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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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THE OUTSIDE
Das "Äußere" ist der Impuls!
Steffi Müller
www.the-outside.net/


Aus der großen weiten Hauptstadt Deutschlands dröhnen thrashige Töne zu uns. Hinter diesen auffallend professionellen Klängen steckt die noch relativ junge Band THE OUTSIDE, die mit ihrem ersten Debüt in diesem Jahr, auch bei mir, auffallend hoch punkten konnten. So war es mir eine Freude Sänger Roland ein paar Fragen zur Band, zur Musik und zum metallischen Treiben in Berlin zu stellen:

Erzähl uns doch bitte ein paar Fakten zur Entstehungsgeschichte von "The Outside"?

Alberto und Sergio kommen aus Chile, vor ein paar Jahren kamen sie nach Deutschland und haben Mitmusiker gesucht. Über Myspace haben sie mich kontaktiert: "Wir haben Songs, willst du sie einsingen?", war die Frage. Ich wollte, haha! Das war 2008. Allerdings haben wir dann erstmal alles wieder neu geschrieben, mehrmals den Bassisten gewechselt, bis wir Halid kennengelernt haben. Er ist jetzt seit rund 2 Jahren dabei.

Warum fiel die Wahl auf den Bandnamen "The Outside"?

Die Entscheidung fiel wegen des Gesamtpakets - der Name ist leicht zu merken, leicht zu verstehen und er hat genug Tiefe. Wo ist die Linie, die "das Äußere" vom Innern abgrenzt? Der Impuls, der die Gedanken anregt? Er kommt von außen!

The Outside

Wie würdet ihr die Art eures Metals persönlich beschreiben?

Es ist Progressiver Thrash

Wie kamt ihr schließlich zu eurem Labelvertrag?

Als wir auf Tour in Südamerika waren, hat uns SAOL aus Hannover kontaktiert, die irgendwie die unveröffentlichte Scheibe in die Finger bekommen haben - sie hatten ein Review gelesen, das "aus Versehen" erschienen war. Sie waren total angetan, und uns war ziemlich schnell klar, dass wir mit ihnen arbeiten wollen. Wir sind weiter unabhängig und haben keinen Knebelvertrag unterschrieben, der uns vieler Rechte beraubt. Das war uns wichtig.

Im Juni 2012 wurde euer Debüt "The Outside" veröffentlicht. Wie fühlt es sich an, das erste Album auf dem Markt zu haben?

Hervorragend! Wir hatten zuvor ein Demo, dass wir auf Konzerten verkauft haben, aber mit einer offiziellen Veröffentlichung wird man doch anders wahrgenommen. Das spornt total an, es geht vorwärts, das spürt man.

Welche Erwartungen verknüpft man insgeheim mit einer eigenen, offiziellen Veröffentlichung?

Dass sie durch die Decke geht! Aber realistisch gesehen ist die Chance dafür natürlich gering. Und natürlich dass Fans, Presse und Veranstalter die Platte mögen.

Warum habt ihr euch für das ironische, aber doch sehr kritische Cover eures Albums entschieden? Und was bedeutet es für euch?

Das mit dem Cover war eine sehr kreative Herangehensweise. Claudio Bergamin, der auch mit Rob Halford, Criminal oder Accept arbeitet, wollte nur eines wissen: Was bedeutet jedem von uns der Bandname? Als dann der erste Entwurf kam, hat es uns umgehauen. Das Ergebnis ist exzellent und repräsentiert unsere Musik im Bild. Das war einer der Gründe, warum wir die Platte unbedingt als Vinyl veröffentlichen wollten. "M.F. Pig" ist die Krönung. Wer die LP hat, weiß Bescheid, haha!

Setzt sich euer Debüt mit einem speziellen Thema auseinander?

Mit Themen, die uns beschäftigen. Mit Missständen in der westlichen Gesellschaft. Verlogenheit, Machtmissbrauch durch Militär, Politik und Religion. Dystopien, die in Ansätzen real sind oder werden könnten. Es läuft vieles falsch, und es gibt viele Wege, das auszudrücken. Wir machen es mit Musik.

Wie entstehen die Ideen zu euren Songs und wer übernimmt dabei welchen Part?

"Am Anfang war das Riff" - das ist Genesis im Metal, würde ich sagen! Folglich kommen die meisten Grundideen von der Saitenfraktion. Die Ausarbeitung passiert gemeinsam. Die Texte schreibe ich selbst.

Welchen Song eures Albums, würdet ihr als Paradebeispiel für eure Band auserwählen und warum genau diesen?

Jeder Song hat wichtige Elemente, die unseren Sound ausmachen. "Empire", "The Stench", "Blood Runs Black" und "Perfect Reign" sind bei unseren Hörern die beliebtesten, auch "Impurity" ist ganz vorne dabei. Bei uns selbst wechselt das ständig, je nach Stimmung und wie oft wir Songs in unserem Liveset haben.

The Outside

Wie denkt ihr über die Feedbacks, die euch mit der Veröffentlichung eures Debüts, per Reviews und Kritiken erreichen?

Reviews geben uns als Musikern mehr Meinungen, und Meinungen sind immer wichtig. Wir sind wirklich zufrieden mit den bisherigen Reaktionen, auch von Printmagazinen wie Legacy oder Metal Hammer. Und vor allem zeigt es, dass unsere Musik wahrgenommen wird. Fantastisch!

Gibt es für die eigene Musik noch musikalische Vorbilder oder Bands, die euch inspirieren?

Nicht bewusst. Aber wir sind alle mit bestimmten Bands groß geworden und sind indirekt von ihnen beeinflusst. Das funktioniert ganz automatisch.

Was hat sich seit der Veröffentlichung persönlich nun für euch geändert?

Persönliche Dinge werden häufiger von der Band abhängig organisiert. Aber es ist Metal, unsere eigene Musik, und es gibt offenbar viele, die sie geil finden. Geht es besser?

Welche größeren Pläne stehen für eure Band in der Zukunft an?

Stand jetzt. touren wir im Herbst, dann wohl nochmal im Frühjahr 2013. Vielleicht machen wir noch einen weiteren Videoclip, den der zu "The Stench" (www.youtube.com/watch?v=rmND3R_YbL8 ) ist super angenommen worden. Eines ist sicher: Ausruhen gilt nicht, wir werden euch auf jeden Fall weiterhin mit Musik zubomben, haha!

Wie oft trifft sich "The Outside" noch regelmäßig im Proberaum?

So oft es geht. Wir proben für Gigs, wir arrangieren Songs, wir üben auch allein dort. Es lenkt nichts ab, das ist sehr angenehm.

Welche Tourdaten sollten sich "The Outside"-Fans für dieses Jahr unbedingt noch vormerken?

Wir sind im Oktober mit Poema Arcanus aus Chile in Deutschland und Polen auf Tour. Im Norden auf jeden Fall das Schlachtfest in Aurich am 19.10., im Osten in Berlin (12.10.) und Eisenach (13.10.)! Die kompletten Daten gibt’s dann bald auf unserer Seite.

Was war bis jetzt das witzigste und einprägsamste, was ihr mit "The Outside" erleben durftet?

Die Tour in Südamerika im Dezember 2011. Ein Beispiel: Zwölf Stunden mit dem Linienbus an den Rand der chilenischen Wüste fahren, um von bekloppten Metalheads abgefeiert zu werden, obwohl der Gig um 2 Uhr morgens angefangen hat. Und nach der Show ging es erst richtig los!

Bleibt neben der Musik noch Zeit für privates? Und was macht ihr, als Ausgleich zu eurer Musik?

Jeder hat da seine eigene Strategie. Sergio und Tito unterrichten viel, ich selbst schreibe und mache Sport. Erst geistiger Input, dann auspowern. Da kommt der Kopf richtig in Gang. Und Halid macht nichts anderes!

The Outside

Wenn ihr einen großen Wunsch frei hättet, welcher sollte sich dann für eure Band erfüllen?

Dass wir von Metal leben können!

Und mit welchen "Metal-Größen" wäre es eine Ehre, einmal auf der Bühne zu stehen?

Rush, Megadeth, Testament, Slayer. Unsere "Big Four", haha!

Und nun noch eine Frage zu eurer Heimatstadt: Was darf man als Metal-Fan auf einem Hauptstadt-Trip keinesfalls verpassen?

Den Stadtteil Friedrichshain, allein dort gibt es mit Paules Metal Eck, Halford, Bretterbude, Brutz & Brakel und Wikingerbar fünf Metalkneipen. Wer mehr wissen will, muss leider mit uns Bier trinken!

Gibt es ein paar Sätze, die ihr unseren MyRevelations-Lesern noch mit aus den Weg geben wollt?

Danke an alle, die uns unterstützen! The revolt is on!

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