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24. Oktober 2017 - Uhr
 
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INRAGE
Wie Phönix aus der Asche?
Andre Kreuz
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INRAGE schimpft sich der schwedische Fünfer, der vormals als LOST SOULS agierte und unter diesem Namen auf mehrere CD-Veröffentlichungen bei Roadrunner und Nuclear Blast zurückblicken kann. Im Fahrwasser des guten alten Bay-Area-Thrashs und mit einigen moderneren Einflüssen gewürzt, bietet das Debüt-Werk unter dem neuen Namen ein hartes Metall-Brett, bei dem Freunde der genannten Schiene durchaus auf ihre Kosten kommen könnten.


Hallo INRAGE!
Ihr habt im Juni „Built to destroy“ auf die ahnungslose Menschheit losgelassen, wie sind bisher die Reaktionen auf euer Debüt-Album?

Nun, bisher waren die meisten Reaktionen gut. Im Großen und Ganzen gute Reviews und einige richtig gute in großen/wichtigen Magazinen wie dem Rock Hard oder dem Close-Up. Und wir werden nicht mit anderen spezifischen Bands verglichen, was cool ist.

Das ist wahr und bezeugt euch einen hohen Grad an Eigenständigkeit!
Worüber aber seid ihr „enraged“? Und warum dieses Wortspiel mit „inrage“ anstelle von „enrage“?

Während dem Prozess, einem neuen Bandnamen zu finden, haben wir mit einigen Möglichkeiten gespielt und dabei zuerst an OUTRAGE gedacht, aber dann rausgefunden, dass es diese Japanische Band immer noch gibt und wird diesen Namen daher nicht benutzen konnten. Und so entschieden wir uns halt für INRAGE und ja, wir wussten von diesem Wortspiel, was einfach nur eine Art Bonus darstellt. Wir sind nicht im Allgemeinen „enraged“, aber wir wollten einen Namen, der zu unserer energetischen Musik passt und ihre Kraft ausdrückt. Und dass wir uns von LOST SOULS zu INRAGE umbenannten war nötig, da sich auch die Musik geändert hatte.

Kannst du auf diese Umbenennung bzw. auf den Split von LOST SOULS noch etwas näher eingehen?

Wir fühlten, dass wir LOST SOULS musikalisch etc. nicht weiterentwickeln konnten. Nach der Veröffentlichung von drei Alben auf ziemlich großen Labels und keiner einzigen Tour oder einem Gig außerhalb Schwedens könnte man sagen, dass die Industrie uns zerstört hat. Das hört sich zwar klischeehaft an, aber es ist die Wahrheit. Im Januar 2000 spielten wir unseren Abschieds-Gig in unserer Heimatstadt Uppsala und danach wollten wir mit unserer Musik in anderen Richtungen weitermachen. Ein paar Monate später dachte Pelle Saether vom Studio Underground, dass wir zu viele gute Songs rumliegen hätten und meinte, dass wir einen neuen Anlauf wagen sollten. Arbeitet an den Songs und kommt ins Studio zur Aufnahme. Diese Ermutigung brachte uns zurück und machte uns hungrig nach mehr, dann kam die Namensänderung uns so weiter.

Wie kamt ihr dann mit Scarlet Records in Kontakt? Immerhin seid ihr aus Schweden und sie aus Italien! Gibt es da keine Probleme, die aus der Distanz resultieren?

Unser Management, LL-Production, waren schon länger mit ihnen in Kontakt und letztendlich boten sie uns einen fairen Deal an. Bisher gibt es keine Probleme mit der Kooperation mit Scarlet.

Tja, die Welt ist eben doch ein Dorf...
Auf dem Backcover eurer CD hängt ihr alle an Stricken von der Decke runter die Marionetten, hat das eine spezielle Bedeutung?

Nein, da gibt’s keine besondere Bedeutung. Wir wollten nur ein anderes Foto für das Album und dieser Fotograf, den wir schon vorher kannten, hatte diese „Strick-Nummer“ vorher mit einem Model gemacht. Wir fanden, dass es cool aussah und metal war.

Das sieht auf jeden Fall cool aus, auch wenn ich gerne mal die Bilder von diesem Model sehen würde...!
Themenwechsel, wovon handeln eure Lyrics? Lieder wie „Ultraviolence“ oder „No tomorrow“ scheinen ganz schön emotional zu sein!

Unsere Texte stellen die persönlichen Betrachtungen des jeweiligen Autors vom Leben allgemein dar und manchmal handeln sie auch von reiner Fiktion. Es ist etwas schwer, da näher drauf einzugehen, da wir alle vier die Texte schreiben. „Inject the venom“ ist von mir und stellt eine kleine Geschichte über Drogenabhängigkeit dar.

Und wo denkst du liegt die Zukunft des Metals im Allgemeinen? Wird er noch extremer werden und werden sich die Dinge nach einer Weile wiederholen?

Fast jeder Stil innerhalb des Metals dreht sich im Kreis und manchmal kommen die Dinge auf die eine oder andere Art wieder. Aber ich hoffe, dass der Thrash mit einem Knall zurückkommt. Und ja, die extreme Musik wird auch bleiben.

Ihr habt ja auch einige etwas „modernere“ Einflüsse auf „Built to destroy“, was also hälst du von dem so genannten „Nu Metal“?

95% davon sind purer Müll, SLIPKNOT machen ihre Sache allerdings ziemlich gut. Was unsere modernen Einflüsse angeht, so beziehen wir sie hauptsächlich aus dem Metal der 90er.

Na ja, wenn du mich fragst sind alle 100% dieser musikalischen Missgeburt Müll, aber egal.
Was ist die Aussage des Plattencovers? Es ist definitiv interessant, andererseits aber auch ein wenig verwirrend...

Tut mir leid, da kann ich dir nicht weiterhelfen. Wir haben Scarlet einfach freie Hand gelassen, damit sie mit dem Album machen konnten, was immer sie wollten. Aber ich stimme dir zu, es ist schon ein wenig verwirrend, obwohl es andererseits auf seine Art ziemlich cool ist.

Okay! Damit wären wir auch schon durch, letzte Worte und/oder eine Message an unsere Leser?

Bleibt der Metal-Bewegung treu! Und hoffentlich sehen wir einige von euch später auf Tour.


Dem kann ich mich nur anschließen, zumal ich glaube, dass in „Built to destroy“ ein gehöriges Live-Potential schlummert und die satten Groove-Parts geradezu dazu prädestiniert sind, auf den Brettern dargeboten zu werden!

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