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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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XIOM
Das Metal-Chamäleon
Moritz Beese
www.xiom-metal.com


Nach zwei Umbenennungen von ARGUS über MOSHQUITO in XIOM, bringen die deutschen Tech-Prog Metaller mit "Gloriuos Sin" ihr Debüt und Comeback Album zu gleich raus. Gitarrist Ingo ist bereits seid den 90er dabei und er und seine Mitstreiter plaudern über das bärenstarke neue Album, ihre Technik und anderes Wissenswertes.

Xiom

Erzählt doch mal eure lange Geschichte und wie es zu den Namenswechseln kam. Euer Ingo ist ja schon seit 1982 dabei…

Ingo: 1987 aus der Band ARGUS hervorgegangen und durch zahlreiche Besetzungswechsel geprägt, konnten wir im selben Jahr noch das erste Demo "No Back To Inferno" produzieren. Das zweite Demo "Mosh in Moskau" mit Benjamin Müller an den Vocals folgte dann 1989. Mit dem Mauerfall standen wir vor der Tatsache, dass uns mit einem Schlag sowohl die Fans als auch die Auftrittsmöglichkeiten fehlten. Endlich konnte man die "Idole" aus dem Westen live bewundern, die wir jahrelang verehrten. Für den Metalfan aus dem Osten zur damaligen Zeit der Himmel auf Erden und auch durchaus nachvollziehbar! Die Locations, in denen wir damals spielten, machten nun entweder dicht oder beschäftigten sich mit lukrativeren Dingen.1990 produzierten wir das dritte Demo "Only Death Is For Nothing".
Bevor wir überhaupt feststellen konnten, ob wir damit Aufmerksamkeit bei unseren Fans erlangen konnten, kam bei mir die berufliche Karriere dazwischen. Ich wurde von meiner Firma für mehrere Jahre nach Spanien geschickt, also mussten wir MOSHQUITO vorerst auf Eis legen. Als meine Tätigkeit in Spanien beendet war, gab es für mich keinen Zweifel an der Wiederbelebung der Band, Nach vier Jahren Pause formten nun Ingo Lohf und André Nebel die Band neu und 1998 folgte das Debut-Release "Secrets". Nach weiteren Releases "Worlds End", "Enter New Spheres" und "Behind the Mask" benannte sich MOSHQUITO im Jahr 2011 um, in XIOM. Zu dem Namenswechsel kam es, weil wir der Meinung waren, wir müssen zum Ersten den Bezug als alte Ostband gesehen zu werden ablegen, und zum Zweiten klingt Moshquito nicht mehr zeitgemäß und spiegelt auch nicht unseren Musik wieder. John: Ja,Ingo ist der Kopf der Band und seit dieser Zeit immer mit vollem Einsatz dabei, davor habe ich größten Respekt, zumal die Dinge wirklich nicht immer einfach waren und sind.

Bitte nicht falsch verstehen: Aber aufgrund eurer Historie könnt ihr nicht mehr die Jüngsten sein… Wie kommt es, dass ihr immer noch richtig harte und gleichzeitig, im Trend liegend, extrem vertrackte Musik macht?

Ingo: Das kann ich auch nicht so genau sagen. Aber es ist halt so, dass ich schon immer für Neues offen war und mich für progressive Musikrichtungen interessiere. Das fing an mit JIMMY HENDRIKS über die Urväter des Death-Metals DEATH bis hin zu OPETH und OBSCURA. Als Band gesehen treffen hier jung und alt aufeinander. So kommen immer wieder neue Ideen von verschiedenen Seiten, die zusammengenommen unsere Musik ausmachen.

Ihr habt seit einiger Zeit einen neuen Sänger, der US-Amerikaner ist. Wie kam es zu diesem Verbund und wie macht er sich?

John:Wir kannten uns schon länger, da wir in der Vergangenheit zwei Touren mit "Solace of Requiem" gespielt haben, allerdings noch unter MOSHQUITO. Nach der Trennung von unserem damaligen "Frontmann" bot sich Jeff als Sänger an. Er lebt schon seit einiger Zeit in Deutschland und seine Stimme passt zu unserer Musik. Er bringt mit seinen Vocals viel mehr "Farbe" rein als sein Vorgänger. Ich denke, dass Ergebnis kann sich hören lassen.

Wie lange habt ihr für die Aufnahmen für "Glorious Sin" benötigt? Also wie lange gings ins Studio und wie lange habt ihr an den Stücken geschrieben?

Ingo: Für die Aufnahmen der "Gloriuos Sin" haben wir ca. ein halbes Jahr benötigt, für Abmischen und Mastern 4 Monate. Da wir ein eigenes Studio haben, können wir uns den Luxus leisten, so lange wie es nötig ist an den Songs und am Sound zu arbeiten, ohne Zeitdruck zu haben. Das Schreiben der Songs hat ca. zwei Jahre in Anspruch genommen.

Und wie läuft bei euch eigentlich der Entstehungsprozess eines Songs ab?

Maik: Ingo und ich komponieren zuerst die Gitarren-Riffs und spielen alles in einen Audio-Sequenzer ein, danach macht sich die Band Gedanken über die Drum-Beats, so dass ein erstes Grundgerüst entsteht. Danach folgen Bass, Lyrics und Solos. Das eine oder andere Detail wird auch oft noch bei den Aufnahmen verändert.

Auf was bezieht sich der Albumtitel "Glorious Sin"? Gibt es ein lyrisches Konzept bzw. um was drehen sich eure Texte?

Jeff: Es gibt kein Konzept für die Texte. Meine Texte handeln von meinem Leben und meinen Erfahrungen, die ich mache. I nenne es "dark philosophy" oder "poetic hatred", basierend auf meinem Leben eben. Ich sehe mich als einen modernen Dichter. Wenn das einige Leute als Konzept bezeichnen möchten, dann ist es wohl konzeptionell. Aber ich denke, dass ich nur schreibe, was ich weiß und eben meine Gedanken und Gefühle damit textlich darlege. Die sind natürlich immer düster und auch irgendwie böse aber immer auf meine Erfahrungen im Leben gestützt.

Xiom

Für unsere Technik Freaks: Was für Instrumente, Amps, Effekte benutzt ihr und über was spielt euer Schlagzeuger?

Maik: Im Studio benutzen wir für den Gitarren-Sound Ibanez-Gitarren, Engl-Amps für die Solos, Laney-Amps für den Rhythmus, Marshall-Boxen und T.C. Electronics-Effekte. Unser Schlagzeuger spielt über Pearl-Drums. Beim Bass kommen eine Warwick und ein Hartke-Amp LH 500 zum Einsatz. Weiterhin sind eine Seagull-Akustikgitarre und eine Almansa Flamenco-Gitarre zu hören.

Ihr seid unverkennbar bzw. unüberhörbar große DEATH Fans: Was sagt ihr zu der ganzen Release Flut (Re-Releases/ Live Alben/ neues CONTROL DENIED Album/ usw.) in letzter Zeit?

Ingo: Ich persönlich als großer Verehrer der Musik Chuck Schuldiners (R.I.P.) finde das natürlich toll. Es ist nur bedauerlich, dass dieser geniale Musiker so zeitig von uns gegangen ist. Wer weiß, welche großartigen Alben er uns noch geschenkt hätte.

Mit wem würdet ihr heutzutage am Liebsten zusammen auf Tour gehen? Sind in naher Zukunft irgendwelche Konzerte geplant?

Maik: Ich persönlich würde gern mit MACHINE HEAD auf Tour gehen. Ich mag ihren gewaltigen Sound und den Style von Robb Flynn.

Vielen Dank für eure Zeit und hoffentlich bis bald auf einem eurer Konzerte!

Zum Abschluss möchte ich allen danken, die über die vielen Jahre zu uns gehalten haben. Und hier noch für eure Leser unsere neuen Webseiten:

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