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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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BETONTOD
Wir sind unsere eigene Plattenfirma
Marc Schallmaier
www.betontod.de


Mit ihrer neuen CD "Antirockstars" knnen sich Betontod endgltig an der Spitze der deutschen Rock & Punk Szene etablieren. Wir sprachen mit der Band ber die unterschiedliche Definition von Mainstream und Do It Yourself sowie ihren Auftritt beim Wacken Festival.

Hallo zusammen. Wie kamt ihr auf den Namen Betontod bzw. warum habt ihr Euch von euren frheren Namen (Extrem & Sniffin' Kills ) "getrennt" ?

Betontod

Bei den Namen stellt sich die Frage doch nicht, oder? Auch wenn wir mit dem heutigen Namen eher Probleme haben, als das er uns nach vorne bringen wrde.

Kommen wir auf Euer neues Album zu sprechen. Das zweite innerhalb von 18 Monaten, woher der kreative Output?

Wir haben unsere Art zu produzieren umgestellt und sind nun wesentlich effektiver. Dadurch, dass ich die Songs schon fast fertig produziere, geht es im Proberaum nur noch um Feinheiten an denen wir schleifen.

In Eurem Song "Keine Popsongs" heit es, dass "ihr auf den Mainstream scheit". Diese Aussage in allen Ehren, aber wie passt es dann zusammen, dass auf dem Wacken Festival von Euch berall groe Plakate hingen und ihr sogar mit einem Video in den Werbepausen zwischen den groen Bhnen gefeatured wurdet? Natrlich will eine Plattenfirma oder ein Vertrieb mit ihrer Band Geld verdienen. Aber Werbung in diesem groen Stil ist doch Mainstream pur, oder?

Das denke ich berhaupt nicht! Wir sind unsere eigene Plattenfirma und produzieren die CDs selbst. Wir investieren jeden Cent Gewinn wieder in unsere Musik, so wie es auch diesem Song vorkommt. Wenn wir dann selbst in das "weiterkommen" in der Musikszene investieren, ist das aus unserer Sicht vollkommene in Ordnung. Mainstream ist das nicht. Ich denke eher die ursprnglichste Form von DIY. Wir lesen das hier und da immer wieder. Aber genau das zeigt uns, das diese Leute sich inhaltlich null mit uns auseinandersetzen und warum sollten wir das dann mit denen tun? Wen sollen wir noch berzeugen?

Nochmals zu diesem Thema : "Sex sells", und das schon seit Ewigkeiten. Das ist meiner Meinung nach ebenfalls im Mainstream gang und gbe. Warum also ein CD Cover mit einer sehr offenherzigen Dame mit gespreizten Beinen?

Weil das ein (aus unserer Sicht) passender Gegensatz zu dem Albumtitel war. Die Frau auf dem Cover ist keine gemietete Dame, sondern eine bekannte und mittlerweile auch eine gute bekannte geworden. Das sie nett aussieht ist doch super. Was sollen wir auf unser Cover draufhauen? Wir werden nicht irgendwelche Dinge sein lassen, weil wir die Angst haben, das es irgendwer auch machen knnte. Wir mssen uns auch nicht jedes Album wieder neu erfinden. Wir bleiben lieber bei Bestndigkeit.

Betontod

Titel wie "20 Jahre" oder "Steh auf" lassen mich unweigerlich an die Onkelz ("10 Jahre") oder Die Toten Hosen ("Steh auf, wenn Du am Boden bist") denken. Gerade im letzten Fall geht es ja absolut um die selbe Thematik. Wie kommt es zu diesen hnlichkeiten ?

Und wenn ich recherchieren wrde, wrde ich einen Song finden, der vor den Hosen da war, mit genau demselben Thema. Was soll das heien? Das ist halt in der Musik so, ich denke es gibt kein Thema mehr, das noch nie besungen wurde. Auer grne Tomaten mit Leberwurst. Das wre doch ein Thema, oder?

Einige deutschsprachige Rockbands wollen sich nicht politisch positionieren. Bei Euch steht in der Bandinfo auf Eurer Website, dass ihr weder "links noch viel weniger rechts seid". Was ist der Grund dafr?

Weil es so ist. Wir haben unsere Wurzeln im Punkrock. Jedoch nur musikalisch gesehen. Politisch waren wir eigentlich noch nie. Klar haben wir auf den ersten beiden Scheiben genug Statements gegen Rechts. Uns war es aber wichtig, dass wir uns auch mal der anderen Seite widmen, die teilweise in ihren Strukturen fast genauso faschistisch veranlagt ist. Das lehnen wir ab. Und wer sagt eigentlich, das Punks in einem Topf mit linksextremen zu werfen sind?

Wie war es fr Euch in Wacken zu spielen? Was waren Eure Eindrcke vom Festival ? Teilt ihr die Kritik, dass es mehr und mehr zu einer Kirmes-Veranstaltung mutiert ?

Betontod

Ich kann das aus einer anderen distanzierten Sicht sehen und kann es nur begren, wenn sich so ein Festival ffnet. Hardliner gibt es immer. Die am besten nur Death Metal Bands dort sehen wrden. Nur wenn man sich das Line Up in der Wacken Geschichte mal anschaut, war es eigentlich immer sehr gemischt. Fr uns war es dieses Jahr echt ein Highlight.

Habt ihr Euch andere Bands dort angeschaut? Wenn ja, welche, warum und wie waren Eure Reaktionen?

Ich habe mir leider nur sehr wenige Bands anschauen knnen, da ich zu sehr beschftigt damit war Backstage eine Party zu feiern!

Ihr geht zum Ende des Jahres ordentlich auf Tour. Wie sieht eure weitere Planung fr die nhere Zukunft aus ?

Wir wollen weiter durchstarten. Wir werden eine neue CD raus bringen, eine neue Tour starten und danach wieder eine neue CD raus bringen und eine Tour starten und danach...

Vielen Dank fr das Interview und weiterhin viel Erfolg.

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