Navigation
                
11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Band
Titel
Autor
Homepage
>> Als E-Mail versenden
Be'lakor
Aus den eigenen Fehlern gelernt!
Marc Fischer
www.belakorband.com


Keine Band hat mich in diesem Jahr bisher mehr begeistert, als es die Australier geschafft haben. Zuerst ein unglaubliches neues Album, danach noch mindestens einen starken Festivalauftritt, auf dem ich die Truppe dann auch live bestaunen durfte. Die Chance, mit den Jungs persnlich zu kommunizieren und Fragen, die ich immer schon mal stellen wollte, beantwortet zu bekommen, und das auch noch aus erster Hand. Wr ja doof, wenn ich die sausen lassen wrde. Snger George Kosmas stand Rede und Antwort!

Was mich als erstes interessiert: Ich denke, ihr musstet diese Frage schon einige Male beantworten, aber wie kommt eine australische Band dazu, skandinavischen Death Metal zu machen?

Es war niemals unser anliegen, skandinavischen Death Metal zu schreiben. Wir lieben lediglich Death Metal mit starken melancholischen sowie emotionalen Elementen. Wir haben eine natrliche Veranlagung, Musik in diesem Stil zu schreiben. Es gibt derzeit viele Bands in Australien, die diesem melodischem Death/Doom/Folk Stil folgen. Es ist also gar nicht so ein europisches Ding, wie manche denken.

Was dachtet ihr selbst ber euer neues Album, wie waren eure eigenen Erwartungen an "Of Breath And Bone"?

Wir hatten auf einen erneut starken Zuspruch gehofft und waren sehr zufrieden, dass die Mehrheit unserer Fans sowie auch der Presse das Album zu gefallen schien. Wir sind sehr zufrieden, wie es sich mit dem neuen Album entwickelt hat. Wir haben eine Menge Zeit und Anstrengung ins Songwriting und die Arrangements sowie auch in die Produktion des Albums investiert. Daher war es fast wie eine Befreiung, das Album endlich fertig gestellt zu haben.

Be'lakor

Wo waren die Unterschiede bei der Produktion und Fertigstellung vom Vorgnger-Album "Stone's Reach" zum neuen Album "Of Breath And Bone"?

Wir merken, dass "Of Breath And Bone" viele hnlichkeiten mit dem Vorgnger aufweist, im Bezug auf das Ausma, in dem jeder Song eine Herausforderung und hoffentlich interessant fr den Zuhrer ist. Die Bereiche, wo wir denken, wir haben uns verbessert und wo es Unterschiede gibt, sind wahrscheinlich hauptschlich die bergnge der Riffs zueinander, sowie die Ideen insgesamt glatter und natrlicher klingen zu lassen. Wir haben auch den Eindruck, dass "Of Breath And Bone" eine strkere Neigung zu starken und melodischen Riffs hat, wozu im Gegensatz "Stone's Reach" vielleicht doch eher noch mehr langsamere Parts hatte. Das Schreiben und der Aufnahmeprozess waren aber ziemlich hnlich zu "Stone's Reach", sodass wir eine ziemlich gute Vorstellung haben, was uns fr unser viertes Album erwartet.

Wie wir in den vielen Rezensionen lesen knnen, ist "Of Breath And Bone" durchweg stark bewertet und bombig aufgenommen worden. Wo holt ihr euch die Inspiration fr Songs wie "Fraught" oder "Remnants" her?

Die Inspiration unserer Lieder kommt in der Regel aus der Zeit, der Bedeutung des Menschen an sich und letztlich dem Tod. Wobei gerade Letzteres die Zeit wie auch den Menschen verhhnen und verspotten kann. Unsere Lieder erforschen oftmals durch Geschichten die Art und Weise, wie wir dazu getrieben werden zu handeln, zu schaffen und zu zerstren. Immer mit dem Wissen und der Mglichkeit, dass das Nichts hinter jedem unserer Gedanken steht. Die Frage, die dadurch aufgeworfen wird, ist, ob der Tod dem Leben erst seinen Sinn gibt, oder der absoluten Bedeutungslosigkeit huldigt. Ich denke, der Hrer knnte eine beliebige Anzahl von Schlussfolgerungen ziehen.

Wie werdet ihr mit der gesteigerten Erwartungshaltung der Fans und der Medien nun umgehen?

Das Einzige, was wir wirklich tun knnen, ist weiter hart zu arbeiten und weiter die Musik zu schreiben, die wir lieben. Alles andere liegt nicht in unserer Hand.

Euer Booklet und euer Artwork haben mir sehr gut gefallen. Es ist eine Sammlung von modifizierten klassischen Gemlden, wie zum Beispiel das von Caspar David Friedrich. Warum habt ihr euch zu einem solchen Artwork entschlossen? Warum habt ihr euch dazu entschieden, keine Bilder der Band zu nutzen?

Wir wollten, dass die Kunst ein einheitliches Gefhl vermittelt, das Artwork einheitlich halten. Wie schon richtig bemerkt, enthlt das gesamte Booklet Gemlde aus hnlichen Perioden mit einer gemeinsamen sthetik. Ein Bandphoto htte diesen Fluss durchbrochen. Wir hatten ein Bandphoto in "Stone's Reach", weil es da wiederum passte. Dort bestand das gesamte Artwork aus Fotos.

Haben die Texte fr euch irgendeine tiefere Bedeutung? Manchmal redet ihr in euren Lyrics ber Personen. So zum Beispiel ber jemand weibliches (Abyeance), oder die beiden Freunde (In Parting). Ist das so eine Art Vergangenheitsbewltigung oder nur Geschichten, die ihr erzhlt?

Es ist eine bunte Mischung. Einige der Songs gibt es nur, um eine Geschichte zu erzhlen und denen insgesamt ein schlssiges Konzept inne wohnt. Jedoch haben auch einige unserer Texte eine tiefer gehende persnliche Bedeutung. Das wird aber meist mit vllig unterschiedlichen Charakteren und Umstnden vermittelt. Der Sinn wrde sich niemandem so richtig erschlieen auer dem Autor selber.

Be'lakor

Ihr habt jetzt mittlerweile drei Alben verffentlich. Jedes Album wurde aber von einer anderen Firma verffentlicht. Zum Beispiel Prime Cuts in Australien und Soyuz Music in Russland. Wo lagen die Grnde fr diese Wechsel, nahezu alle zwei Jahre?

Prime Cuts und Soyuz waren reine Lizenz Arrangements. Wir unterzeichneten einen Vertrag, um den Labels den Verkauf unserer Platten in bestimmten Territorien zu erlauben. Unsere Vertriebslabels wechselten wir wegen einer Vielzahl von Grnden, aber bei unserem Hauptlabel, Kolony Records, sind wir nun schon seit einigen Jahren. Mit dieser Beziehung sind wir auch sehr zufrieden.

Diesen Sommer habt ihr bereits zum zweiten Mal in Deutschland auf dem Summer Breeze Festival gespielt. Wo lagen die Unterschiede zwischen dem Auftritt in diesem Jahr vor ein paar Wochen und eurem ersten Mal im Jahr 2010?

Der grte Unterschied war wohl, das unsere Zuschauer um ein vielfaches mehr waren. Ich denke, die Band hat sich in den letzten Jahren gut weiterentwickelt, was man daran sehen konnte, wie viele Leute kamen, um uns spielen zu sehen. Ein anderer wesentlicher Unterschied aber waren wir selber. Bei der ersten Tour damals waren wir sehr nervs und wussten nicht, was uns erwartet. Dieses Mal waren wir viel relaxter und machten weniger Fehler. Wir haben aus dem letzten Mal gelernt und hatten eine fantastische Zeit.

Ok, sag uns, was die Leute von BE'LAKOR in Zukunft noch erwarten knnen.

Ich denke, die Leute sollten sich darauf einstellen, dass wir uns musikalisch ein bisschen mehr ffnen werden. Das unsere Musik hrter sowie progressiver und anspruchsvoller wird. Eines, was sich aber nicht ndern wird, ist die Tatsache, dass unsere Musik immer versuchen wird, Emotionen hervorzurufen, die den Hrer fesseln.

An Sympathiewerten haben BE'LAKOR hiernach auf jeden Fall nichts eingebsst. Eher noch dazu gewonnen. Dass junge Burschen mit Anfang 20 so aufgerumt und wohldurchdacht antworten, davon kann ich selbst bei einem Groteil meiner Studienkollegen nur trumen, inklusive der Selbstreflexion. Hier scheint jemand auf jeden Fall sehr genau zu wissen, was er macht.

<< vorheriges Interview
MOB RULES - Die Menschheit frisst sich selbst!
nchstes Interview >>
HELL:ON - Was uns nicht umbringt, macht uns nur h [...]




 Weitere Artikel mit/ber BE'LAKOR: