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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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DEATH AGONY
Hinein in die dunklen Abgründe des Menschen!
Steffi Müller
http://www.facebook.com/pages/DEATH-AGONY/126576403494


Es ist gerade zu bemerkenswert, mit welcher Sorgfalt und Mühe Bands auf sich aufmerksam machen. Und so stieß ich durch eine aufwendig gestaltete Promo-Mappe nicht nur auf eine sympathische, mir bis dahin völlig unbekannte, französische Death Metal-Band, sondern auch auf neue harte und atmosphärische Töne, die es bereits nach dem ersten Hören schafften, mich zu überzeugen. Sänger und Gitarrist Matt sorgte schließlich in einem ausführlichen Interview dafür, dass ich mehr und Ausführliches über seine Band und die französische Metal-Szene erfahren konnte...

Hallo Matt, zu aller erst, erzähl unseren Lesern doch bitte ein paar Fakten zu eurer Band-Geschichte!

Death Agony wurde im Sommer 2006 von Oliver, unseren Drummer und mir, Matt, Gitarrist und Sänger, gegründet. Wir hatten bereits in anderen Bands zusammen gespielt, in denen wir uns mehr mit dem Power- und Nu Metal Stil befasst hatten . Aber wir wollten diesmal einen ganz anderen Sound, etwas brutaleres. Und so wurde Death Agony geboren!

Wie seid ihr schließlich auf den Band Namen "Death Agony" gekommen?

Zu dieser Zeit begann ich mich bereits für die dunklen Abgründe des Menschen zu interessieren. Ich beschäftigte mich mit den menschlichen, negativen Gefühlen und Gedanken, mit Todessehnsüchten und begann mich mit der Psychologie auseinander zu setzen. Also kamen wir sehr schnell auf den Namen "Todeskampf". Das war eigentlich ein ganz natürlicher Prozess. Es ist das, was wir mit unserer Musik ausdrücken wollen: Das Verlieren jeder Hoffnung und das Gefühl trotzdem unbedingt leben zu wollen.

Death Agony

Kannst Du unseren Lesern, euren persönlichen Musik-Stil etwas genauer beschreiben?

Wir spielen Old-School Death Metal, der mit leichten Thrash- und Black Metal-Elementen ausgeschmückt wird. Wir versuchen in der Musik immer etwas von dieser dunklen und schweren Atmosphäre wieder zu geben, etwas von diesen extremen Gefühlen mit hinein zu packen, die auch in unseren Texten besungen werden: Depressionen, Selbstmord, Hass.....! Ich denke wir kreieren keinen typischen Sound, der sich fest in ein Genre eingliedern lässt. Wir geben Death Agony eine eigene Identität, aber wir lieben die alten und großen Old School Death Metal-Bands, die diese Musik geprägt haben.

Ja, der Old School Death Metal erfährt zur Zeit einen riesigen Boom, so viele Bands besinnen sich wieder auf die alten guten Zeiten. Wie viel Engagement braucht man schließlich, um aus der großen Masse der neuen Bands überhaupt noch heraus stechen zu können?

Wie in jedem anderen Metal Genre ist es auch im Death-Bereich nicht möglich, einfach nur den alten Sound zu kopieren und ihn ideenlos herunter zu spielen. Du brauchst als Musiker eine gewisse Hingabe, die aus die gerade so heraus sprudelt. Heut zu Tage ist es so, dass jede Band mit anderen und früheren Bands verglichen wird. Das ein ganz natürliches und menschliches Vorgehen. Aber wenn du genau das tust, was du liebst, kannst Du nicht einfach damit aufhören, nur weil schlechte Kritiken über Dich geschrieben werden, oder du nicht den Sound der angesagten Bands triffst. Musik zu hören, die einfach und stupide produziert wird, ist eine Sache, Musik geboten zu bekommen, die mit Hingabe und Überzeugung gespielt wird, eine ganz andere. Etwas dass maßstäblich sein sollte. Jeder sollte mit etwas mehr Feingefühl an ein Album ran gehen, denn es gibt Bands, die wirklich ihre ganze Seele in ihre Musik stecken. Man muss sich nur einmal genau auf ein Werk einlassen.

Was bedeutet für Dich persönlich der Begriff "Heavy Metal"?

Oh, wir alle in unserer Band lieben Metal. Wir entdecken immer wieder neue Bands, jeder von uns fährt auf Konzerte, wir kaufen einen Unmenge an CDs und Zeitschriften, und versuchen mit unserer Band soviel live zu spielen, wie wir können. Heavy Metal ist ganz klar eine Lebensgefühl!

Euer Debüt-Album trägt den Namen "Carcinogenic Memories". Ihr habt das ganze Album eigenständig produziert und promoted. Wie finanziert man als Band solch ein Projekt?

Wir haben unsere erste Veröffentlichung sehr lange vorbereitet. Wir sparten das Geld, dass wir durch Live-Shows und Auftritte und durch Merchandise-Verkäufe einnehmen konnten. Und zum Glück kennen wir einige Leute, die genügend technisches Know-How besitzen, und uns helfend zur Seite standen. Wir nahmen das gesamte Album im "Ace of Spade"-Studio auf, wo ein gemeinsamer Freund von uns arbeitet. Unser Cover und Artwork erschufen die Leute von "Talarom Photographie" und "ScenoComMak". Wir können also so dankbar sein, dass wir so tolle Leute im Rücken hatten, die uns immer unterstützen und die Veröffentlichung von dieser CD erst möglich gemacht haben.

Death Agony

Seid ihr aber nun trotzdem auf der Suche nach einem eignen Label?

Einige Labels haben sich bereits bei uns gemeldet, und wir denken viel über diese Frage nach. Immerhin möchten wir auch ein zweites Album veröffentlichen, und es wäre sicherlich hilfreich, durch einen Label-Vertrag mehr Aufmerksamkeit und eine strukturierte Promotion garantiert zu bekommen. Wir sind also offen für solche Angebote, aber wir wollen nun mal die beste Entscheidung für die Band fällen, etwas das zu uns und zu unserer Musik passt.

Kommen wir mal auf euer Werk zu sprechen. Woher nimmst Du all diese dunklen Ideen für deine Song-Texte?

Wie gesagt, ich habe ein echtes und großes Interesse an der Psychologie des Menschen. Also finden sich in einem so umfangreichen Thema schnell neue Ideen und Song-Texte. Es sind auch Lebens-Erfahrungen, Dinge, die du durch andere Menschen erlebst, Dinge die man selbst im Leben durchmacht! Musikalisch gesehen, wollten wir also etwas, das vielen Leuten aus der Seele spricht, ohne das Gefühl zu geben, dieses Art von Musik schon tausendmal gehört zu haben.

Gibt es auf eurem Album "Carcinogenic Memories" auch eigene, selbsterlebte und dunkle Erinnerungen, die von euch selber vertont wurden?

Wir erleben doch alle immer etwas neues im Leben. Man durchlebt persönliche Schicksalsschläge, traurige Momente. Sicherlich gibt es einige Texte, die auch meine persönlichen Erfahrungen widerspiegeln, aber die meisten Texte sind dennoch erfunden. Sie erzählen von Dingen, die man in besonders schweren Situationen durchlebt, und die auch durch unsere Musik vermittelt werden.

Erzähl mir mehr über euer Song-Writing! Wie entstehen bei euch neue Songs? Und wie lange hat es schließlich gedauert, das gesamte Album endlich im Kasten zu haben?

Unsere beiden Gitarristen bringen ganze Songs oder einzelne Riffs mit in den Proberaum. Zusammen wird dann ein fertige Version des Songs erarbeitet. Die Melodie ist dann meine Inspiration, um geeignete Texte zu finden. Für "Carcinogenic Memories" haben wir zwei ganze Jahre gebraucht. Man muss sich Zeit nehmen! Es muss sich alles entwickeln. Schließlich war es auch unser erste Album. So fanden wir auch die Idee gut, das Lied "Taste Of Poisen", das bereits 2005 von uns geschrieben wurde, mit auf die CD zu packen. Es zeigt, was wir waren und wie weit wir heute musikalisch sind. Es ist wichtig, sich immer weiter zu entwickeln!

Death Agony

Wer kam schließlich auf das aussagekräftige Cover-Artwork?

Natürlich, hat der Song-Writer und Sänger die größten Rechte und natürlich auch immer die besten Ideen (Lacht!) Als ich unsere Songs schrieb, dachte ich oft an ein mögliches Cover-Artwork. Wir haben zwar kein Konzept-Album geschrieben, aber trotzdem sind die Songs thematisch miteinander verbunden. Immerhin sind es "Carciogenic Memories", die durch unsere Musik thematisiert werden. Es ist schwer mit einem Trauma oder mit Depressionen zu leben. Manchmal so hart, dass man seine eigene Identität verliert. Und genau das drückt unser Cover aus. Wir wollen etwas, dass weniger aufdringlich und kein typisches Death Metal Cover ist, wie zum Beispiel die Artworks von Cannibal Corpse. Jeder soll etwas eigenes in unser Artwork hinein interpretieren können.

Was ist auf diesem Album dein ganz persönlicher Lieblings-Song?

Das ist keine leichte Frage! Ich denke jeder Song hat seine Vor- und Nachteile. Die Band und ich sind uns sicherlich einig, dass der Song "Strange Silence Of The Wounded Soul" sehr ergreifend und hart ist! Das ist ein toller Song, mit einer großartigen und dunklen Atmosphäre!

Seid ihr nun mit den Kritiken über euer Werk zufrieden?

Wenn Du dich an ein Album wagst, und du hast es irgendwann fertig und kannst es in den Händen halten, hast Du schon mal einen Grund stolz auf Dich zu sein! Aber natürlich weißt du da noch lange nicht, was andere Leute wirklich über deine Musik denken. Und wir wurden echt überrascht. Wir bekamen zahlreiche tolle Kritiken, mit denen wir vorher nicht rechnen konnten, besonders weil unsere Musik einfach nicht in den momentanen Trend passt. Wir sind sehr froh, dass so viele Metalheads unsere Musik mögen und wir sind dankbar für die tollen Rezensionen, Reaktionen und für die ganze Unterstützung. Also ein liebes Danke an alle da draußen!

Gibt es konkrete Pläne für eine Tour? Werdet ihr dann auch in Deutschland spielen?

Ja, wir arbeiten gerade daran. Aber es gibt da so viele Sachen zu planen und zu beachten. So haben wir uns eine Tour für Anfang 2014 vorgenommen. Es wird also eine Oster-Europa-Tour, und natürlich werden wir dann auch in Deutschland die Bühnen rocken!

Was gibt es noch für spezielle Wünsche, die sich für Death Agony erfüllen sollten?

Am tollsten wäre es, die großen Bühnen mit den großen Monstern der Death Metal-Szene teilen zu können. Zum Beispiel mit Vader oder Six Feet Under. Das wäre der Wahnsinn. Also werden wir weiter an uns arbeiten, und hoffentlich noch professioneller werden.

Und was gab es bereits für großartige Erfahrungen, die ihr mit Death Agony erleben durftet?

Death Agony

Der Moment, als wir anfingen mit größeren und angesagten Bands auf Tour zu gehen. Das sind prägende Situationen. Wir haben die Jungs von Debauchery, Disgorge und Master kennengelernt. Uns sogar eine Menge von diesen Herren gelernt, musikalisch und menschlich. Und diese Erfahrungen waren nur durch unbekannte Underground-Macher möglich. Also sei besonders dem kleinen Label "Kaotoxin und "Wolvesoftheunderground" an dieser Stelle gedankt!

Kannst Du uns hier noch einen kleinen Einblick in die französische Metal-Szene geben?

Ja, das mit der französischen Metal-Szene ist ein komisches Phänomen. Es gibt in Frankreich so viele Metal Bands, viele gute Musiker, aber wenige die davon leben können, oder Karriere machen. Ich weiß nicht, ob es an unserer Musik-Industrie oder an unserer Metal-Szene liegt. Denn immerhin gibt es auch bei uns im Land immer mehr Festivals, mehr Konzerte und Veröffentlichungen. Und die meisten der Franzosen werden mir zustimmen, wenn ich sage, dass wir immer wieder erstaunt nach Deutschland blicken: Eure Metal-Szene rockt einfach!

Und nun zu den bekannten letzten Worten, die dir gehören...

Wir laden alle dazu ein, unsere Online-Seiten auf MySpace oder auf Facebook zu besuchen! Eine offizielle Seite wird es ab diesem September geben. Unsere CD bekommt ihr via "Dooweet Records" unter Doowet-Shop. Und natürlich wollen wir uns auch bei unseren Unterstützern von "Friendly Fire Distro" bedanken. Sie haben es möglich gemacht, dass ihr euch unser Album auch bei Itunes runter laden könnt. Vielen Dank für die tolle Unterstützung! Danke an alle Fans, an jeden der uns auf irgendeine Weise unterstützt hat. Wir freuen uns nach Deutschland zu kommen, und mit euch das Haus zu rocken!

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