein zweiter. Ich werde ihn bei Vollmond noch anbeten, wenn er schon im Rollstuhl, blind, stumm und taub auf die Bühne gefahren wird. Ist vielleicht erkennbar, dass ich leicht voreingenommen bin aufgrund meines Ozzy-Faibles????

Ja, definitiv.
Sind harte Drogen in der Metalszene ein großes Thema, oder nur bei Platinbands wie Alice In Chains?

Ich denke harte Drogen sind bei den Leuten ein großes Thema, die denken sie bräuchten sie. Und diese Menschen findest Du in den unterschiedlichsten Altersstufen, in den unterschiedlichsten Gesellschaftsständen und in den unterschiedlichsten Berufsständen. Drogen sind nicht mehr oder weniger in der Metalszene vorhanden bzw. Thema, wie andernorts auch oder in anderen Sparten der Musikszene (man beachte die gepuderte Nase von Herrn Wecker!). Was weiß denn ich, was sich Großkonzernabteilungsleiter meinen geben zu müssen um ihre Zeit bei Firma XY überstehen zu können.
Und mit dem Status einer Band, wie in Deiner Frage formuliert, hat das meiner Meinung nach nichts zu tun. Die Neigung dazu liegt im Individuum selbst und wird stark vom Umfeld beeinflusst. Du kannst jetzt labil sein, aber von einem gefestigten Umfeld umgeben und deshalb nicht einer Sucht verfallen. Ebenso kann ein labiles Umfeld einen Menschen in gewissen Situationen eventuell mit in den Strudel der Labilität ziehen.

Kann man sich auf eurer HP ganze Songs downloaden?

Nein, man kann Auszüge von jedem Song downloaden.

Knicksäcke! ;-)


Dann viel Spass mit Euren Covergigs und den eigenen Songs. Ich denke von Justice werden wir wieder hören!

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