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20. April 2014 - Uhr
 
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KILLL
Es werde Licht!
David Lang
www.killl.org

Selten hat mich eine Band derart beeindruckt, wie es zuletzt die norwegischen KILLL taten. Ihre Mischung aus maschinell-monotonem Krach und extremem Metal, in Verbindung mit einer psychedelisch-aggressiven Lightshow ist ziemlich einzigartig. Ich bin kein groer Interview-Freund, doch in diesem Fall wollte ich ein wenig Licht (hehehe) ins Dunkel bringen. Are Mokkelbost, verantwortlich fr Bass, Synthesizer, Gesang, Sampler und Effekte stand mir Rede und Antwort.

Hey Killlers! Wie kamt ihr auf die Idee hinter dem ganzen Konzept und was bedeutet es fr euch?

Killl

Unser Drummer, Martin Horntveth, hatte die Idee zur Band und er erzhlte einem Freund davon, der zu der Zeit gerade ein Festival vorbereitete, das Ultima. Dieser Freund meinte, er wrde uns buchen, wrden wir die Band grnden, also taten wir es. Alles entstand in ca. 3 Tagen. KILLL sind ein Nebenprojekt, und als solches muss man effektiv arbeiten, wenn es ans Songwriting geht. So entwickelte sich die Musik langsam, durch das Spielen einiger Konzerte im Jahr und durch das unmittelbare Proben vor Shows. Der visuelle Aspekt der Band entwickelte sich dann erst im Jahr 2005 mit dem Backdrop, den LED-Lichtern und den bunten Stroboskopleuchten aus der Zusammenarbeit zwischen mir und unserem Lichtmann Kyrre (der Mann heit Kyrre...? Wer die Show gesehen hat, wird jetzt auch schmunzeln mssen, Anm. des Verf.).

Warum benutzt ihr ein drittes "L" in eurem Namen? Ist das nur fr die Optik oder steckt eine tiefere Bedeutung dahinter?

Keine tiefere, nur um uns von der schwedischen Black Metal Band Kill abzugrenzen und um den Einsatz unseres Lichtmanns als Bandmitglied zu vermerken.

Ich kann mir vorstellen, dass einige Leute zu euren Shows kommen, die womglich noch nie mit eurem Stil in Berhrung gekommen sind. Die Gesichter dieser Leute mssen unbezahlbar sein. Wie sind die Reaktionen im Publikum normalerweise?

Wie ein aufgeschrecktes Reh auf einer dunklen Strae im Winter, das ins Fernlicht sieht und unfhig ist, sich zu bewegen.

Mssen Besucher eurer Shows eine Verzichtserklrung oder hnliches unterschreiben, so dass ihr nicht fr mgliche psychologische Schden haften msst?

Ha ha! Nein, aber wir sind rechtens dazu verpflichtet, Schilder aufzuhngen, die darauf hinweisen, dass wir die Strobos sehr umfangreich einsetzen. Das ist allgemein blich in Clubs, denn epileptische Anflle knnen schnell ausgelst werden.

Wie kann ich mir euren Songwriting-Prozess vorstellen? Euer Material ist nicht unbedingt das, was ich mir normalerweise anhre und um ganz ehrlich zu sein, habe ich so etwas wie eure Musik vorher noch nie gehrt.

Das nehme ich als ein Kompliment. Wir versuchen ziemlich einfache und entgegensetzende Elemente in dem Prozess zu verarbeiten und so aufzubauen. Ein Song besteht z.B. aus zwei Riffs, die in Oktaven hin und her transponiert werden. Ein anderer basiert auf einem Drum-Sample, das Schritt fr Schritt zerstckelt wird, bis es komplett zersplittert. Dann fgen wir weitere Elemente hinzu. Zudem haben wir eine leicht ungewhnliche Anordnung, in der alle Instrumente durch mein Mischpult und infolge dessen auch durch meine Effekte laufen. Wir haben auf der Bhne keinerlei Sound, wie beispielsweise den von Verstrkern oder akustischen Drums, was es uns ermglicht, kurze, vakuum-hnliche Blcke der Stille whrend des Sets zu erschaffen, sowie den gesamten Sound zu verzerren oder komplett zu zerschneiden.

In den eher konventionellen Momenten (wenn man das in dem Fall so nennen kann) eurer Kunst, erinnert ihr mich an Red Harvest auf ziemlich abgefahrenen Drogen. Welche Bands haben euch tatschlich beeinflusst? Bitte erweitert meinen Horizont!

Wir haben in Bezug auf KILLL untereinander nicht oft ber andere Bands gesprochen, eigentlich unterhalten wir uns ber komplett andere Musik, wenn wir zusammen sind. Die Hlfte der Band spielt ansonsten sogar berhaupt keinen Metal, wenngleich wir auch alle Metal hren. Die anfngliche Idee war es, aus KILLL eine Live-Kombination aus meinem Solo-Projekt Single Unit und Martins Solo-Projekt, welches unter seinem Namen luft, zu machen, angereichert mit dem Hardcore-Gitarrenstil von Erlend (git.) und den Metal-Riffs von Espen (git.). Das ist immer noch die zentrale Idee hinter KILLL.

Lasst uns nochmal auf die Live-Shows zu sprechen kommen. Sind diese Shows nicht auch ein extremer Angriff auf eure Sinne? Ich kann mir vorstellen, dass sie euch komplett ausgebrannt zurck lassen, oder haben sie womglich sogar einen kathartischen Effekt auf euch?

Es hat eine Weile gedauert, ehe man sich daran gewhnt hat. Die Intensitt hin zu nehmen und versuchen, nicht davor zurck zu weichen, machte es leichter, damit umzugehen, das machte es sogar weniger Ekel erregend (im Sinne von belkeit, Anm. des Verf.). Es wird zu einer sehr physischen und wundervollen Sache, als wrdest du in die Strme der Musik eintauchen und tausende elektrischer Synapsen wrden unaufhrlich ausgelst. Ich muss zugeben, dass es mich ein wenig schtig macht, so dass es schon enttuschend ist, wenn wir pltzlich einmal weniger Lichter in der Show haben. Wenn du deine Raumwahrnehmung verlierst ? das ist das Beste.

Killl

Hattet ihr, oder besser, eure Fans bereits Nervenzusammenbrche whrend einer Show?

Nervenzusammenbrche nein, belkeit ja. Die Leute sind aber in der Regel sehr glcklich, wie ein Masochist nach einer Tracht Prgel.

Wie waren die Reaktionen der Presse bisher?

Genau wie die Musik polarisiert; kein Zwischending. Hchstpunktzahl oder eben die niedrigste, was ich aber ebenfalls als Kompliment sehe.

Zunchst war ich verstrt, ja ausgezehrt, doch letztlich war ich unwahrscheinlich fasziniert. Wann werden die deutschen Fans euch live sehen und damit ihre Chance auf einen Kollaps erhalten?

Es gibt gerade keine Plne, nach Deutschland zurck zu kehren. Der einzige geplante Gig ist nchstes Jahr am 20. April im Issue Project Room (Location in Brooklyn, Anm. Des Verf.). Wir lieben es allerdings in Deutschland zu spielen. Ihr und das stliche Europa scheint immer eine gute Wahl zu sein. Eine unserer besten Shows war in einem Keller in Ravensburg, dort war zwar die beschissenste P.A., doch das beste Publikum. Berlin ist auch immer gut.

Gibt es noch irgendwas, das die Leute ber euch wissen sollten? Etwas, das manch einer nicht erwarten wrde, oder etwas, das ihr schon immer mal einem kleinen Webzine sagen wolltet, das euch untersttzt?

Hrt euch unsere andere Musik an, sie ist weit ber das Genrespektrum verteilt. Martin schreibt gerade Orchestermusik-Partituren fr einen Film und spielt nebenbei bei Jaga Jazzist. Mein Bruder Erlend ist mit seiner Popband Monte regelmig in den norwegischen Charts, oder produziert Hip Hop fr andere Knstler. Espen entwickelt ein wirklich cooles, elektronisches Soloprojekt namens Pseen, bei dem er analoge Synthies und Drum Computer benutzt und ich mache konzeptionelle, elektronische Musik fr ein audio-visuelles Kunstprojekt. Das, nur um ein paar Dinge zu nennen, es gibt noch eine ganze Menge mehr.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!

Ich danke dir!

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