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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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LEPROUS
Kreative Pilzköpfe
Alexander Meyer
www.leprous.net


Die Szene für progressive Musik scheint am Scheideweg zu stehen. Unzählige Newcomerbands begnügen sich damit ihre zweifelsohne große musikalische Kompetenz darauf zu verwenden etablierte Combos, wie Dream Theater zu kopieren. Andere befinden sich auf dem Retrotrip und wärmen den Sound der Siebziger von King Crimson und Yes auf. Da fällt eine Band wie LEPROUS umso positiver auf, denn auf "Bilateral" kommen die Norweger wahrlich fortschrittlich daher und sprühen nur so vor Kreativität und Innovation - Gründe genug für ein Interview mit Gitarrist Øystein Landsverk!

"Bilateral" ist bislang eines meiner Lieblingsalben des Jahres und ihr bekommt überall gute Kritiken dafür. Irgendwie scheint ihr aus dem Nichts zu kommen. Könntest du daher bitte kurz etwas zur Bandgeschichte sagen, Øystein?

Leprous Leprous

Im Jahre 2001 gründeten Einar Solberg und Tor Oddmund Leprous gemeinsam mit ein paar Schulfreunden. Nach einigen Besetzungswechseln wurde ein paar Jahre später "Silent Waters" aufgenommen. Kurz danach ersetzte ich Einars Bruder Kenneth als zweiten Gitarristen neben Tor. Mit einem neuen Drummer nahmen wir "Aeolia" auf. Unser erstes offizielles Album bei einer Plattenfirma war "Tall Poppy Syndrome". Ende letzten Jahres begleiteten wir die schwedische Symphonic Metalband Therion für einen Monat auf ihrer Europatour. Kurz vor den Aufnahmen zu "Bilateral" wurde unser alter Bassist durch Rein Blomquist von Above Symmetry ersetzt. Wir überarbeiteten die Songs noch einmal mit ihm und nahmen sie Anfang des Jahres dann auf.

Ihr habt eine enge Verbindung zu eurem Landsmann Ihsahn. Wie kam diese zustande?

Wie du vielleicht weißt, lebten wir alle in der gleichen Stadt. Wir sind eine eingespielte Band mit viel Bühnenerfahrung. Die meisten von uns kennen Ihsahn schon sehr lange. Tor und ich gingen auf die Musikschule, an der er als Gitarrenlehrer arbeitete. Außerdem ist Ihsahn auch noch Einars Schwager.

Im Gegensatz zu manch anderer Progband verdient ihr die Bezeichnung "progressiv". Wie habt ihr diesen einmaligen Mix verschiedener Genres, vom Artrock zum Death Metal, kreiert? "Bilateral" scheint der perfekte Titel dafür zu sein.

Dankeschön! Der Titel hat einen Bezug zu einigen Texten, passt aber auch gut zur Musik. Für uns klingt unser Stil ganz normal. Alles, was wir getan haben, ist uns keine Gedanken darüber zu machen, in welche Schublade man unsere Musik stecken könnte. Wir spielen einfach, wonach uns ist und ich denke, das hat sich ausgezahlt. Du hemmst nur deine Kreativität, wenn du dir Grenzen setzt. Uns macht es Spaß originell und cool zu klingen. Die Herausforderung ist diese Verrücktheit in geordnete Bahnen zu lenken!

Euer künstlerischer Anspruch manifestiert sich auch beim Cover Artwork, das sich auch gut in einer Ausstellung für Moderne Kunst machen würde. Hat der Künstler Jeff Jordan vielleicht die falschen Pilze gegessen? Und symbolisiert die teuflische Meerjungfrau etwa die Frau als Wurzel allen Übels?

Mach weiter! Mach weiter! Lass deiner Fantasie freien Lauf! Genau das ist die Absicht dahinter. Leider kann ich dir nichts zu Jeff Jordans Pilzessgewohnheiten sagen, aber ich weiß, dass wir alle das Ergebnis lieben und stolz auf das Cover sind. es passt perfekt zu unserer verrückten Musik!

Eure Promobilder sind ebenfalls etwas anders ausgefallen - keine düsteren Burschen, die mir verschränkten Armen vor einer Mauer stehen. Gehört das zu eurem Konzept des Andersseins?

Wenn es überhaupt ein Konzept gibt, es es nicht das Gleiche zu tun wie alle anderen. Du hast vollkommen recht mit den Bandfotos. Es scheint ein ungeschriebenes Gestz zu geben, dass die Bilder Nebel, Dunkelheit und böse Kreaturen zeigen müssen. Das ist nicht unser Ding, wir versuchen da kreativer zu sein. Ob es funktioniert liegt schlussendlich im Auge des Betrachters.

Leprous Leprous

Euer Bandname klingt im Gegensatz dazu ziemlich profan und passt eher zu einer Death Metal Band. Warum habt ihr euch für diesen Namen entschieden?

Ich muss zugeben, dass das eher Zufall war. Als die Band vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, waren wir noch sehr jung und für unsere Ohren klang "Leprous" einfach cool. Da wir den Namen von Anfang an haben und er Teil unserer Identität geworden ist, werden wir ihn auch behalten.

Welche Heldentaten kann man denn von euch in Zukunft erwarten? Eine Deutschlandtour im Vorprogramm von Ihsahn wäre super...

Wir lieben es live zu spielen! Wir kommen definitiv bei der ersten sich bietenden Gelegenheit nach Deutschland. Alle Angebote zu Liveshows sind willkommen, also warten wir ab, was sich so ergibt.

Eine letzte Nachricht an eure deutschen Fans und die ganze Welt:

Ich hoffe, ihr mögt unser Album und wenn ihr herausfinden wollt, was es mit Leprous auf sich hat, sind unsere Liveshows der Schlüssel! Hope to see you there!

Und ich hoffe möglichst bald die Gelegenheit dazu zu bekommen. Wenn die Jungs auf der Bühne nur halb so abdrehen wie auf den Promofotos wird das Unterhaltung pur!

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