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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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DESTINATION'S CALLING
Destination anywhere?
Matthias Decklar
www.destinationscalling.com


Wenn eine Band aus den Tiefen des musikalischen Raumes sich in den letzten Jahren an die Oberflche gespielt hat, dann sind dies sicher DESTINATION'S CALLING. Nachdem die Resonanzen auf ihr Debt "Invisible Walls" vor vier Jahren richtig gut ausgefallen waren, kann man beim Nachfolger "End Of Time" schon von euphorischen Reviews sprechen, die es in den Magazinen zu lesen gab. Da wollten wir natrlich von Gitarrist Markus Christian Genaueres wissen, was sich im Lager der Franken getan hat.


Hallo Markus, euer zweites Album "End Of Time" ist nun seit gut sechs Wochen auf dem Markt und die Resonanzen waren recht berschwnglich. Was ist insgesamt bei euch fr ein Eindruck angekommen?

Wir sind schlicht und ergreifend berwltigt von dem tollen Feedback. Wir wussten zwar, dass "End Of Time" ein wirklich gelungenes Album geworden ist, konnten aber natrlich nur schwer abschtzen, wie die Meinungen der Fachpresse dazu ausfallen wrden. Die euphorischen Kritiken vieler Magazine haben uns dann aber auf alle Flle in unserer eigenen Einschtzung besttigt und bringen viel Motivation fr kommende Taten.

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Kann man irgendwie die Verkaufs- oder Downloadzahlen berblicken? Stellt ihr ein gesteigertes Interesse der Fans gegenber dem Debt fest?

Das kann man sicherlich ablesen. Zudem haben wir bei dieser Verffentlichung meiner Meinung nach die Promotion noch gezielter geplant und hatten zudem das Glck, sowohl auf dem "Metal Crusade"-Sampler des Heavy-Magazins, als auch auf dem "Rock Hard"-Sampler vertreten gewesen zu sein. Das hat uns einen enormen Schub nach vorne verpasst und viele Leute auf uns aufmerksam gemacht.

"End Of Time" ist ein tolles Melodic Metal-Album geworden, mit dem ihr euch wirklich eine kleine stilistische Nische geschaffen habt. DESTINATION'S CALLING stehen fr detailverliebten melodischen Metal im langsamen und mittleren Tempobereich. Warum schreibt ihr keine schnellen Songs? Selbst der gute Axel Rudi Pell schttelt sich noch einen Opener im fnften Gang aus dem rmel?

"Schnell" ist ja immer im Sinne des Betrachters zu sehen. Wir haben mit SOULBOUND und BURNING PARADISE auch zwei flotte Nummern am Start. Aber um auf deine Frage zurckzukommen. Ich glaube, es hat wohl damit zu tun, dass wir uns bewusst von anderen "typischen" Melodic Metal-Bands abgrenzen wollen. Es wre sicherlich ein leichtes, einen Doublebass-Song zu schreiben und mit feinen Melodien zu wrzen, aber danach stand uns bei diesem Album einfach nicht der Sinn. Wir wollten diese drckende, teilweise dstere, Atmosphre der Lieder auch musikalisch greifbar machen, weshalb sich die Songs eher weg vom schnellen Melodic Metal bewegt haben. Es kann gut und gerne sein, dass beim nchsten Album wieder mehr hrtere oder schnellere Songs enthalten sind, aber wie gesagt, es muss zum einen zu uns passen und sollte zum anderen auch nicht 08/15 klingen. Wir werden das Ding schon schaukeln!

Schn finde ich, dass die verschiedenen Rezensenten immer unterschiedliche Songs als ihre Lieblingsnummern angeben. Liest man sich durch die vielen Reviews kommt fast die ganze Scheibe bei den Titelfavoriten vor; schn oder?

Ja, klar! Ich glaube daran kann man erkennen, dass wir mit der gesamten Platte ein sehr hohes musikalisches Niveau erreicht haben. Es ist einfach fr jeden etwas am Start und spricht die unterschiedlichsten Musikgeschmcker an. Das besttigt uns natrlich auch in unserem Tun und zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.

Was auffllt, wie schon beim Debt, ist die tolle Produktion. Nie und nimmer glaubt man, es handele sich hier um eine Eigenproduktion. Sascha Paeth und einige andere Fachleute hatten da ihre Hnde mit im Spiel. Wie hat man sich das vorzustellen?

Grundstzlich wollten wir auch diesmal wieder keinerlei Abstriche bei der Produktion machen. Wir hatten uns im Vorfeld zusammengesetzt und berlegt, mit welchen Leuten wir gerne zusammenarbeiten wrden. Darunter waren eben auch Sascha Paeth und sein Team, Jan Vacik, Roland Stoll und Andy Horn. Wir haben die Jungs ganz einfach per E-mail kontaktiert und nach einigen Telefonaten und Mails haben wir dann den zeitlichen Fahrplan der Produktion festgelegt. Das ging vllig reibungslos ber die Bhne, da alle total nette Leute sind. Gerade auch im renommierten Gate-Studio hatten wir niemals das Gefhl, nur eine Underground-Band zu sein, sondern wurden von allen Seiten tatkrftig untersttzt. Mit Jan, Roland und Andy hatten wir ja eh schon bei der "Invisible Walls"-CD zusammengearbeitet, weshalb da schon klar war, dass es menschlich passen wird. Wir haben dann zunchst im Februar 2011 die Drums in Wolfsburg aufgenommen, anschlieend dann im bandeigenen Studio die Gitarren, den Bass und den Gesang. In dieser Phase hatten wir auch Andy, Jan und Roland in die Produktion integriert. Nachdem dann alles aufgenommen war, haben wir die Daten zurck nach Wolfsburg verfrachtet. Dort hat sich dann der Sascha zwischen August und September 2011 mit dem Mix beschftigt und der Simon Oberender dann das Mastering erledigt.

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Wie bereits angesprochen, ist "End Of Time" eine Eigenproduktion. Wieso verfolgt ihr diesen Weg und was msste passieren, dass ihr bei einer Company unterschreibt?

Tja, wir hatten im Vorfeld der Verffentlichung natrlich die relevanten Plattenfirmen bemustert und haben auch von einigen Rckmeldungen, bzw. Vertragsangebote bekommen. Allerdings hatten wir bei allen vorliegenden Deals das Gefhl, dass sie stets zu Ungunsten der Band ausgearbeitet sind. Klar mssen die Plattenfirmen auch irgendwie berleben, aber wir wollten uns diesem Zwang bewusst nicht aussetzen und haben uns daher entschieden, die Sache selbst durchzuziehen. Da wir unser letztes Album "Invisible Walls" zu Beginn ebenfalls als Eigenproduktion verffentlicht hatten, wussten wir, worauf wir uns einlassen. Wir konnten viele Businesskontakte von damals reaktivieren und ber unser Presswerk haben wir sogar die Mglichkeit, das Album bei Amazon und verschiedenen Downloadportalen anzubieten. In der heutigen Zeit lsst sich schon einiges ohne einen Plattendeal machen. Es bedarf zwar Zeit und einiges an Durchhaltevermgen, aber schlussendlich haben wir so alles im Auge und sind nher an den Leuten im Business dran. Bezglich des zweiten Teils deiner Frage ist es ganz einfach. Wir sollten mit einem Plattendeal grundstzlich die Mglichkeit haben, unsere Produktionskosten (kommt ja alles aus der eigenen Tasche) zumindest annhernd wieder hereinzubekommen. Andernfalls hat das ganze Konstrukt fr uns momentan keinen Sinn, denn die nchste Scheibe muss ja auch wieder irgendwie finanziert werden. Ich denke, es herrscht hufig noch der Irrglaube, dass eine Band bei einem Deal alles bezahlt bekommt. Das ist aber bei weitem nicht der Fall und es erfordert auch mit Plattenvertrag noch einiges an Eigenkapital, um eine CD zu verffentlichen.

Man liest euren Namen in letzter Zeit fters auf Festival-Plakaten. Werbt ihr als Band offensiv um diese Mglichkeiten oder kommen die Veranstalter mittlerweile auf euch zu, da sich herumgesprochen hat, dass DESTINATION'S CALLING den Anspruch des Studios auch auf der Bhne super umsetzen knnen?

Da heit es immer noch: Klinken putzen! Wir kmmern uns nicht nur um die Werbung zum neuen Album, sondern arbeiten parallel dazu auch daran, dass wir uns live prsentieren knnen. Fakt ist, dass wir verdammt gerne auf der Bhne stehen und immer 110% bringen. Es macht einfach Spa und die Atmosphre ist einzigartig.

Am Schluss eines Interviews, blicke ich gerne in die Zukunft, mchte dich aber an die Worte aus unserer letzten Befragung erinnern, wo du dir gewnscht hattest, dass es der Band gelingen mge, viel live zu spielen, mit greren Acts auf der Bhne zu stehen und schnell ein neues Album zu verffentlichen. Was hat sich davon erfllt und welche Vorgaben gibt es fr die nchste Zeit?

Ok, jetzt hast du mich dran gekriegt. Also, bezglich der greren Acts hat sich in der Vergangenheit natrlich schon etwas getan und wird sich in naher Zukunft auch noch etwas tun. Wir werden nmlich am 25.08. auf dem diesjhrigen "Summer's End-Festival" spielen und dort die Bhne mit Evergrey und Stratovarius teilen. Das wird echt der Hammer und wir freuen uns schon riesig drauf, mit zwei unserer Lieblingsbands zu spielen. Fr die Zukunft wnsche ich mir, dass wir weiterhin gute Musik schreiben und diese auch unseren Fans verfgbar machen knnen. Egal in welcher Form also live oder auch als CD. Ich bedanke mich ganz herzlich fr das Interview und mchte allen unsere neue Scheibe End of Time wrmstens empfehlen. Schaut auf der Homepage vorbei oder zieht euch den Album-Trailer auf YouTube rein. Es lohnt sich und wird Euch sicherlich nicht enttuschen. Viele Gre an alle Leser.

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