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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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CHANNEL ZERO
Der längste Nachname Belgiens!
Thorsten Dietrich
www.channel-zero.be


In den Neunzigern waren die Belgier Channel Zero mit vier Alben und einem posthumen Livealbum eine kleine Macht, in der noch nicht so vollen europäischen Metalszene. Nun sind die Musiker seit einiger Zeit wieder (zuerst in Belgien ab 2009) aktiv. Das Comebackalbum "Feed Em With A Brick" wurde jetzt in Deutschland veröffentlicht und ich schnappte mir Frontmann Franky de Smet van Damme und sprach über früher und heute.

Franky de Smet van Damme, ist das ein normaler belgischer Name, oder ist das etwas Ungewöhnliches in Belgien?

Es ist witzig, dass du den Begriff "normal" benutzt, da es wirklich nicht normal ist! Mein Name besteht aus zwei Teilen, De Smet und Van Damme. Davon gibt es eine Menge, aber getrennt, jedoch niemals zusammen. Um 1800 starb der Mann meiner Ur-Ur-Ur-Großmutter und sie heiratete wieder. Nur zwei ihrer Söhne nahmen beide Namen an und so startete unser Familienname. Ich glaube es gibt 3500 Mitglieder von dieser Familie. In Belgien werde ich jeden Tag gefragt, wie so etwas möglich ist! Ich benutze sonst nur DSVD, da es kürzer ist! In Belgien bringe ich den ganzen Namen auf die Karte (lacht).

Channel Zero

Lass uns mal darüber reden, warum ihr euch 1997 aufgelöst habt und das nach sieben Jahren Bandleben und vier Alben, plus 1 Live-CD. Da war echt viel Stoff!

Wir kamen einfach nicht mehr miteinander klar. Die Energie war verbrannt und so war es besser auf einem Höhepunkt zu stoppen, als bis zu einem Moment weiterzumachen, an dem es richtig Ärger gibt. Ich glaube, wenn du Musik machst, musst du positiv und voller guter Energie sein. Damals war es echt scheiße und ich wollte so nicht weitermachen.

Warum seid ihr eigentlich 2009, für mich sehr überraschend, wiedergekommen?

Viele Menschen haben mich das gefragt, ob und wann wir eine Reunion spielen würden. Ich wollte das nie machen, da ich wusste, dass es eine intensive Sache werden würde. Eines Tages, im Jahre 2009 kontaktierte mich ein Tourmanager! Er hatte seine Hausaufgaben, als einer der wenigen, gemacht und so sprach ich die anderen Jungs an. Es machte Sinn, was er auf die Beine stellte. Wir verkauften so viele Tickets in einer kurzen Zeitspanne, so dass Roadrunner von einem neuen Album sprachen. Darauf folgte eine Live DVD/CD die wir sehr mögen.

Was hast du eigentlich in der wirklich langen Zeit zwischen 1997 und 2009 gemacht?

Ich hatte eine Band namens Skitsoy, fünf Jahre lang! Außerdem arbeitete ich als Sales- und Marketing Mann für eine PA Firma. Doch letztes Jahr entschied ich mich zu Channel Zero zurück zu gehen. Es ist wohl in meinem Blut, das Rock'n'Roll Zeug, also mache ich es!

Ich freue mich wirklich, dass Dreiviertel eures Lineup Original ist, aber wo habt ihr Gitarrist Mikey Doling her?

Mikey kam zu uns, als unser erster Gitarrist die Shows wegen eines Ohrtraumas nicht spielen wollte. So kam Mikey ins Scheinwerferlicht, nachdem wir 20 Typen ausprobiert haben. Er gab uns das Bandgefühl zurück und nun sind wir wie Brüder. Er ist das Beste, was uns überhaupt passieren konnte.

Bis zum Jahre 1992 hattet ihr zwei Gitarristen in der Band, dann nur einen. Wie sieht es mit Livekonzerten heutzutage aus, habt ihr dann 2 Mann an Bord?

Nein, damals schon als Quartett war das Feeling gut und blieb auch so. Wir haben auch keinen Gast, der hinter der Bühne eventuell aushilft (lacht).

Bitte gib ein kurzes Statement zu all euren alten Alben ab, wie siehst du diese heute?

"Channel Zero": frisch, verrückt und intensiv!
"Stigmatized For Life": das Album was uns klar machte, dass wir es besser können!
"Unsafe": unser damals bestes Album!
"Black Fuel": unsere stärkste Liveaufnahme, als Band im Studio!
Ich denke die Alben sind ein gutes Vermächtnis, aber wir müssen mit der neuen Arbeit frisch klingen.

Channel Zero

Euer neues Album klingt, als ob ihr niemals aufgehört habt und dieses "Black Fuel" Album niemals veröffentlicht wurde. Es ist eine Fortführung der ersten drei Alben, was denkst du?

Das ist definitiv wahr! Wir mussten stark sein mit dem neuen Werk, wir wollten keine Kopie von dem abliefern, was wir vorher gemacht haben. Mikey verstand, als ich sagte, wir müssen 2012/2013 sein! Er schrieb die kompletten richtigen Sachen, zu denen ich singen konnte. Ich war sehr glücklich, dass er wusste, wie das zu machen ist.

Die größte Metalband aus Belgien, die ich kenne, ist Channel Zero. Oder eie ist euer Status dort? Ich sehe euch immer an hohen Positionen z.B. beim "Graspop". Manchmal denke ich, dass Frankreich und Belgien in der Metalszene nicht so präsent sind wie z.B. die Niederlande!

Ich denke Belgiens steht gut seinen Mann. Uns geht es als Band sehr gut hier, wir sind im Himmel. Aber wir müssen auch außerhalb Belgiens spielen. Wir sind froh wenn etwas jenseits der Grenze für uns läuft. Sicherlich sind wir in Belgien zufrieden, aber da ist immer noch Arbeit für uns.

Eine Menge Dinge haben sich geändert, seit dem ihr die Szene verlassen habt. Eine Menge Musiker sagen auch, dass es heute besser ist mit den Handys, Laptops, billigen Flügen als vor 20 Jahren. Was denkst du?

Zeit und Musik entwickelt sich. Ich denke man muss offen sein für Veränderungen und versuchen sich witzige Wege zu suchen, um das alles zu begreifen. Ich glaube nicht dass Alles schlecht ist. Es ändert sich halt, so wie sich jede Industrie früher oder später verändert, deshalb ist es etwas kompliziert, aber wir machen es für die Musik und wir werden sehen, ob sich die Dinge bewegen. Es würde Spaß machen, wieder in Deutschland zu touren.

Hoffentlich kommen die Belgier mal wieder bei uns vorbei, ich habe sie noch in guter Erinnerung!

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