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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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DAMNATION DEFACED
Jenseits von allen "Kackstuhl-Vocals"!
Steffi Mller
www.damnationdefaced.com


Die gelungene EP "Slaughter Race", die irgendwann auf meinem Schreibtisch landete, verste mir nicht nur die kurze Zeit des Rezi-Schreibens, sondern lag im Endeffekt auffllig oft auch in meinem privaten Player. Ein eindeutiges Zeichen, sich auf die Suche nach den Machern dieser Death Metal-Klnge zu machen, die in der Nhe von Hamburg auffindbar gemacht werden konnten. Snger Phillip und Drummer Lucas erklrten sich schlielich bereit, mir einen sympathischen Einblick in die Welt von Damnation Defaced zu bieten...

Wann wurde "Damnation Defaced" eigentlich gegrndet? Wie habt ihr Musiker euch damals zusammen gefunden?

Lucas: Das war glaube ich Ende 2006, fr die Frage ist Lutz immer der Spezialist, der hat immer alle Daten abrufbereit. Den ersten Auftritt hatten wir dann im Mrz 2007... Ich hoffe ich sage nichts falsches! (lacht)

Philipp: Doch Lucas, alles richtig gesagt!(lacht)

Wie kamt ihr schlielich auf euren Band Namen und was hat dieser fr eine Bedeutung fr euch und eure Musik?

Lucas: Ja mit dem Bandnamen war das so eine Sache. Wie bei wahrscheinlich jeder Band war es nicht ganz einfach sich auf einen Namen zu einigen, es gab viele Vorschlge bis man sich dann zunchst auf "Defaced" geeinigt hatte. Relativ schnell wurden wir dann von "The Defaced" aus Schweden angeschrieben, die uns eine Umbenennung nahe gelegt haben, was wir dann auch taten. Ja und da schauten wir dann wie man "Defaced" noch erweitern knnte, um den alten Namen noch zu erhalten. Darauf wurde dann "Damnation Defaced". Der Name klingt letztendlich relativ bedeutungsschwer, sodass die meisten auch eine entsprechend tiefsinnige Bedeutung dieses Namens erwarten. Die Interpretation dieser berlassen wir aber den Fans!

Philipp: Hauptsache irgendwas "Bses"!(lacht)

Damnation Defaced

Hattet ihr jemals Hoffnung, von Metal leben zu knnen? Oder ist Musik schon von vorne rein "nur" eine wichtige Nebenberufung gewesen?

Lucas: Ich denke, irgendwann hatte jeder mal, der in jungen Jahren eine Band grndet, den Traum, damit Geld zu verdienen. Aber mit Death Metal reich zu werden ist denke ich schon relativ schwierig. Vor allen in Zeiten, in denen man das Rad nicht mehr neu erfinden kann. Aber es ist, von der finanziellen Seite her betrachtet, dann eher ein professionelles Hobby.

Philipp: So sieht's aus, eine total utopische Fantasie, die man als Teenager mit 16/17 Jahren sich im pubertierenden Gehirn ausmalt (lacht)! Vielleicht htte so was noch Anfang der 90er geklappt, aber heutzutage mit einer Zillionen Death Metal Bands alleine in Deutschland ist es schon sehr geil, dass sich das eigene Hobby einigermaen finanziell trgt.

Beschreibt unseren Lesern doch einmal selbst euren Metal-Stil, fr alle Leute, die euch noch nicht gehrt haben sollten!

Lucas: Ja, was frher als Melodic Death Metal angefangen hat, wurde dann zu recht progressiven Melodic Death Metal. Mittlerweile, also speziell auf der neuen EP, wrde ich den Stil als straighten Death Metal beschreiben. Wir sind etwas rifflastiger geworden, natrlich nicht komplett, ohne eingngige Melodien, und das durchschnittliche Songtempo wurde etwas gesenkt. Ich denke das steht uns ganz gut!

Philipp: Lucas hat das schon sehr fein beschrieben. Auch bei uns kann man von einer Entwicklung sprechen, die sich mehr und mehr zu einer, so denken wir, Eigenstndigkeit im Sound hin entwickelt hat. Nach wie vor liest man in Reviews von Progressivitt, wenn allerdings in einer zugnglicheren Art, als auf unserm Debtalbum "Beyond The Pale". Unsere Ep "Slaughter Race", die man sofort und unbedingt fr lau unter www.defaced-music.com downloaden kann, ballert mit beiden Fen voran ins Gesicht! Vielleicht kann man, bzw. ich hoffe doch, auch den Gesang als Wiedererkennungswert heranziehen, der nun mal nicht 0815 ist.

Habt ihr bestimmte musikalische Vorbilder und Bands die euren Musik-Stil besonders geprgt haben?

Philipp: Ach das ist natrlich immer so eine Frage, die man jeden von uns einzeln stellen knnte, aber ich denke, dass wir alle im Teenager-Alter riesige Fans von Bands wie At The Gates, Edge of Sanity, Opeth und Konserten waren, die erstmals eine Grundaffinitt zum Melodic Death Metal mit sich gebracht haben. Allerdings sind wir alle der Meinung, dass wir stets ohne Scheuklappen durch die Musikwelt gehen sollten, so dass uns natrlich auch Bands, die heute ihren Hhepunkt haben, beeinflussen. Dennoch ist es uns sehr wichtig, dass man uns angesprochene Eigenstndigkeit attestiert.

Eure neue EP "Slaughter Race" strotzt vor Strke und Energie. Ihr habt die ganzen Songs in Eigenregie produziert und verffentlicht! Seit ihr auf der Suche nach einem geeignetem Label, oder geniet ihr es eure Anliegen in Eigenregie entscheiden zu knnen?

Lucas: Ich denke beides. Grundstzlich sind wir schon auf der Suche nach einem Label. Man ist finanziell und promotechnisch im Idealfall einfach besser aufgestellt und kann anders arbeiten. Man muss sich beim Songs schreiben z.B. keine Gedanken machen, ob und wenn ja, wie man die Arbeit verffentlichen kann. Mit einem Label wre das sicherlich einfacher. Nichts desto trotz haben wir das bis jetzt auch sehr gut hinbekommen, nicht zuletzt dank Philipp unserem "Manager", der sich um viele Dinge kmmert. Aber ich wrde schon sagen, dass wir auf der Suche nach einem vernnftigen Label sind.

In den Ankndigungen zu eurer neuen EP liest man fters, dass sich euer Stil hrbar gendert hat! Wie kam es dazu, neuen Wind in den eigenen Stil bringen zu wollen?

Lucas: An die EP sind wir nicht mit dem Vorsatz ran gegangen, etwas verndern zu wollen. Wir sind wie immer ans Songwriting gegangen und dann haben sich die Songs so ergeben. Man merkt, dass uns der "neue" Stil sehr gut steht und wir ihn live auch sehr gut rber bringen knnen. Ich behaupte, dass Bands auch einige Zeit brauchen, um ihren Stil zu finden. Ich wrde sagen, dass das bei uns so langsam passiert ist...!

Ihr bietet "Slaughter Race" als kompletten und kostenlosen Download auf eurer Homepage an! Das "Zeitalter des Downloads" wird von vielen Knstlern eher kritisch beugt. Wie steht ihr als Musiker zu den neusten Entwicklungen? Wird die CD wirklich aussterben?

Lucas: Ich finde die Mischung aus beidem macht's. Ein Album zu verffentlichen, ohne auch eine physische Version zu haben, finde ich irgendwie nicht vollstndig. Die kostenpflichtigen Streaming-Angebote finde ich nicht schlecht. Wenn es einem in erster Linie darum geht, dass die Musik gehrt und verbreitet wird ist das eigentlich Optimal. Wenn man irgendwann nur noch aufs Geld schaut, sieht man das sicherlich anders. Dass die CD ausstirbt, wrde ich nicht sagen. Vielleicht irgendwann mal, aber erst mal nein!

Philipp: Auch hier kann ich Lucas wieder nur zustimmen. Die Metalszene ist einfach ein Volk, was etwas handfestes haben will und das kann ich als Sammler gut verstehen. Deshalb war es nicht nur mir wichtig, dass es "Slaughter Race" auch als physische Version fr die verrckten unter uns Metal Headz gibt. Ich bin der Meinung, dass sich auch heute nach wie vor eine CD verkauft, wenn sie neben der Musik etwas bietet, sprich ein geiles Artwork und eine schne Verpackung. Und wenn man dann beides noch fr nur 8 als auf nur 250 Stck limitierte Box bekommt, dann hat man als Fan auch etwas, auf das man stolz sein kann, weil es nicht jeder hat.

Erleichtern Downloads die Verbreitung des eigenen Materials? Erreicht man erfolgreicher neue Hrer und Fans? Was sind eure Erfahrungen?

Lucas: Ich denke schon. Viele jngere Fans, die kein Geld ausgeben wollen oder knnen, knnen sich trotzdem die Musik anhren. Auch kann man Leute berzeugen. Viele laden sich die EP runter und kaufen dann trotzdem eine CD. Man kann die Musik quasi Probe hren. Das ist eine tolle Sache. Und auf Konzerten verkauft man meist immer noch gengend Exemplare.

CD oder Downloads? Was bevorzugt ihr als Hrer neuer Verffentlichungen?

Lucas: Auch wenn ich selber relativ viele CDs besitze hre ich eigentlich ausschlielich digital Musik. Ich nutze sehr viel Spotify und hre da auch Neuerscheinungen, sofern verfgbar. In Zeiten von iPhone und Co. ist das eine Supersache, gerade auch unterwegs. Man ist natrlich auf eine Internetverbindung angewiesen, aber die gibt es mittlerweile auch (fast) berall. Eine spezielle Version eines Albums z.B. wre aber immer noch ein Anreiz die physische Version zu kaufen.

Philipp: Ich liege da glaub ich genau in der Mitte. Auch ich nutze Spotify um Musik "Probe zu hren" aber kaufe doch sehr viele CDs, auch wenn es oft aus zweiter Hand ist. Trotzdem freue ich mich, wie Lucas, ber eine schne, exklusive Version eines Albums, wofr ich auch schon 50 ausgegeben habe. Dennoch man darf sich dem digitalen Zeitalter nicht entziehen. Warum nicht auch ein Album online verschenken, wie es auch schon Nine Inch Nails getan haben, und die Fans mit einem schnen Package mit dem Kauf belohnen. Aber das hat natrlich auch immer mit der Herangehensweise zu tun, ob man von den Verkufen leben muss oder nicht.

Wer bernimmt bei euch das Songwriting? Wer schreibt die musikalischen Kompositionen und wer bernimmt das Texten eurer Lyrics?

Lucas: Das Songwriting bernehmen im Prinzip grtenteils Lutz und ich. Dabei schreibt Lutz meist das Songgerst. Ich setzte dann die Drums darber und mache in 95% der Flle noch nderungsvorschlge am Arrangement oder zu Melodien etc. Maze ist fr die Basslines zustndig, steuert aber auch Riffs und teils komplette Songteile bei. Philipp schreibt die Texte. Im Prinzip entsteht der Song, den der Fan dann bekommt aber schon in gemeinsamer Arbeit.

Philipp: Ich gebe dann ab und zu noch kleine "Nichtmusikereinwnde" bei, die ab und zu Beachtung finden und den einen oder anderen Song auch interessanter gemacht haben! (lacht)

Habt ihr bei euren Texten ein besonderes Thema, das von euch aufgegriffen wird?

Philipp: Jein. Es gibt auf den bisher verffentlichten Platten keine Konzepte. Und ich muss auch sagen, dass mir das Schreiben von Texten nicht einfach fllt. Dennoch bin ich mit 99% ganz zufrieden. Grade auf "Slaughter Race" fllt die Sozialkritik etwas deutlicher, sowohl was nationale als auch weltweite "menschliche Phnomene" angeht, aus.

Damnation Defaced

Die Reaktionen auf euer neustes Werk waren fast durchgehend sehr positiv! Ist man von solch einem Erfolg noch berrascht? Oder ward ihr diesmal auch 100 prozentig berzeugt von eurem neuen Songmaterial?

Lucas: Wir haben uns sehr ber die Reaktionen gefreut. Wir waren mit den 4 Songs sehr zufrieden, waren aber sehr zwiegespalten, was die mgliche Reaktionen der Fans angeht. Es ist nun mal schon anders als unsere bisherige Musik. Wir haben uns gesagt "Entweder mgen es die Leute oder sie finden es scheie! Dazwischen wird es wohl eher nichts geben." Und so ist es im Prinzip auch eingetreten, blo dass der positive Teil zu unserem Glck berwiegt!

Philipp: Im Vergleich zu "Beyond The Pale" sind die Reaktionen bombastisch. Vor allem freu ich mich als Snger darber, dass sich die Art und Weise, wie ich mir meine Vocals vorstelle, und sich gefunden haben, jetzt durchgehend auf positive Resonanz stt. Das war beim Album noch anders, als ich mit diesem nicht "death-metal-typischen-Gesang" experimentiert habe, der einfach mein Ding ist. Da gab's auch schon mal ein "Kackstuhl-Vocals" zu hren! (lacht!)

Trifft sich Demnation Defaced noch regelmig im Proberaum?

Lucas: Ja! Es gab Zeiten, da haben wir nur noch 2-3 mal vor Gigs geprobt. Mittlerweile proben wir wieder regelmig 1-2 mal die Woche. Das ist einfach gut fr das "Bandgefhl". Die neue EP hat dabei auch neuen Wind reingebracht.

Ihr habt bereits mehrere EPs und sogar ein Album verffentlicht. Wie sehen die Plne nun aus, wann wird es erneut ein Album von Damnation Defaced zu hren geben? Gibt es da schon konkrete Plne?

Lucas: Der Plan ist 2013 ein neues Album aufzunehmen und das dann in irgendeiner Weise zu verffentlichen. Wie und wann ist allerdings noch nicht klar. Da kann Philipp bestimmt noch was zu sagen...

Philipp: Wir werden definitiv dieses Jahr noch ins Studio gehen, das mssen wir uns jetzt einfach mal als Ziel setzen. Wenn dann ein fertiges Produkt mit Artwork und Co. steht, dann heit es auf Labelsuche zu gehen oder das ganze wieder in Eigenregie herauszubringen. Ob das vielleicht schon 2013 oder Anfang 2014 wird, das lsst sich im Moment noch nicht sagen. Aber das Songwriting flutscht, auch weil wir uns wieder mehr im Proberaum sehen.

Wird man in 2013 Damnation Defaced auch fters live zu sehen bekommen? Welche Termine sind bereits fest eingeplant?

Lucas: Als erster Termin dieses Jahres steht noch unsere Releaseparty am 22.02. an und am Samstag danach ein Gig in Ostfriesland. Auerdem wird man uns dieses Jahr wieder auf dem "Break the Ground Festival" in Ahnsbeck/Celle sehen knnen. Weitere Termine kann man auf unserer Homepage sehen.

Philipp: Je mehr, desto besser! Ich denke wir werden auch dieses Jahr in vielen Teilen der Republik unterwegs sein - also Augen auf!

Was machen eure Band-Mitglieder hauptberuflich? Wie viel Zeit beanspruchen dabei Band und Musik?

Lucas: Ich bin selbststndig als Veranstaltungstechniker, habe aber jngst noch ein Studium im Bereich Elektrotechnik angefangen. Der Rest von uns studiert auch noch und/oder jobbt noch nebenbei.

Was gibt es nach der neuen Verffentlichung nun fr anstehende Plne und Wnsche, die sich fr eure Band noch erfllen sollten?

Lucas: Wir wrden gerne mal eine etwas grere Tour und Festivalgigs spielen. Daran arbeiten wir.

Philipp: So sieht es aus, es ist nach wie vor nicht einfach fr uns, an die greren Festivals heranzukommen. Das bedeutet viel Klinken putzen und eine hohe Frustrationsgrenze. Aber ohne Flei kein Preis - Oh Gott klingt als wenn unsere Eltern das sagen wrden!(lacht)

Was war bis jetzt das Schnste und Beeindruckendste, was ihr mit eurer Band bis jetzt erleben durftet?

Lucas: ich wrde sagen, das war der Gig auf dem Metal Camp in Slowenien und die Reise dorthin, das war schon ein Abenteuer!Oder auch der Dreh mit dem Checker. Aber wir haben eigentlich immer uerst viel Spa! (lacht)

Philipp: Damnation Defaced bedeutet von sich aus Erlebnis vom Feinsten. Wir sind wie eine Familie, die auf Wochendend-Urlaub geht und jede Menge Scheie und Verrckten Kram erlebt, was an den queren und bescheuerten Kpfen in dieser Band liegt. Nahezu bei jedem Gig gibt es eine Anekdote, die jedoch oft mit Situationskomik einhergeht.

Was wrdet ihr unseren MyRev-Lesen am Schluss noch gerne mit auf den Weg geben?

Lucas: Wenn wir bei euch in der Nhe spielen, kommt zu den Gigs, supportet uns, kauft evtl. Merch und erzhlt allen, was wir doch fr eine tolle Band sind! (lacht)

Philipp: Ladet euch vor allem unsere EP "Slaughter Race" fr lau auf www.defaced-music.com runter und verfolgt uns auf Facebook. Da gibt's auch immer wieder bescheuertes zu lesen, was diese Band so sympathisch macht! Vielen lieben Dank an dich Steffi und an Euch Leser frs Interesse! Auf ein Bier beim Merchstand! DD

Da fehlt doch nur noch eins: PROST!

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