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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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BULLET
Niemand in der Band trägt eine Perücke!
Thorsten Dietrich



Bullet kommen von der Straße und haben sich hoch gearbeitet, sie fahren gerne in obskuren Tourbussen, laufen mit lustigen 80er Jahre Klamotten und Frisuren herum und wissen das auch! Bassist Adam Hector entpuppte sich als gut aufgelegter Musiker mit Humor. So macht das echt Spaß!


Adam, der Löwe auf dem Cover ist ein sehr einfaches und effektives Motiv, auch für Shirts. Warum habt ihr euch dieses Tier ausgesucht?

Der Löwe symbolisiert die Kraft und die Wildheit des Rock 'n' Rolls! Außerdem wollten wir ein einfaches Artwork was zu der Musik passt. Wir wurden von folgenden Artworks inspiriert: "Wildcat" von Tygers Of Pan Tang und "For Those About To Rock" von AC/DC.

In Kombination mit dem Artwork, was wollt ihr mit "Full Pull" ausdrücken?

"Full Pull" ist ein Begriff der aus einem obskuren Genresport, dem Traktorziehen stammt. Dort ziehen große schwarze Trucks schwere Gewichte auf einem Kurs von 100 Metern. Wenn du es schaffst dieses Gewicht 100 Meter weit zu ziehen, musst du "Full Pull" haben, Nachdem uns Hell Hofer diesen Sport gezeigt hat, benutzten wir diesen Begriff oft. Das bedeutet für uns das Etwas maximiert ist, so laut wie es geht oder so schnell wie es geht. Wenn wir auf der Bühne sind, gehen wir "Full Pull", mach es laut, dreh es auf 11! Es kann alles betreffen was mal will, es geht darum irgendwas flott zu bewegen. Um auf den Löwen zu kommen, es ist ein recht cooles Tier und sein Aussehen auf dem Artwork entspricht halt diesem "Full Pull" Motto. Weiter kann man einfach nicht gehen!

Es scheint, das neue Album klingt mehr wie ihr selber. Sicherlich schon mit den bekannten AC/DC und 80er Jahre Einflüssen aber weniger Accept Anteilen. Was denkst du?

Bullet

Ich denke wir haben es geschafft ein Album zu schaffen das mehr nach unserem Livesound klingt als bei unserer letzten Scheibe "Highway Pirates". Ich bin froh, dass es so passiert ist. Ich weiß nicht was die Einflüsse anderer Bands betrifft - es bleibt immer dasselbe! Sicherlich beeinflussen uns Accept, Saxon und AC/DC sehr. Wir klingen so wie wir klingen, weil wir im Proberaum mit Riffs gespielt haben. All die erwähnten Bands und viele andere sind der Grund warum wir diese Musik spielen!

Der Sound des Werkes ist ja kein Plastikmüll. Ich finde es wirklich interessant, dass es Fred Estby (Ex-DISMEMBER) und Nicke Andersson (Ex-HELLACOPTERS) dies gemacht haben. Warum habt ihr diese Jungs ausgesucht, gerade Estby ist ja eher für den härteren Stoff bekannt?

Vielleicht sind sie bekannt dafür in Bands gespielt zu haben, besonders Dismember und Hellacopters. Aber man darf nicht vergessen dass die Kerle Hard Rocker seit dem Anbeginn der Zeit sind und sie wissen wie Rock 'n' Roll klingen muss! Fred erzählte uns, dass er in den Achtzigern als Kind total auf Twisted Sister und Priest stand, so denke ich, dass die Einflüsse quasi identisch sind. Im Grunde sind Fred und Nicke und wir Hardrocker mit einem gleichen Geschmack von Musik! Die Arbeit an dem Album war einfach spaßig, wir und sie wollten eigentlich fast dasselbe erreichen. Wie ich schon in der Vergangenheit sagte, wir sind nicht da um das Rad neu zu erfinden, sondern um es am Laufen zu halten!

In Zeiten von Vinyl waren die Alben aufgrund der Zeitbeschränkung oft recht kurz z.B. 38 Minuten lang. Ich habe gehört, dass heutzutage Bands schon mal genötigt werden die Alben etwas länger zu machen. Was ist mit euch, war das letzte Album (2011) zu nahe um mehr Lieder zu haben?

Ich habe lieber eine kurze Scheibe voll mit guten Liedern, als einen Longplayer mit Füllmaterial. In diese Schublade passt "Full Pull" auch irgendwie rein! Das Label sagte rein gar nichts. Wir nahmen die Lieder die sich gut anfühlten und es wurde eine Scheibe um die 40 Minuten. Nächstes Mal nehmen wir vielleicht 35 oder 65 Minuten auf. Es kommt darauf an, welche Lieder die Leute hören wollen.

Ihr seid ja vor nicht allzu langer Zeit in einer Packagetour mit Grand Magus, u.a. Steelwing, sowie als Support von Hammerfall und Sabaton auf Tour gewesen, macht ihr auch eine Headlinertour?

Unsere erste Headlinertour startete Ende September 2012 und geht bis Mitte Oktober. Danach gehen wir in Schweden auf Tour. Was danach kommt werden wir sehen. Dazu haben wir auf dem "Summer Breeze" gespielt und eine fette Releaseparty in unserer Heimatstadt Växjö veranstaltet.

Welche Dinge auf Tour machen dich froh, welche sauer?

Bullet

Gutes Essen, Freunde treffen, eine gute Show mit einem guten Publikum und tausende Biere manchen mich superfroh. Schlechtes Essen, miese Kater, keine Freunde zu treffen und mieses Publikum machen mich traurig und wütend. Ich schätze, dass viele tourende Musiker sagen das Warten ist der schlechteste Teil des Tourens. Mir macht Warten nichts aus! Das lässt mich Nachdenken und Lernen Gelassenheit zu praktizieren. Ich will ja eigentlich nicht wo anders sein, mir gefällt es in diese "Tourblase" zu stecken

Die Stimme von Hell Hofer erinnert mich immer an Brian Johnson. Nerven euch solche Vergleiche eigentlich jeden Tag?

Nein, das macht nichts, das hören wir seit 10 Jahren. Das kann so weiter gehen! Für meine Ohren höre ich viel mehr Blues in der Stimme von Brian Johnson als bei Hell.

Bands wie deine, ziehen sich auf der Bühne an wie in den Achtzigern was Haare und Kleidung betrifft. Wann fing das an und rennt ihr privat auch so rum, wenn ihr z.B. in Schweden in einen Supermarkt geht?

Wir ziehen uns eigentlich immer so an, es sei denn wir sitzen daheim und schauen TV. Jeans und Leder ist nichts für ein gemütliches TV-Dinner! Zu den Haaren: Niemand in der Band trägt eine Perücke.

Geile Antwort! Was würdest du tun, wenn ein unfreundlicher Kerl auf einem Konzert dir den Stinkefinger aus der ersten Reihe zeigen würde, so wie das auf dem "BYH" bei The Devil's Blood passiert ist?

Ich weiß es nicht, wahrscheinlich nichts. Bis jetzt ist das noch nie passiert. Zeigt doch euren Mittelfinger wenn ihr denkt, das ist eine tolle Sache! Solche Leute bleiben gewöhnlich nicht um die ganze Show zu sehen, aber egal es gibt keinen Grund sich zu beklagen.

Auch wenn ich mich wiederhole: Was für netter Kerl mit schlagfertigen, witzigen Antworten. Das hätte ich nicht erwartet. So entspannt wie sich Bullet hier geben, sollten auch mal andere Musiker sein und keine Konzertbesucher vermöbeln!

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