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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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BLOWSIGHT
Bloß keine Langeweile!
Thorsten Dietrich
www.blowsight.com


Der wandlungsfähige Vierer aus Stockholm, Blowsight, ist schon mit dem dritten Album am Start, was auf den Namen "Life & Death" getauft wurde und wieder sehr anders als die ein Jahr zuvor erschiene EP "Shed Evil" tönt. Blowsight die auch mit ganz unterschiedlichen Combos auf Tour waren, haben hier die Extreme ausgelotet. Der gut aufgelegte Frontmann Nick Red stand mir zur Verfügung und hatte zu meinen Fragen auch plausible und recht gewitzte Antworten parat. Außerdem erzählt er vom Tourleben und das gerade eine deutsche Band dieses Jahr seine Band, besonders gut behandelt hat. Da habe ich allgemein leider von vielen Tourneen und anderen Vorbands ganz gegenteilige Geschichten gehört.

Nick, ihr habt zwei Alben und eine EP in einer relativ kurzen Zeit gemacht, nun ist das neue Album draußen. Woher nehmt ihr all die Energie?

Ja, das ist eine verdammt gute Frage! Ich bin nicht sicher. Wenn du mich fragst, kommt es daher, dass ich so verschiedene Musikstile mag! Es inspiriert mich zu schreiben und zwar alles, von der langsamen Ballade bis zum flotten Metallied. Es gibt gute Musik und gute Musiker in jedem Genre dort draußen. Anstatt mich zu limitieren, und ich kenne eine Menge Musiker da draußen die das machen, nehme ich jedes Albumm was gut ist. Es ist egal ob es The Strokes, M.I.A. oder Machine Head sind, die machen alle gute Musik.

Blowsight

Das neue Album sieht richtig dunkel aus und auf der Rückseite sind die Songtitel auch schwer zu lesen, bist du mit dem Ergebnis wirklich zufrieden?

Ich sag dir wie es war. Das Veröffentlichungsdatum für „Life & Death" war nach der Tour mit Oomph! diesen Herbst. Aber wir wollten mit neuen Liedern touren, weshalb wir eine Art „sneak preview" des Albums machten. Das Dunkle symbolisiert, dass die Platte noch im Schatten ist. Ich liebe den Fakt, dass es so dunkel und versteckt aussieht. Es ist nicht die „Hey schau mich an!" Attitüde die viele Alben heutzutage haben. Alle Blowsight Fans die diese erste Version gekauft haben, lieben diesen Akt da sie wissen, sie waren die ersten. Die nächste Auflage die gedruckt wird, erscheint heller."

Im Vergleich zur davor erschienenen und sehr metallischen EP, ist das neue Werk ein großer Mischmasch aus Allem und tanzt mehr als früher wild zwischen den Stilen, warum?

Weil, wenn ich ein Album höre, dass 14 Lieder oder so mit dem gleichen Stil beinhaltet, ich nach acht Minuten gelangweilt bin. Ich möchte konstant gefordert werden. Hör dir mal „The Shape Of Punk To Come" von Refused an! Das ist es, was ich ein abwechslungsreiches Album nenne! Ich brauche das, ich denke das ist mutig. Metallica machen dasselbe, sie erfinden sich immer neu genauso wie Queen oder die Beastie Boys. Das lässt mich interessiert bleiben. Nach dem Motto: Was wird ihr nächster Schritt sein?

Das mit dem versteckten Song am Ende nach einer langen Pause ist eine sehr alte Idee. Ihr überrascht mit einem coolen und sehr brutalen Song. Was wolltet ihr mit dieser minutenlangen Stille ausdrücken?

Dass das Album zu Ende ist. Der versteckte Track brauchte etwas Distanz vom aktuellen Album. Der Weg und wie der Song entstanden ist, ist anders als bei den anderen. Es war, als ich mit Fabz und Seb Xbox spielte und Sepultura um zwei Uhr in der Nacht hörte. Nicht sehr nüchtern und wir wollten einfach was brutales aufnehmen. Der Text war nicht sehr schwer, im ersten Vers mussten nur coole Metalworte sein, wie „blood", „death", „destruction" und der ganze Kram. Die andere Strophe ist dann das Gegentiel mit Wörter wie fruit juice", „bunnies", „happy", so ein Zeug halt. Doofer, schwedischer Humor (lacht). Es kostete uns eine Stunde um es aufzunehmen und zu produzieren. Drummer Fabz spielte gar ein Gitarrensolo drauf. Das ist ein weiterer Grund warum es kein offizieller Song ist, es ist so rau.

Blowsight

Glaubst du euer Mix verschiedener Stile könnte sehr extreme sein für eure Hörer, oder glaubst du ihr sprecht so mehr Musikfans an mit diesem „Crossover" Sound?

Für mich persönlich sehe ich kein Problem. Ich finde unsere Mixtur nicht extrem! Wenn ich mich mit Leuten nach den Konzerten unterhalte, haben die alle ihre favorisierten Lieder, alles unterschiedliche Titel. Ich schreibe die Musik, wenn ich mich danach fühle, wir haben nie einen Song heraus geworfen wenn dieser zu wenig Blowsight zu sein schien. Ein guter Song ist ein guter Song. Ich glaube schon, dass unsere Fans sehr open minded sind. Wir haben Green Day, Slayer, Chimaira und My Chemical Romance Shirts im Publikum. Alle sind friedlich vereint und das ist eine sehr tolle Sache!

Ihr seid mit einer Menge unterschiedlicher Bands auf Tour gewesen. Welche davon war deine persönlich beste und welche Gedanken für kommende Touren habt ihr euch gemacht?

Die beste Tour? Wow, das ist schwierig. Die erfolgreichste war definitive die letzte Tour mit Oomph!. Die waren so nett zu uns und bei beiden Bands hat es wirklich Klick gemacht. Wir teilten den gleichen blöden Humor und hatten eine Menge Aftershowparties. Auf manchen Touren gibt es Orte mit nur einem Backstageraum, eine Menge Bands die wir vor Oomph! supportet haben, wollten diesen Raum für sich und fragten ob wir im Tourbus bleiben können. Mit Oomph! war das ganz anders. Die hatte nicht mal die Idee, dass der Raum für beide Bands nicht groß genug wäre. Wir machen dasselbe wenn Bands uns supporten. Man muss da was offen sein.

Welche Band magst du privat am Liebsten und hat deinen Sound und Songs beeinflusst?

Ich bin ein großer Björk Fan. Alles was sie anfasst wird zu Gold und letztendlich hatte ich diesen Sommer die Chance sie zu sehen. Sie ist die einzige Künstlerin, die mich zum Weinen brachte, nur weil ich sie so gut finde. In letzter Zeit habe ich aber auch viel die ersten beiden Machine Head Alben sowie Gojira, Sikth und Dillinger Escape Plan gehört. Das ist alles fortschrittlicher Gitarrenstoff, der mich dazu verleiten möchte, meine Gitarre in die nächste Ecke zu werfen (lacht). Manchmal höre ich auch zu Hause gerne Klassiker von Marylin Monroe. Frauen wie die existieren nicht mehr, bringt mich zurück in die Fünfziger!

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