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23. Mai 2013 - Uhr
 
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METALHEAD
Der Tradition verpflichtet!
Matthias Decklar
www.metalhead.eu


Es ist schon eine zeitlang her, dass mich ein Album beim ersten Anhören so gefesselt hat wie das Debüt von METALHEAD. Die deutsche Band hat schon einige Jahre an Erfahrung auf dem musikalischen Buckel, doch hat es seine Zeit gedauert, bis ein komplettes Langeisen veröffentlicht werden konnte. Aber nicht nur unsere Redaktion war begeistert, auch die anderen Magazine verschafften den Norddeutschen Spitzenplätze in ihren Soundchecks. Da stellten wir doch direkt Kontakt her zu Gitarrist A.M. Draude und ließen uns über alles Wichtige im Lager von METALHEAD informieren.

Hallo Metalheads, wisst ihr eigentlich, dass ihr Geschichte geschrieben habt? Im letzten "HEAVY" Magazin seid ihr auf Platz 2 des Soundchecks gelandet. Sammler werden diese letzte Ausgabe immer huldigen und somit wird der Name METALHEAD in aller Munde bleiben.

In der Tat übertrifft die Resonanz auf unser Album alle unsere Erwartungen! Das ist echt der Hammer! Es war uns schon ein Anliegen, dass die Scheibe im "HEAVY" und im Rock Hard im Soundcheck landet, aber so gute Plätze haben wir uns echt nicht erträumt. Es ist wirklich schade, dass es die letzte Ausgabe des "HEAVY" war - wir hatten schon einen Interviewtermin mit Arno Hofmann (Grüße!) klargemacht, aus dem dann leider nichts wurde.

Metalhead

Ich frage mich, wieso kam vor euch niemand auf diesen genialen Bandnamen. Habt ihr da recherchiert, oder einfach auf gut Glück zugeschlagen?

Ehrlich gesagt, hagelt es für den Bandnamen eher Kritik, da stellst du eine Ausnahme dar. METALHEAD hat sich vor über zehn Jahren eher zufällig ergeben, recherchiert haben wir im Vorfeld nicht. Ehrlich gesagt, haben wir uns auch keine großen Gedanken gemacht, zumal wir damals auch überhaupt noch nicht wussten, wo wir mit der Band mal hinwollen. Animal und ich fanden, dass der Name ganz gut ausdrückt, wofür wir musikalisch stehen; also traditionell ausgerichteten Heavy Metal, der jedoch auch eine düstere Komponente hat. Kurz vor der Veröffentlichung des Albums haben wir über eine Namensänderung nachgedacht, uns aber dagegen entschieden, da wir einerseits 2006 schon die Single "Demon" veröffentlicht haben und andererseits unser Logo lieben, dessen Idee übrigens von unserem ehemaligen Bassisten Dirk Schröder stammt und dann von Chris Verwimp veredelt wurde.

Ihr seid musikalisch ganz tief im traditionellen Metal verwurzelt und euer Debüt klingt verdammt nach den goldenen 80ern, die ja momentan ein großes Comeback erleben. Erzähl unseren Lesern doch mal wie ihr zum Metal gekommen seid und wie sich die Anfänge von METALHEAD gestaltet haben.

Die Geschichte geht eigentlich schon in unserer Schulzeit los! In diversen Coverbands und der Schul-Bigband war ich musikalisch recht aktiv, während Stefan ziemlich erfolgreich Fußball spielte. Er sang auch im Schulchor und entwickelte durch die Unterstützung seines damaligen Musiklehrers Christoph Plüschke Spaß am Schreiben von Chorsätzen. Seine größte Arbeit war die Umsetzung von "Nothing Else Matters", zu der ich dann das Gitarrensolo beisteuerte. Später war es genau umgekehrt: Ich suchte einen Sänger für eine Coverband und Stefan sprang ein. Schon bald merkten wir, dass wir sehr ähnliche Vorstellungen davon hatten, wie gute, harte Musik gespielt zu werden und zu klingen hat! Unsere Einflüsse liegen sowohl im Metal der 80er, als auch im Hardrock der 70er, es ist also kein Wunder, dass unsere Mucke auch danach klingt. Silvester 2001 beschlossen wir dann spät auf einer Party gemeinsam Stücke zu schreiben und auch aufzunehmen. Trotz einer harten Nacht standen er und unser zweiter Gitarrist Christoph Mielicki am nächsten Tag vor der Tür und einen Tag später hatten wir die Stücke "Burn In Hell" und "Devil Of The Night" in sehr rohen Versionen fertig - Metalhead waren geboren. Die Aufnahmen kann man sich übrigens auf unserer Website www.metalhead.eu anhören.

Metalhead

Kommen wir zum Album. "Metalhead" klingt für mich nach dem Ergebnis, wenn King Diamond mit Judas Priest und Accept einen Monat in einem Studio eingesperrt worden wären, mit der Maßgabe, ein Album zu schreiben, dass allen drei Bands gerecht wird.

Nun ja, da hast du auch schon drei unserer großen Lieblinge genannt! Wolf Hoffmann ist einer meiner Lieblingsgitarristen - habe ihn vor kurzem in Oberhausen gesehen und er hat wirklich fantastisch gespielt! Bei Judas Priest inspirieren uns vor allem auch die alten Sachen (z.B. "Sin After Sin" oder "Stained Class"), sie haben damals fast progressiv gespielt und einfach klasse Songs geschrieben! Bei King Diamond sind es vor allem die düstere Atmosphäre und die Chor-Arrangements, die uns sicher stark beeinflussen. Wir versuchen aber immer unbedarft an das Songwriting heranzugehen und schreiben ohne Plan, was uns gerade in den Sinn kommt. In einem Review wurden sogar schon mal Pink Floyd als Einfluss für den Song "Witch Hunt" herangezogen.

Würdest du einen Song herausheben wollen, der dir besonders viel bedeutet oder gibt es eine besondere Geschichte zur Entstehung einer bestimmten Nummer?

Die Songs des Albums haben allesamt schon mindestens sechs Jahre auf dem Buckel - sind also alles andere als neu. Daher hatten sie schon genügend Gelegenheit, den "Test Of Time" zu überstehen. Wir haben für das Album nur Songs ausgesucht, die uns voll überzeugen - daher kann ich für mich auch keinen herausheben. Bezüglich der Entstehung habe ich zu den Songs schon unterschiedliche Verbindungen. Die Musik von "Hunter" entstand schon um 1997 und war der dritte Song, den ich je geschrieben hatte. Die Vocals und Soli kamen dann später dazu. Ein Teil des Riffs von "Bringer Of Evil" ist auch fast schon so alt. Das ganze Stück entstand zusammen mit "Surrender To The Dark" auf einem Forschungsaufenthalt in Kanada. Viele der Songs kommen aus den Jahren 2003 – 2006. Damals hatten Stefan und ich relativ viel Zeit und haben viel komponiert. Unsere Festplatten haben noch ein paar unveröffentlichte Songs auf Lager, so dass die Basic Tracks zur nächsten Platte schon weitgehend fertig sind. Außerdem warten noch viele Ideen für weitere Platten auf ihre Ausarbeitung. Die Vocal-Arrangements kommen dann ganz zum Schluss und werden in der Regel erst während der Aufnahmen abgeschlossen. Mal schauen, ob es diesmal mit dem Recording etwas schneller geht.

Metalhead

Die Resonanzen auf "Metalhead" waren wohl durchweg euphorisch. Was bedeutet das für eine Band, die gerade ihr erstes Album veröffentlicht hat?

Eine UNMENGE an Motivation! In so einem Album stecken schon wahnsinnig viele Töne, die alle klingen müssen! Und das neben dem Job und der Familie hinzubekommen, (unser Sänger und ich haben jeweils zwei Kids) ist manchmal schon schwierig. Deshalb hat der ganze Prozess auch so lange gedauert. Und wenn dann Schwierigkeiten auftauchen, die einen zurückwerfen, dann kann man die Lust schon mal verlieren. Ich war zum Beispiel zwischendrin kurz davor hinzuschmeißen und die ganzen Aufnahmen neu zu starten - aber glücklicherweise hatte Stefan eine Idee und das Ganze ging weiter. Und jetzt sind wir richtig heiß auf das nächste Album! Wir stehen dann zwar wieder vor einem riesigen Berg - man ist ja auch ehrgeizig und möchte es vielleicht noch ein bisschen besser hinbekommen - aber diese Rückmeldungen geben uns auf jeden Fall mehr als genug Feuer, ein weiteres Stück Metal zu schmieden!

Gab es schon Anfragen für eine Tour oder kommende Festivals?

In der Vergangenheit haben wir bereits auf dem "Thrash Til Death" und dem "Swordbrothers – Festival" gespielt. Für die nahe Zukunft gibt es jedoch im Moment keine Anfragen. Festivals sind immer eine super Sache, und einmal auf dem "KIT" zu spielen, mit dem Stefan und ich eigentlich jedes Jahr den Sommer einläuten, wäre ein Lebenstraum für uns! Für mich persönlich wäre eine kleine Tour mit METALHEAD im passenden Package ebenfalls etwas, was ich sehr gerne machen würde!

Metalhead

Wie geht es jetzt weiter mit METALHEAD? Bleibt ihr bei eurer Plattenfirma oder glaubt ihr, da kommt jetzt eine größere Company auf euch zu?

Jens Häfner von Killer Metal Records ist seit Jahren einer unserer treuesten Begleiter. Er hat uns immer wieder bestärkt weiterzumachen, obwohl die CD eigentlich vor ca. fünf Jahren hätte erscheinen sollen. Außerdem ist er sehr flexibel was unsere Wünsche bezüglich des Albumcovers angeht. Daher glaube ich eher nicht, dass wir zu einer größeren Company wechseln. Ich denke, wir sind bei Killer Metal Records sehr gut aufgehoben!

Da wir uns mitten in der Festival-Saison befinden, hätte ich zum Schluss gerne deine Einschätzung zur momentanen Situation. Haben wir zu viele Festivals mittlerweile oder wird diese Flut der wieder steigenden Bedeutung des Metals gerecht?

Auf jeden Fall letzteres! Metal wird in den Medien ja mehr oder weniger totgeschwiegen, was der Präsenz innerhalb der Bevölkerung aber meiner Einschätzung nach gar nicht entspricht. Mittlerweile kann man Metal in weiten Teilen der Gesellschaft finden - vom Schüler bis hin zum Herzchirurgen! Und letztlich entscheiden ja die Fans, ob ein Festival über die Jahre zu einer festen Institution wird. Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen Leuten bedanken, die unser Album unterstützt und uns soviel positive Resonanz gegeben haben!!!

Ich denke, da kommt noch was auf uns zu in den nächsten Jahren, wenn man den Ankündigungen von Mister Draude glauben darf, und es noch einiges an Rohmaterial und Ideen gibt, was das Licht der Welt erblicken soll. Auf alle Fälle muss uns nicht Angst sein, dass der Nachwuchs ausbleibt, der sich dem traditionellen Metal verschrieben hat, und die Wurzeln unserer Musik auch in das nächste Jahrzehnt tragen wird. So heben wir das Glas und rufen ein lautes: "Metal To The Metalheads"!

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