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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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MOB RULES
Die Menschheit frisst sich selbst!
Thorsten Dietrich
www.mobrules.de


Die aus dem hohen Norden stammenden Mob Rules haben mit den Jahren eine Entwicklung zu dunklen Themen des Weltgeschehenes gemacht und auch einige Lineupwechsel hinter sich, doch die Musik hat auch nach bald 20 Jahren nichts von der Qualitt verloren, eher im Gegenteil. Ich befragte Grndungsmitglied und Gitarrist Matthias Mineur, sowie Keyboarder Jan Christian Halfbrodt.


Mit jedem Album seit der "Ethnolution A.D."-Scheibe wurden die Artworks dunkler und bedrohlicher. Ist das eine Reaktion auf das Weltgeschehen?

Jan Christian: Wenn es danach geht, htten sie wohl niemals wirklich farbig sein drfen Es ist eher eine Reaktion auf den Wandel den unser Stil genommen hat. Unsere Songs sind erdiger, direkter, vielleicht auch bissiger geworden als auf den lteren Alben. Dieser Wandel sollte sich auch im Artwork wieder spiegeln.

MobRules

Wie steht ihr heutzutage zu den Fantasyartworks der frheren Scheiben? Bis auf "Hollowed Be Thy Name" finde ich die recht zeitlos-gelungen.

Matthias: Die waren zu ihrer Zeit auch genau das Richtige! Die Songs der ersten Scheiben handelten ja vorwiegen von Fantasy-Themen, da waren die Cover natrlich auch passend. Wir stehen immer noch sehr zu unseren alten Werken und spielen von allen Alben noch Lieder in unserem Liveset, in der Hinsicht sind sie wohl wirklich zeitlos!

Bei vielen Bands denke ich immer an einen gewissen Song, bei euch ist es da irgendwie immer "Black Rain" vielleicht weil es da einen Videoclip gibt, aber auch "Astral Hand" ist da so ein Kandidat. Beim neuen Album fllt mir das flotte "Soldier Of Fortune" ein, ist der vielleicht als Videoclip geplant?

Jan Christian: Diesmal sind wir einen anderen Weg gegangen und haben bewusst das atmosphrische "Ice And Fire" als Single gewhlt und ein Video dazu gedreht. "Black Rain" und "Astral Hand" gehen sehr nach Vorne und waren daher auch gute Singles! Jetzt hoffen wir, dass sich "Ice And Fire" als Hymne durchsetzt und in Zukunft auch mit der Band in Verbindung gebracht wird.

Apropos "Soldier Of Fortune". Wo habt ihr den Titel her, vom Lied, vom Spiel oder vom recht neuen Actionfilm?

Jan Chistian: Vom Spiel ganz bestimmt nicht! Ein "Soldier Of Fortune" ist ja eigentlich eine Art Sldner. Der Song handelt gerade davon, den Kriegsdienst zu verweigern und lieber sein Glck zu finden und dafr zu kmpfen. Daher hat sich dieser Begriff super als Titel geeignet, wenn man ihn auf diese Weise deutet.

Textlich habt ihr ja verschiedene nicht sehr erfreuliche Dinge auf dieser Erde aufgegriffen, ist der Titelsong nur die Zusammenfassung, quasi der Mensch frisst sich selbst im bertragenen Sinne?

Jan Christian: Ja, so kann man das durchaus sehen. Das Cover drckt dieses Verhalten ja auch symbolisch anhand von zwei Schlangen aus, die sich gegenseitig fressen. Der Song bezieht sich speziell auf den afrikanischen Despoten Jean-Bdel Bokassa und seine Grultaten. Kannibalismus war nur eines der Verbrechen, die ihm vorgeworfen wurde. So ist der Songtitel entstanden und wir empfanden ihn als stark genug, um auch das Album danach zu benennen.

MobRules

Mal ehrlich habt ihr nie, auch wenn ihr euch angeblich nach dem Slogan "Lynch Mob Rules" benannt habt, daran gedacht "The Mob Rules" von Black Sabbath zu covern? Gerade jetzt wo Dio tot ist, sind ja durchaus gute Covertracks und selbst geschriebene Songs die ihm gewidmet wurden im Umlauf!

Matthias: Die Geschichte mit Lynch Mob stimmt auch! Und was den Song angeht, manchmal ist es auch nicht verkehrt, genau das Naheliegende eben nicht zu tun. Ich denke, der Markt ist von Dio-Tributes sowieso mehr als bersttigt. Natrlich denken viele bei Mob Rules an das grandiose Werk von Black Sabbath, aber nach sieben Alben sollen sie auch ruhig dabei an uns denken und unsere eigenen Trademarks, die wir ber die Jahre geschaffen haben!

Ihr wohnt ja schon schwer im Norden, da sind Konzerte in Deutschland schon ein echter Ritt, ist das hinderlich fr euch und macht einige Angebote nicht machbar. Zum Beispiel aus "banalen" Zeitgrnden?

Jan Christian: Das kommt leider immer mal wieder vor. Mehr als Zeit, ist aber wie immer das Finanzielle oft das Hindernis. Wir versuchen in solchen Fllen mehrere Auftritte zu verknpfen, damit sich die Reise lohnt. Immerhin haben wir eine Reihe an Clubs hier im Norden, in denen wir regelmig spielen und die uns die Treue halten.

Httet ihr frher gedacht es mal auf sieben Album zu bringen und 2012 immer noch als Band zu existieren?

Matthias: Natrlich, das war immer der Plan!! Nein, natrlich berhaupt nicht. Es ist einfach toll, so lange schon in der Metalszene aktiv zu sein und wenn uns das damals jemand erzhlt htte Aber Mob Rules hat sich auch weiterentwickelt, das war damals ja ebenfalls nicht absehbar. Von der Urbesetzung sind noch Klaus und ich brig und jedes neue Mitglied hat frischen Wind in die Band gebracht. Wir sind jetzt im achtzehnten Jahr, wer wei, vielleicht sind wir ja jetzt erwachsen geworden!

Na dann hoffen wir noch auf einige runde Geburtstage von Mob Rules!

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