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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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ZEROGOD
Ohne Gott auf dem Weg zur Weltherrschaft!
Steffi Mller
www.zerogod.de


"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?" - Diesen Satz sollte man sich im Bereich Metal und im Underground wieder einmal fters durch den Kopf gehen lassen! Und so fhrte mich meine musikalische Reise diesmal lediglich auf die andere Rhein-Seite nach Rheinland-Pfalz, wo die Death-Metaller von Zerogod zu Hause sind! Mit ihrem neusten Werk "Microcosmik Chaos" haben die Jungs aus Pirmasens nicht nur mich von ihrem brachialen Talent berzeugt, sondern auch zahlreiche andere Lobeshymnen einheimsen knne. Absolut kein Wunder!!! Und so war es mir eine Ehre, bei diesen Musikern doch einmal genauer nach zu haken...

Wie und wann entstand eure Band "ZEROGOD" eigentlich?

FLO: Die Band wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends aus den berresten von Thilos alter Band "Fragments of Insanity" gegrndet. Ich habe Thilo damals auf einer Party kennengelernt, auf der wir die einzigen beiden Metaller waren und lustigerweise noch das gleiche Shirt getragen haben. Da war uns absolut klar, dass wir unbedingt zusammen Musik machen mssen!

Wie kamt ihr auf euren Band-Namen, und welche genaue Bedeutung hat dieser fr euch?

Thilo: Die Band trgt den Namen "ZEROGOD", weil fr uns Religion oder Glaube irrelevant sind. Im Prinzip spielen glaubens- bzw. religionsbezogene Aspekte in der Bandphilosophie keine Rolle. Wie jedes einzelne Bandmitglied dazu steht, ist allerdings seine Sache. Wir hatten auch schon bekennende Christen als Bandkolleg(inn)en. Aber ZEROGOD (als Bandeinheit) ist weder satanistisch (was vielleicht manch einer vermutet...), noch christlich, noch sonst wie eingestellt - null Gott, eben ...

Zerogod

Eurer Homepage ist zu entnehmen, dass ihr euch nach der Band-Grndung mit den Covern von "Six Feet Under"-Klassikern beschftigt habt. Was war der Wendepunkt, pltzlich eigene Songs schreiben zu wollen?

FLO: Es war eigentlich von Anfang an klar, dass wir eigene Songs schreiben wollen, da es fr uns auf Dauer sehr unbefriedigend gewesen wre, wenn wir unseren eigenen kreativen Gedanken nicht den ntigen Freiraum htten lassen knnen. Die Coversongs waren also nur eine ntige Sache in der Findungsphase der Band. Heute covern wir auch lieber gar nicht mehr, wenn sich auch ab und zu der ein oder andere Song von ARGLGL mit ins Programm schleicht, was jedoch ein altes Grindcore - Sideprojekt von Thilo war.

Im Laufe der Band-Historie musstet ihr jedoch einige Besatzungswechsel ber euch ergehen lassen, wie geht man als Band damit um, sich fters neu formieren zu mssen?

Thilo: Ganz einfach! Nicht irritieren lassen, die Nerven und die Lust nicht verlieren und einfach dran bleiben. Nur die Combos, die sich durch solche Widrigkeiten nicht entmutigen lassen, haben eine Chance auf Weiterentwicklung!

Eure erste Verffentlichung mit "Zerogod" war eine Split-CD in Eigenregie, zusammen mit der Band "Affliction"! Wie entstand diese Zusammenarbeit und die Idee genau mit diesen Jungs eine Verffentlichung heraus bringen zu wollen?

FLO: Die Zusammenarbeit entstand im Wesentlichen dadurch, dass wir bei Frank, dem Schlagzeuger von AFFLICTION, aufgenommen haben und wir uns ohnehin sehr gut verstehen. AFFLITION wollten zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls eine EP aufnehmen und dann war der Schritt zur Idee mit einer Split CD nicht mehr weit.

Wie viel Kraft und Enthusiasmus bentigt man, um eine Eigenproduktion auf die Beine zu stellen? Und wie habt ihr euch die finanziellen Mittel dazu ermglicht?

FLO: Ohne eine riesige Portion an Idealismus und Spa an der Sache, ist so etwas berhaupt nicht zu bewerkstelligen! Das Ganze braucht eine recht lange Zeit, in der alles erst mal geplant werden muss, die Songs mssen geschrieben und natrlich auch in einem besonderen Masse eingebt werden etc. Dann muss man ja noch jemanden finden, der die Songs dann aufnimmt und abmischt... Dann die eigentlichen Aufnahmen, die ebenfalls eine ganze Menge Zeit in Anspruch nehmen. Dann braucht man noch das Artwork und muss natrlich das Ergebnis dann auch ins Presswerk bringen. Alles in allem ist es ein riesiger Aufwand, der nur dadurch entlohnt wird, dass man am Ende des Prozesses dann einen Silberling in der Hand hlt, auf dem die eigene Musik verewigt ist.

Wie hat sich dann schlielich die Zusammenarbeit mit eurem Labels TWS und Vinterson Records ergeben?

FLO: Diese Zusammenarbeit lag fr uns nahe, da wir bereits beim letzten Album "Bringers of Dementia" mit TWS-SoD Records zusammengearbeitet haben und mit damit auch sehr zufrieden waren. Vinterson Records ist das Label unseres Produzenten, der eine geeignete Infrastruktur bereitstellt, um das Album nun auch in den digitalen Vertrieb zu bringen. So ergab sich daraus eine fr alle Beteiligten fruchtbare Zusammenarbeit.

Eurer Stil hat sich sicherlich im Laufe der Jahre verndert, wie wrdet ihr heute eure Art Metal den Metal-Fans beschreiben, die euch noch nicht gehrt haben?

THILO: Im groen Ganzen ist es Death Metal! Manch einer umschreibt es als Old-School. Was es wohl der Mehrheit der Metalheads da drauen leichter macht, uns einzuschtzen. Wobei diese Formulierung allerdings zu sehr vereinfacht, wie ich denke. Natrlich sind wir von Bands wie BOLTTHROWER, MORBID ANGEL, DEATH, MORGOTH, GRAVE usw. mageblich beeinflusst, aber auch der Sound vieler dieser Bands hat sich weiterentwickelt und ist nicht stehengeblieben. Insofern klingen auch unsere Songs nicht zwingend nur nach typischem "Endachtziger" Death Metal. Darberhinaus bauen wir auch gerne mal das ein oder andere ThrashRiff ein und grinden ab und an mal in unseren Songs etwas rum. Im Prinzip ist jeder Musiker wie ein Schwamm, der verschiedenartige Flssigkeiten aufsaugt und beim Ausdrcken eine ganz charakteristische Mischung wieder abgibt. Alles was Dir irgendwann mal gefllt, nimmt zwangslufig Einfluss auf Dich.

Zerogod

Euer neustes Werk "Microcosmic Chaos" hat nicht nur mich begeistert, sondern auch die Fachpresse berzeugt. Was macht einem nach Fertigstellung eines solchen Albums, besonders stolz?

FLO: Ich bin auf das ganze Album stolz. Ich bin sowohl mit den Songs, als auch der Produktion, als auch dem Artwork absolut zufrieden!

Wie geht man dabei als Band mit Negativ-Kritiken und kleineren Rckschlgen um?

FLO: Daran gewhnt man sich im Lufe der Zeit. Es wird immer Leute geben, die unsere Intentionen nicht verstehen. So wird uns z.B. vorgeworfen, dass wir uns modernen Trends verschlieen wrden, dabei ist das einer der Punkte unserer Musik, der genau so gewollt ist. Man kann es eben nicht jedem recht machen. Und das wollen wir auch gar nicht. Wir machen genau die Musik, die wir selbst geil finden!

THILO: Wie soeben erwhnt, tritt hier das Problem mit den Begriffen "Old-School" und "modern" in Relation zum Death Metal zu Tage. Wenn "modern" bedeudet, dass man klingen muss wie AMON AMARTH oder IN FLAMES, dann werden wir immer altmodisch und konservativ bleiben, weil diese Art von Death Metal nicht auf unserer Agenda steht! Wobei aber auch in unseren Songs durchaus zeitgenssische Einflsse zu finden sind. Ich hab schon von Leuten gehrt, die unsere neue Scheibe ansatzweise an HATE ETERNAL, SIX FEET UNDER oder an LEGION OF THE DAMNED erinnert. Und so "unmodern" sind diese Bands ja jetzt eigentlich nicht, oder? Also diese Formulierungen sind relativ...

Behandeln die Songs auf "Microcosmic Chaos" eine besondere Thematik?

FLO: Ja, das tun sie in der Tat. Die meisten Songs handeln von den Irrwegen der Menschen in der modernen Gesellschaft und der Hilflosigkeit des Individuums, sich in dies Welt zurechtzufinden.

Was ist euch an eurer Musik besonders wichtig? Was soll sie ausdrcken und vermitteln?

THILO: Ich habe mich irgendwann mal fr Death Metal entschieden, weil diese Musik Kraft vermittelt wie keine andere. Ergo soll unsere Musik Kraft ausdrcken! Darberhinaus gibt es - meiner Meinung nach - keine andere Musik, die so perfekt in ALLEN Geschwindigkeitsextremen funktioniert. Death Metal kann superschnell sein (z.B. ORIGIN) aber auch superzh und elendig langsam (z.B. ASPHYX) aber dabei trotzdem Brutalitt und Heavyness vermitteln. Als Songwriter kannst du deinen Zuhrer in ein Wechselbad der Gefhle schicken, was mit keinem anderen Musikstil in dieser Intensitt mglich ist. Und natrlich will auch ZEROGOD das vermitteln!

Welchen Songs der Scheibe wrdet ihr als Art Paradebeispiel fr "Zerogod" empfehlen, und warum genau diesen?

FLO: Fr mich wre das der Titelsong des Albums, da dieser alles vereint, was meiner Ansicht nach einen geilen Death Metal Song ausmacht. Er hat einen geilen Groove, rasante Parts, groe Abwechslung und auch einen Text, der die Grundstimmung des Albums ziemlich gut trifft.

Was hat sich nach der Verffentlichung von "Microcosmik Chaos" fr euch und die Band persnlich verndert?

FLO: Wirklich verndert hat sich bei mir nichts. Ich bin, wie bereits gesagt, wirklich stolz auf das Album, aber in meinem Leben verndert hat sich dadurch nicht wirklich viel.

DAVE: Da dieses Album um EINIGES besser ist, als die zwei Vorgnger, und man auch sehr stolz auf das Ergebnis sein kann, fhle ich mich um einiges selbstbewuster, was die Band und unsere Werke angeht. Es ist eine Sache, das Publikum live zu begeistern. Zum einen spren die Leute die gute Laune und die Energie der Band und nehmen diese auf, und zum anderen sind Liveauftritte keine "sterilen" Studioproduktionen und somit immer wieder was neues. Allerdings sind die Zuhrer aufgrund der Entfernung der Location oder aus Zeitproblemen begrenzt. Microcosmic Chaos ist allerdings qualitativ so gut, dass man noch mehr Leute begeistern kann, ohne dass sie extra vom anderen Ende Deutschlands her fahren mssen.

Bleibt neben der Musik noch genug Zeit, um anderen Hobbys und Freizeitbeschftigungen nach zu gehen? Was ist euer Ausgleich?

FLO: Sicher investieren wir alle ziemlich viel Zeit in ZEROGOD, aber natrlich gibt es da auch noch mehr. Ich fr meinen Teil laufe Langstrecke und lese sehr viel.

DAVE: Ich bin im Sommer letzten Jahres Vater einer super sen Tochter geworden. Dazu bin ich gerade im dritten Lehrjahr als Mediengestalter und beschftige mich momentan mit Werbung aller Art. Das frisst schon etwas Zeit, allerdins ist es nicht wirklich stressig. Ich geniee es doch schon sehr mit der Kleinen zu spielen, was neues fr das Leben und den Beruf zu lernen und mich mit Musik zu beschaffen. Es ist alles machbar und man steckt auch sehr gerne zurck, was kleine Psoido-Hobbys wie Lesen, Zocken oder Party machen angeht.

Zerogod

Ihr durftet euch bereits mit Tankard, Dew-Scented und Inhumate die Bhne teilen und als Support ttig sein. Kommt da manchmal der Wunsch auf, ganz von der eigenen Musik leben zu knnen?

FLO: Fr uns steht ganz klar fest, dass die Musik immer ein Hobby bleiben wird. Der Illusion damit unser Geld zu verdienen, geben wir uns nicht hin. Wir sind alle so weit Realisten, dass wir da nicht in die Gefahr des Grenwahns laufen. Natrlich wre es schn, wenn wir mit unserem Hobby noch mehr Leute erreichen wrden und sich die ein oder andere Mglichkeit ergibt, um auf dem ein oder anderen greren Festival zu spielen.

Wie war die Zusammenarbeit mit Bands, die in der Metal-Szene bereits groes Ansehen genieen?

FLO: Es ist schon was besonderes, wenn man mit einer Szenegre die Bhne teilen darf. Besonders angenehm, waren die Konzerte mit TANKARD, die einfach super locker waren und mit denen wir wirklich viel Spa hatten.

Gibt es witzige Konzertanekdoten, von denen ihr berichten knnt?

FLO: Davon gibt es einige!!! (lacht)

THILO: jetzt sag mal ein anderer was....

DAVE: Da wre ein Auftritt, bei dem sicher alles schief gehen konnte was nur schief gehen konnte. Die Anlage ber die Thilo spielte hatte einen Wackelkontakt um immer wenn Flo an ihm vorbei sprang, hat er ihm praktisch aus und an geschaltet. Das gestellte Drumkit war so wackelig, dass mir die Becken immer wieder um die Ohren flogen und der Sound auf der Bhne war auch nicht gerade der beste.

Da wren die Abschlussauftritte der zwei "Entziehungskur ist Hochverrat"-Touren. Wir waren immer mit zwei bis drei Bands unterwegs und nach dem letzten offiziellen Song spielte jeweils eine neue aus ein paar Mitgliedern aller Bands zusammengewrfelte Truppe ein paar ungeprobte Lieder zusammen. Hat sich aber immer gut angehrt.

Bei dem zweiten gemeinsamen Konzert von Goohl (damals Bass) hatte sich die gute so sehr am Backstagebier bedient, dass Thilo kurz bevor wir dran waren durch den Backstagebereich lief und immer wieder sagte: "Wir mssen zu dritt spielen!". Aber es sah schlimmer aus, als es war und wir waren damals doch zu viert und somit komplett auf der Bhne.

Was sind nun die nchsten groen Plne fr "Zerogod"?

FLO: Ganz klar, natrlich die Weltherrschaft!

Welche Tour- oder Konzerttermine, sollten sich die Leute jetzt noch unbedingt vormerken?

FLO: Wir spielen im Rest des Jahres noch einige Clubkonzerte und dann beginnen auch schon wieder die Vorbereitungen fr das mittlerweile dritte HONGAFEAST! Das ist ein kleines Festival, das wir selbst ein mal im Jahr organisieren.

Wo seht ihr euch mit Zerogod in den nchsten 5 Jahren?

FLO: An der Weltherrschaft, ganz klar! (lacht!)

Zerogod

Gibt es geheime Wnsche, die sich fr die Band noch erfllen sollten?

FLO: So geheim ist der Wunsch nun auch nicht, aber ein Traum wre es natrlich schon ein mal auf dem "Party San O.A." zu spielen. Es gibt da aber auch noch das ein oder andere weitere Festival, das wir gerne mit unserer Musik beglcken wrden.

Was ist das, was euch und die Band eigentlich zusammen hlt?

FLO: Das Wichtigste ist glaube ich, dass wir uns menschlich absolut verstehen. Nur dann ist es, glaube ich, mglich auch auf der Bhne eine geile Show abzuliefern und weiter voranzukommen.

Was bedeutet der Begriff "Metal" im Allgemeinen fr euch?

FLO: Metal ist ne Lebenseinstellung!

Existieren bereits Plne in kommender Zeit neue Aufnahmen oder neue Songs einzuspielen?

FLO: Zur Zeit gibt es diesbezglich erst mal keine Plne. Wir sind dabei an den ersten Songs frs nchste Album zu arbeiten. Da dies bei uns ein eher langwieriger Prozess ist, machen wir uns erst mal noch keine Gedanken ber neue Aufnahmen, da gute Songs ber eine gewisse Zeit reifen mssen, um wirklich gut zu werden.

Wie oft trifft sich Zerogod zum Schreiben und Proben noch im eigenen Proberaum?

FLO: Wir treffen uns normalerweise mindestens ein mal pro Woche im Proberaum. Vor wichtigen Konzerten oder auch vor geplanten greren Projekten, wie die Aufnahmen zu einem neuen Album oder dergleichen, sind es in der Regel mindestens zwei Proben pro Woche. Wir machen es jedoch von den Arbeitszeiten und auch der Freizeit unseres Schlagzeugers Dave abhngig, der eine kleine Tochter hat, die er auch ab und an mal gerne sehen mchte.

Und nun zum Schluss: Was wrdet ihr unseren Lesern von "My Revelations" gern noch mit auf den Weg geben?

FLO: Support The Underground!

THILO : ZEROAMEN

DAVE: Das Leben IST ein Ponyhof, aber keiner darf reiten!

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