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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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METALHEAD
Der Tradition verpflichtet!
Matthias Decklar
www.metalhead.eu


Es ist schon eine zeitlang her, dass mich ein Album beim ersten Anhren so gefesselt hat wie das Debt von METALHEAD. Die deutsche Band hat schon einige Jahre an Erfahrung auf dem musikalischen Buckel, doch hat es seine Zeit gedauert, bis ein komplettes Langeisen verffentlicht werden konnte. Aber nicht nur unsere Redaktion war begeistert, auch die anderen Magazine verschafften den Norddeutschen Spitzenpltze in ihren Soundchecks. Da stellten wir doch direkt Kontakt her zu Gitarrist A.M. Draude und lieen uns ber alles Wichtige im Lager von METALHEAD informieren.

Hallo Metalheads, wisst ihr eigentlich, dass ihr Geschichte geschrieben habt? Im letzten "HEAVY" Magazin seid ihr auf Platz 2 des Soundchecks gelandet. Sammler werden diese letzte Ausgabe immer huldigen und somit wird der Name METALHEAD in aller Munde bleiben.

In der Tat bertrifft die Resonanz auf unser Album alle unsere Erwartungen! Das ist echt der Hammer! Es war uns schon ein Anliegen, dass die Scheibe im "HEAVY" und im Rock Hard im Soundcheck landet, aber so gute Pltze haben wir uns echt nicht ertrumt. Es ist wirklich schade, dass es die letzte Ausgabe des "HEAVY" war - wir hatten schon einen Interviewtermin mit Arno Hofmann (Gre!) klargemacht, aus dem dann leider nichts wurde.

Metalhead

Ich frage mich, wieso kam vor euch niemand auf diesen genialen Bandnamen. Habt ihr da recherchiert, oder einfach auf gut Glck zugeschlagen?

Ehrlich gesagt, hagelt es fr den Bandnamen eher Kritik, da stellst du eine Ausnahme dar. METALHEAD hat sich vor ber zehn Jahren eher zufllig ergeben, recherchiert haben wir im Vorfeld nicht. Ehrlich gesagt, haben wir uns auch keine groen Gedanken gemacht, zumal wir damals auch berhaupt noch nicht wussten, wo wir mit der Band mal hinwollen. Animal und ich fanden, dass der Name ganz gut ausdrckt, wofr wir musikalisch stehen; also traditionell ausgerichteten Heavy Metal, der jedoch auch eine dstere Komponente hat. Kurz vor der Verffentlichung des Albums haben wir ber eine Namensnderung nachgedacht, uns aber dagegen entschieden, da wir einerseits 2006 schon die Single "Demon" verffentlicht haben und andererseits unser Logo lieben, dessen Idee brigens von unserem ehemaligen Bassisten Dirk Schrder stammt und dann von Chris Verwimp veredelt wurde.

Ihr seid musikalisch ganz tief im traditionellen Metal verwurzelt und euer Debt klingt verdammt nach den goldenen 80ern, die ja momentan ein groes Comeback erleben. Erzhl unseren Lesern doch mal wie ihr zum Metal gekommen seid und wie sich die Anfnge von METALHEAD gestaltet haben.

Die Geschichte geht eigentlich schon in unserer Schulzeit los! In diversen Coverbands und der Schul-Bigband war ich musikalisch recht aktiv, whrend Stefan ziemlich erfolgreich Fuball spielte. Er sang auch im Schulchor und entwickelte durch die Untersttzung seines damaligen Musiklehrers Christoph Plschke Spa am Schreiben von Chorstzen. Seine grte Arbeit war die Umsetzung von "Nothing Else Matters", zu der ich dann das Gitarrensolo beisteuerte. Spter war es genau umgekehrt: Ich suchte einen Snger fr eine Coverband und Stefan sprang ein. Schon bald merkten wir, dass wir sehr hnliche Vorstellungen davon hatten, wie gute, harte Musik gespielt zu werden und zu klingen hat! Unsere Einflsse liegen sowohl im Metal der 80er, als auch im Hardrock der 70er, es ist also kein Wunder, dass unsere Mucke auch danach klingt. Silvester 2001 beschlossen wir dann spt auf einer Party gemeinsam Stcke zu schreiben und auch aufzunehmen. Trotz einer harten Nacht standen er und unser zweiter Gitarrist Christoph Mielicki am nchsten Tag vor der Tr und einen Tag spter hatten wir die Stcke "Burn In Hell" und "Devil Of The Night" in sehr rohen Versionen fertig - Metalhead waren geboren. Die Aufnahmen kann man sich brigens auf unserer Website www.metalhead.eu anhren.

Metalhead

Kommen wir zum Album. "Metalhead" klingt fr mich nach dem Ergebnis, wenn King Diamond mit Judas Priest und Accept einen Monat in einem Studio eingesperrt worden wren, mit der Magabe, ein Album zu schreiben, dass allen drei Bands gerecht wird.

Nun ja, da hast du auch schon drei unserer groen Lieblinge genannt! Wolf Hoffmann ist einer meiner Lieblingsgitarristen - habe ihn vor kurzem in Oberhausen gesehen und er hat wirklich fantastisch gespielt! Bei Judas Priest inspirieren uns vor allem auch die alten Sachen (z.B. "Sin After Sin" oder "Stained Class"), sie haben damals fast progressiv gespielt und einfach klasse Songs geschrieben! Bei King Diamond sind es vor allem die dstere Atmosphre und die Chor-Arrangements, die uns sicher stark beeinflussen. Wir versuchen aber immer unbedarft an das Songwriting heranzugehen und schreiben ohne Plan, was uns gerade in den Sinn kommt. In einem Review wurden sogar schon mal Pink Floyd als Einfluss fr den Song "Witch Hunt" herangezogen.

Wrdest du einen Song herausheben wollen, der dir besonders viel bedeutet oder gibt es eine besondere Geschichte zur Entstehung einer bestimmten Nummer?

Die Songs des Albums haben allesamt schon mindestens sechs Jahre auf dem Buckel - sind also alles andere als neu. Daher hatten sie schon gengend Gelegenheit, den "Test Of Time" zu berstehen. Wir haben fr das Album nur Songs ausgesucht, die uns voll berzeugen - daher kann ich fr mich auch keinen herausheben. Bezglich der Entstehung habe ich zu den Songs schon unterschiedliche Verbindungen. Die Musik von "Hunter" entstand schon um 1997 und war der dritte Song, den ich je geschrieben hatte. Die Vocals und Soli kamen dann spter dazu. Ein Teil des Riffs von "Bringer Of Evil" ist auch fast schon so alt. Das ganze Stck entstand zusammen mit "Surrender To The Dark" auf einem Forschungsaufenthalt in Kanada. Viele der Songs kommen aus den Jahren 2003 2006. Damals hatten Stefan und ich relativ viel Zeit und haben viel komponiert. Unsere Festplatten haben noch ein paar unverffentlichte Songs auf Lager, so dass die Basic Tracks zur nchsten Platte schon weitgehend fertig sind. Auerdem warten noch viele Ideen fr weitere Platten auf ihre Ausarbeitung. Die Vocal-Arrangements kommen dann ganz zum Schluss und werden in der Regel erst whrend der Aufnahmen abgeschlossen. Mal schauen, ob es diesmal mit dem Recording etwas schneller geht.

Metalhead

Die Resonanzen auf "Metalhead" waren wohl durchweg euphorisch. Was bedeutet das fr eine Band, die gerade ihr erstes Album verffentlicht hat?

Eine UNMENGE an Motivation! In so einem Album stecken schon wahnsinnig viele Tne, die alle klingen mssen! Und das neben dem Job und der Familie hinzubekommen, (unser Snger und ich haben jeweils zwei Kids) ist manchmal schon schwierig. Deshalb hat der ganze Prozess auch so lange gedauert. Und wenn dann Schwierigkeiten auftauchen, die einen zurckwerfen, dann kann man die Lust schon mal verlieren. Ich war zum Beispiel zwischendrin kurz davor hinzuschmeien und die ganzen Aufnahmen neu zu starten - aber glcklicherweise hatte Stefan eine Idee und das Ganze ging weiter. Und jetzt sind wir richtig hei auf das nchste Album! Wir stehen dann zwar wieder vor einem riesigen Berg - man ist ja auch ehrgeizig und mchte es vielleicht noch ein bisschen besser hinbekommen - aber diese Rckmeldungen geben uns auf jeden Fall mehr als genug Feuer, ein weiteres Stck Metal zu schmieden!

Gab es schon Anfragen fr eine Tour oder kommende Festivals?

In der Vergangenheit haben wir bereits auf dem "Thrash Til Death" und dem "Swordbrothers Festival" gespielt. Fr die nahe Zukunft gibt es jedoch im Moment keine Anfragen. Festivals sind immer eine super Sache, und einmal auf dem "KIT" zu spielen, mit dem Stefan und ich eigentlich jedes Jahr den Sommer einluten, wre ein Lebenstraum fr uns! Fr mich persnlich wre eine kleine Tour mit METALHEAD im passenden Package ebenfalls etwas, was ich sehr gerne machen wrde!

Metalhead

Wie geht es jetzt weiter mit METALHEAD? Bleibt ihr bei eurer Plattenfirma oder glaubt ihr, da kommt jetzt eine grere Company auf euch zu?

Jens Hfner von Killer Metal Records ist seit Jahren einer unserer treuesten Begleiter. Er hat uns immer wieder bestrkt weiterzumachen, obwohl die CD eigentlich vor ca. fnf Jahren htte erscheinen sollen. Auerdem ist er sehr flexibel was unsere Wnsche bezglich des Albumcovers angeht. Daher glaube ich eher nicht, dass wir zu einer greren Company wechseln. Ich denke, wir sind bei Killer Metal Records sehr gut aufgehoben!

Da wir uns mitten in der Festival-Saison befinden, htte ich zum Schluss gerne deine Einschtzung zur momentanen Situation. Haben wir zu viele Festivals mittlerweile oder wird diese Flut der wieder steigenden Bedeutung des Metals gerecht?

Auf jeden Fall letzteres! Metal wird in den Medien ja mehr oder weniger totgeschwiegen, was der Prsenz innerhalb der Bevlkerung aber meiner Einschtzung nach gar nicht entspricht. Mittlerweile kann man Metal in weiten Teilen der Gesellschaft finden - vom Schler bis hin zum Herzchirurgen! Und letztlich entscheiden ja die Fans, ob ein Festival ber die Jahre zu einer festen Institution wird. Zum Schluss mchte ich mich noch bei allen Leuten bedanken, die unser Album untersttzt und uns soviel positive Resonanz gegeben haben!!!

Ich denke, da kommt noch was auf uns zu in den nchsten Jahren, wenn man den Ankndigungen von Mister Draude glauben darf, und es noch einiges an Rohmaterial und Ideen gibt, was das Licht der Welt erblicken soll. Auf alle Flle muss uns nicht Angst sein, dass der Nachwuchs ausbleibt, der sich dem traditionellen Metal verschrieben hat, und die Wurzeln unserer Musik auch in das nchste Jahrzehnt tragen wird. So heben wir das Glas und rufen ein lautes: "Metal To The Metalheads"!

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