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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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KAMELOT
Skandinavier haben handfeste Vorteile!
Thorsten Dietrich
www.kamelot.com


Kamelot sind zurck mit neuem Snger, neuem Album und waren auch direkt damit auf Tour. Die deutsche Fraktion der multinationalen Band ist der Keyboarder und Gitarrist Oliver Palotai, dem ich mal wieder ein paar Fragen stellen konnte. Hierbei berzeugt Oliver mit durchdachten Antworten die sich fr mich nicht wie die Phrasen vieler Kollegen anhren!

Oliver, das neue Kamelot Werk ist nun drauen und viele Fans fragen sich sicherlich was aus Roy Khan geworden ist, existieren da offizielle Neuigkeiten zu dem Mann?

Nein, so seltsam es sich anhrt. Roy hat sich ganz in seine Privatsphre zurckgezogen und den Kontakt zum Musikbusiness und selbst engen Freunden abgebrochen. Was genau da passiert ist, wissen wir demnach selbst nicht.

Ihr habt fr die Nachfolge Khans sicherlich hunderte Bewerbungen bekommen. Wie lief das Ganze ab, ist es Zufall wieder einen Skandinavier in der Band zu haben, oder lag das Ergebnis aufgrund der Stimme chnell fest?

Insgesamt waren es 800 SngerInnen, die wir zur Auswahl hatten. Natrlich war das schnell auf einen kleineren Kreis reduziert. Diesem schickten wir den ersten Song, den ich fr das neue Album schrieb, "Song For Jolee", damit die Kandidaten Gesangsideen aufnehmen konnten. Tommy Kareviks Version war dann der Hammer und die Entscheidung stand schnell fest. Dass er Skandinavier ist, war Zufall, aber die Jungs und Mdels aus der Ecke haben einige handfeste Vorteile. Der Staat untersttzt Knstler wie in kaum einer anderen Gegend der Welt. Deswegen gibt es auch mehr gereifte Musiker, man spricht dort sehr gutes Englisch, da Filme nicht synchronisiert werden, und die Mentalitt passt gut zu einer Band wie Kamelot.

Kamelot

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Tommy optisch, sowie auch stimmlich seinem Vorgnger hnelt. Wie viel Kalkl als Band, jedenfalls was die Stimme betraf, siehe Foreigner oder Journey lag in dieser Entscheidung?

Es ist so, dass das Songwriting auch stark die Art der Interpretation beeinflusst. Tommy klingt mit seiner Band Seventh Wonder ganz anders. Aber natrlich beschftigte er sich stark mit Roys Aufnahmen, schon allein, weil er die ganzen alten Songs lernen musste. Wir haben jedenfalls nicht aktiv nach jemandem gesucht, der nach Roy klingt. Wir konnten uns auch einen extremen Bruch vorstellen, haben z.B. auch weibliche Kandidaten mit in die Auswahl genommen.

Bei den Credits mischen neben Bandboss Thomas Youngblood du und Sascha Paeth ebenso wie Tommy mit. Wie gro sind da im doch sehr klassischen Kamelot Album die Einflsse von dir, Thommy und Sascha?

Man kann in jeder Hinsicht von jeweils einem Viertel sprechen. Thomas und ich trafen uns ganz zu Beginn in meinem Heimatort nahe Stuttgart, dann in Florida, wo dann rund 75% der Stcke grundlegend geschrieben wurden. Danach traf ich mich mit Tommy, ebenfalls in Schwaben, um Gesangslinien zu entwerfen. Dort entstanden z.B. "My Confession" und "Torn". Schlielich verbrachte Tommy lngere Zeit in Wolfsburg bei Sascha Paeth, um weitere Vocals aufzunehmen, zu re- arrangieren, und noch restliche Songs zu schreiben. Abschlieend setzten Miro und ich die Orchestrationen drauf.

Ist Sascha Paeth nicht nur Produzent, Songwriter und Freund, sondern quasi das sechste Bandmitglied, der Paul O'Neill bei Kamelot?

Sascha ist sehr wichtig fr die Band und hat den Sound mageblich mit beeinflusst. Er ist einfach ein musikalischer Tausendsassa. Schwer zu sagen, wie die Band ohne ihn klingen wrde. Wenn man aber andere Bands anhrt, die er produziert, wie z.B. Epica oder Avantasia, merkt man sofort, dass diese komplett anders klingen. Vielleicht beantwortet das die Frage am besten.

Wenn ich sage, dass euer neues Album ein typisches Kamelot Werk ist, stimmst du mir dann zu oder nicht?

Hm, ja, wobei ich natrlich nicht genau wei, was fr Dich "typisch" ist. So gesehen ist ja alles, was aus unserer gemeinsamen Feder stammt, Kamelot. Aber ich glaube, Du sprichst auf die Richtungsnderungen an, welche die Band mit den letzten beiden Alben eingeschlagen hat, und die wir nun etwas zugunsten des traditionellen Sounds korrigiert haben. Da bin ich selbst auch stark fr verantwortlich, da ich mich immer strker an "The Black Halo" oder "Karma" orientierte als an "Ghost Opera" oder "Poetry For The Poisoned". Kamelot

Auf Tour seid ihr mit gar vier Bands insgesamt, ist das nicht etwas viel fr die Fans, oder sind solche Touren nur so finanzierbar heutzutage, wenn man nicht Maiden oder Metallica ist?

Die Finanzierbarkeit spielte diesmal keine so groe Rolle. Natrlich wrden wir damit gerne mehr Leute in die Hallen kriegen, aber auer fr Xandria wurde kein Ticket mehr verkauft, glaube ich. Und brigens zahlte keine Support- Band den sogenannten Buy On, was ja gang und gbe ist, also einen gewissen Betrag an die Headliner-Band pro Konzert. Teilweise sind das labelinterne Abmachungen. Richtig ist aber, dass man den Break Even, also die schwarze 0 in der Bilanz, gar nicht so leicht erreicht mit einer Tour. Grtenteils verdienen wir nur am Merchandise, der Rest sind laufende Kosten, Techniker, Busse, Hotelzimmer, Mautgebhren etc...

Mit so viel Alben im Hintergrund, gab es da mal die berlegung, mit einer Tour nur die ersten sechs Alben zu spielen, oder gar die letzten vier z.B.?

Ich finde solche Konzepte eher uninteressant. Die Songs, die unsere Fans fordern, sind ber alle Alben verteilt, und so wahnsinnig viel touren wir ja nicht. Wenn wir alle vier bis sechs Jahre in bestimmten Stdten aufschlagen, versuchen wir so viele Fans wie mglich zufrieden zu stellen.

Viele Bands sind durchorganisiert auf Jahre hinaus, ihr auch?

Meist wissen wir ca. ein Jahr voraus, was passiert.

Kamelot sind wieder auf Kurs, hoffen wir dass es so bleibt und das sie weiter tolle Alben machen!

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