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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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KHAØS
Suchen ihr Glück im Jahre 2013!
Thorsten Dietrich
www.facebook.com/khaos2012


Die Multi-Kulti Truppe Khaøs spielt nicht wie viele ähnlich klingende Truppen nihilistischen Metal der Sorte Black und Death, sondern eine moderne Mischung aus Hard Rock und Melodic Metal. Das hätte man bei der gutklassigen EP mit dunklem Cover gar nicht erwartet. Für das 2013 erscheinende Album befragte ich den Schweizer Gitarristen Mark Rossi, der mir ausführliche und informative Antworten gab.

Wie oft hat man dich eigentlich nach der Kultserie "Herr Rossi sucht das Glück" gefragt?

Lustigerweise wurde ich gerade heute Nachmittag zum letzten Mal danach gefragt. Als ich deine Frage gelesen habe, musste ich deswegen sofort schmunzeln. Ich könnte die im Titel implizit gestellte Frage auch etwas ausgedehnt beantworten: Ja Herr Rossi sucht das Glück und hat es mit Khaøs auch gefunden. Bingo, der Kreis schließt sich!

Wie kommt man als Melodic Metal / Hard Rock Act auf die Idee sich wie eine derbe Knüppelcombo zu nennen und auch noch so zu schreiben?

Warum denn derbe Knüppelcombo?

Khaos

Es gibt viele Bands im derben Metalbereich die Khaøs heißen oder es irgendwo im Namen tragen wie Khaos Aeon.

Der Name Khaos, mit dem durchgestrichenen norwegischen ø Khaøs geschrieben, könnte für dieses Projekt nicht passender sein. Chaos steht für den Urzustand der Welt, zuerst entstand das Chaos und später die Erde und Khaøs steht auch für etwas Dynamisches. Im Grunde genommen die zwei wichtigsten Elemente dieser Band, denn Khaøs ist in der Tat aus dem Nichts entstanden, aus dem kreativen Chaos, das mich während der letzten Musikproduktionen begleitet hat und aus dem Wunsch heraus etwas Lebendiges zu formen, das seinen eigenen Regeln folgt. Das durchgestrichene ø, das auch als Symbol der leeren Menge gelesen werden kann, will mit Inhalten und Geschichten gefüllt werden, ist zugleich auch eine Hommage an Skandinavien, ist ein Eyecatcher und sorgt für optische Dynamik auch im Titel. Ich finde den Namen in seiner besonderen Schreibweise ein stimmiges Paket, das mit der Musik sehr gut harmoniert und bin mit der Wahl, optisch wie soundtechnisch sehr zufrieden.

Ganz ehrlich, auf den ersten Blick seht ihr wie so ein typisches ("gecastetes") Melodic Rock Projekt von Frontiers aus, der Sänger von X und der Gitarrist von Y, plus diverse andere, verstreut über die Welt. Wie kam das zustande?

Interessant, denn gecastet wurde hier niemand und mit Frontiers hat unser Sänger Chandler früher zusammengearbeitet. Aber ich kenne sie nicht und halte auch nichts von künstlich zusammengesetzten Combos. Die Wahl der Khaøs-Musiker hat sich auf völlig natürliche Weise ergeben. Die Kontakte kamen dank dem Internet zustande. Im Grunde genommen waren alle Empfehlungen aus erster Hand, denn ich suchte passende Leute, um mein musikalisches Konzept umzusetzen. Und die habe ich innert kürzester Zeit, ohne Auditions oder Probeaufnahmen gefunden. Die Leute haben einfach perfekt zur Musik gepasst und dies hat gereicht.

Warum noch eine Band?

Warum noch ein Film, ein Musical oder ein Buch? Der Mensch braucht ständig Kulturgüter, um sich weiterzubilden, um sich zu unterhalten, um zu wachsen. Und wenn es drunter solche gibt, die sich in irgendeiner Form von anderen unterscheiden, dann ist die Chance umso größer, dass sie in Erinnerung bleiben. Ich sag besser Originale als Remakes. Wir versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten so originell wie möglich zu klingen und wollen niemanden kopieren. Und weil ehrlich gesagt du heute die Anzahl neuer, richtig geiler Bands auf einer Hand zählen kannst und dies ein guter Grund bereits ist, selber was Neues zu riskieren.

Wenn ich sage, ihr klingt wie ne Mischung aus Daughtry, Nickelback mit klassischem Hard Rock, siehst du das ähnlich?

Naja Daughtry sagt mir nicht sehr viel, Nickelback haben vor allem an Anfang recht gute Songs geschrieben und klassischer Hard Rock gehört durchaus zu unserem musikalischen Background, insofern kann ich deine Frage teilweise bejahen, zumal ein australisches Magazin über uns geschrieben hat, wir klingen wie Nickelback, aber mit Leidenschaft, was ich als positive Weiterentwicklung interpretieren kann. Um auf die Frage zurückzukommen, würde ich lieber sagen eine Mischung aus Beatles, Alterbridge mit klassischem Hard Rock. Diese Namen liegen mir näher als die von dir erwähnten.

Ihr habt ja die EP als digitalen Download und Visitenkarte für die Labels gemacht, wie sieht es im Moment aus, habt ihr schon Optionen? Viele Bands machen ja alles selber, da die Labels eh nichts mehr zahlen, bei einigen muss eine Band ja Geld mitbringen.

Wir werden gleich nach den ersten Recordings das Thema der Veröffentlichung unserer ersten Scheibe angehen und eine Zusammenarbeit mit einem Label prüfen. Wir haben bereits einige Kontakte. Ich schließe aber nicht aus, so wie unsere EP "Rising" auch das Album selber zu releasen, denn produziert und finanziert ist es sowieso in Eigenregie. Für dessen Vertrieb werden bestimmt Wege und Zusammenarbeiten geprüft, denn ganz alleine und ohne jegliche Hilfe kann heutzutage ein Album nicht vertrieben werden. Obwohl wir an verschiedenen Standorten agieren und zwei Erdteile abdecken, können wir unsere Vorort-Präsenz nicht überall gewährleisten. Und Vorortpräsenz ist heute gefragter denn je, wenn man was erreichen möchte und bei den Leuten sein will.

Sicherlich habt ihr die Musik an verschiedenen Orten aufgenommen, das hört man dem Sound von Rolf Munkes nicht an und davon lebt die EP. Würdet ihr das wieder so machen, oder ist das nächste Mal ein Studio für alle die Option?

Wir werden oder besser gesagt sind bereits dran das erste Khaøs Album genau nach dem gleichen Verfahren aufzunehmen, dass für die EP Produktion gewählt wurde. Das zeitunabhängige Aufnehmen an verschiedenen Standorten, ist in der Recordingtechnik mittlerweile ein Standard geworden. Wer nimmt noch im gleichen Studio zur gleichen Zeit auf? Nicht einmal AC/DC nehmen mehr alle zusammen im gleichen Raum auf. Die Zeiten haben sich für alle verändert. Es sei angefügt, dass der Grundsound des Albums in ein und demselben Studio (Empire Studios) aufgenommen wird, ledi,glich Vocals und Bass werden in New York und in der Schweiz aufgenommen. Klar, zur Option einer gemeinsamen Aufnahme aller im selben Raum, wie zu Beatles Zeiten würde ich nicht nein sagen, wäre bestimmt spannend nicht aber entscheidend für unseren Sound, der von anderen als typischen Liveelementen lebt.

Khaos

Live spielen wollen die Bands aus Übersee immer in den Interviews, die ich lese, aber viele schaffen es nicht aufgrund der Kosten. Wie sieht das bei euch konkret aus?

Mit dem Albumrelease stellt sich das Thema der Promotion und Vertriebs. Die beste Promo für eine Band sind nach wie vor die Konzerte, an welchen die Musik direkt präsentiert und auch der eine oder andere Tonträger verkauft werden kann. Da bei uns nur ein Viertel der Band aus Übersee stammt, bleibt das Kostenthema im Rahmen, denn es ist nicht unmöglich eine Person einzufliegen und im Rahmen einer Tour die damit verbundenen Transportkosten einigermaßen abzudecken. Würden wir drei Europäer in die Staaten fliegen wäre es eine Nummer schwieriger, die Flugkosten allein durch die Gagen zu finanzieren. Klar, wir alle würden sehr gern unsere Musik live spielen und machen uns bereits Gedanken, wie wir bald auch live Khaøs stiften können.

Du hast bestimmt alle Rezensionen gelesen, bist du zufrieden, oder war da auch mal eine oder mehrere unangenehme Texte dabei?

Ich bin mir nicht sicher, alle Rezensionen gelesen zu haben. Es waren nicht wenige. Die relevanten waren alle sehr zufrieden stellend. Etwas wirklich Unangenehmes habe ich soweit nicht entdeckt. Klar, wenn man auf den Markt geht, ist man ein Stück weit exponiert und der Kritik ausgesetzt. Mit solcher, positiver wie negativer muss man umgehen können. Jedem kann man auf jeden Fall nicht gefallen. Als Musikkonsument wünsche ich mir von der Fachpresse mehr qualitativ "hochstehende Beratung". Was man oft liest ist leider haarsträubend oder in einer desolaten Form geschrieben. Viele Interviewer müssten sich etwas mehr anstrengen, objektiv und vor allem informativ zu berichten.

Anders gefragt: Wie fest ist euer Lineup und was wollt ihr 2013 machen?

Unser Lineup ist sehr fest! Es gibt keine austauschbaren Posten und Köpfe bei Khaøs. Alle Musiker identifizieren sich hundertprozentig mit dem Projekt und sind wichtige Bestandteile von unserem Sound. Ohne Chandler, Mark, Nic und Trevor würde die Band nicht so klingen, wie sie klingt. Ziele fürs kommende Jahr? Unser erstes Album herausbringen und mit Khaøs die Welt erobern!

Dann hoffen wir mal auf das Beste für 2013 für die Fünf.

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