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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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DALRIADA
Ungarisches Temperament im metallischen Gewand
Steffi Mller
www.myspace.com/dalriadahu


Die Ungarn von Dalriada haben mich mit ihrem Album "gret" in den musikalischen Bann gezogen und mir bewiesen, dass sie den Spagat zwischen Metal und ungarischer Folklore bestens meistern knnen. Denn trotz groer Sprachbarriere, die sich durch die ausschlielich ungarischen Lyrics nicht ganz vermeiden lsst, strmt einem beim Hren der neusten Scheibe musikalisches Talent entgegen, von dem sich der Hrer gerne und ungezwungen mitreien lsst. So bat ich den Bassisten Istvn Molnar ins Kreuzverhr, um mir die Besonderheiten seiner Band und unbekannte ungarische Weisheiten nher bringen zu lassen.

Dalriada Dalriada

Hallo Istvn, kannst Du mir ein paar wichtige Fakten ber Dalriada verraten? Wann wurde eure Band eigentlich gegrndet?

Eigentlich wurde Dalriada im Jahre 2003 gegrndet. Die Original-Besetzung hat sich aber in der Zwischenzeit vielfach verndert, da sich viele personelle Vernderungen und Wechsel ergeben haben. Die aktuelle Band existiert jetzt seid Anfang des Jahres 2009, als sich Barnabs, unser Keyboarder, zu uns gesellte. Wir haben mit Dalriada bereits sechs Alben verffentlicht. Darunter auch ein Konzeptalbum, das besonders viel Anstrengung erforderte.

Was bedeutet eigentlich euer Bandname?

Der Name hat eigentlich mehrere Bedeutungen. So ist Dalriada eigentlich die klassische und antike bersetzung fr das Wort "Kriegsgeschrei". Zustzlich ist es aber auch der Name eines alten, schottischen Knigreiches, aus lngst vergangener Zeit.

Wie wrdest Du eure Musik, die in Ungarn bereits Charts-Erfolge feiern konnte, in Deutschland aber noch recht unbekannt ist, beschreiben?

Unsere Musik ist eine imposante Mischung, die die wundervolle und alte ungarische Folklore mit neuen, und modernen Metalklngen vereint. Unsere Folk-Wurzeln sind sehr traditionell und an die alten Instrumente und Melodien angepasst. Also sollten auch deutsche Fans, die einen Hang zum Folk-Metal haben, unbedingt in unsere Scheiben rein hren.

Euer neustes Album auf dem Markt habt ihr "gret" getauft. Was bedeutet dieser Titel, um warum habt ihr in fr eure neuste Scheibe gewhlt?

Bereits alle unsere Alben wurden nach den altertmlichen Bezeichnungen der ungarischen Monate benannt. So steht gret" fr den fnften Monat des Jahres, also den Mai und ist gleichzeitig unser fnftes, klassisches Album. Doch auch da gibt es Ausnahmen. Unser Konzeptalbum zum Beispiel, das eigentlich unsere fnfte Neuverffentlichung war, benannten wir nach einem Dichter, dessen Gedichte als Vorlage fr unsere Songtexte dienten.

Eure Texte sind ausschlielich in ungarischer Sprache, was das Verstndnis der Texte enorm erschwert. Seid ihr nie auf die Idee gekommen, auch Songs in englischer Sprache zu verffentlichen, um eure Musik einem greren Publikum nher bringen zu knnen?

Im Anbetracht unserer Musik knnen wir eigentlich gar keine andere Sprache, als unsere Muttersprache, benutzen. Denn die Sprache gehrt zu der Schnheit und zu dem Ausdrucksvermgen der ungarischen Folk-Musik. Wrden wir die ungarischen Texte umschreiben oder in englische Zeilen bersetzen wre unsere Musik nicht mehr rund und ausdrucksstark. Ich wei, dass es sehr schwer vorstellbar ist, aber die ungarischen Gedichte und Songtexte, die wir in unsere Musik einflieen lassen, sind eine groe Basis in unserem Schaffen, die unsere Musik auch zu dem macht, was sie ist. Das ist auch ein Grund warum unser Gastsnger Jonne, der aus Finnland stammt und eigentlich bei Korpiklani singt, auf "gret" seine Gesangsparts in traditioneller, finnischer Sprache singt. So sind wir alle irgendwie heimatlich verwurzelt und drcken diese Besonderheit auch in unseren Texten aus. Aber natrlich wollen wir nicht gemein sein: Jeder Hrer ist gerne dazu eingeladen, uns Fragen rund um unsere Lyrics und Songtexte zu schreiben. Ein Grund zustzlich, warum wir gerne Interviews machen.

Seid Februar 2011 gibt es "gret" bereits auf dem deutschen Musikmarkt. Wie empfandet ihr die Reaktionen des deutschen Publikums?

Dalriada Dalriada

Wir bekamen eine menge positive Feedbacks, vor allem in renommierten Metalmagazinen und auch auf Facebook. Wir sind sehr glcklich, einen kleinen Erfolg in Deutschland erreicht zu haben. Du weit, keine ungarische Metalband hat dies vor uns geschafft. Gut es gab andere Metalbands, aber keine war dabei, die die ungarische Sprache beibehielt und der Tradition verschrieben war. Also sind wir totale Newcomer in Deutschland und wir hoffen, dass die deutschen Metal-Fans offen genug fr unsere Art Musik sind und wir die Neugier auf unsere Kultur und auf unser Land weiter verbreiten knnen.

Habt ihr denn diesen greren Erfolg berhaupt erwartet?

Naja, wir wussten mit was wir rechnen konnten. Also haben wir eigentlich nur gehofft, dass der Erfolg eintreten wird, aber niemals erwartet. Um so grer ist nun die berraschung fr uns, dass dieser groe Erfolg auch international um sich greift, und dass viele Menschen pltzlich unsere Musik hren wollen.

Wann knnen die deutschen Fans mit einer Live-Show rechnen? Habt ihr mit Dalriada bereits Tourplne geschmiedet?

Eigentlich kommen wir gerade aus Deutschland. Und zwar haben wir in Lichtenfels auf dem Ragnark Festival gespielt. Zur Zeit arbeiten wir an genaueren Tourplnen, aber genauere Angaben zu Terminen kann ich euch hier noch nicht verraten. Wir werden aber unser bestes tun auch wieder nach Deutschland zu kommen, denn die Show in Lichtenfels war einfach groartig. Die Leute haben unseren Auftritt sichtlich genossen und mchtig gefeiert, so dass wir uns bereits darauf freuen, so schnell wie mglich wieder in Deutschland spielen zu drfen.

Was wrdet du als das grte Ereignis bezeichnen, das ihr mit Dalriada bereits erleben durftet?

Letzten Sommer 2010 haben wir auf einem ungarischen Folk-Rock Festival gespielt. Dort standen bei unserem Auftritt ber 5000 Leute vor der Bhne und bejubelten uns. Wir waren so aufgeregt, aber nach diesem Auftritt kannten sogar die Jungs von Ensiferum unseren Namen.

Gibt es noch andere Sachen, die ihr euch dringend fr eure Band wnscht?

Oh, das ist einfach zusammen zu fassen: Mehr Folk, mehr Metal und vor allem mehr Live-Gigs, am besten rund um die ganze Welt.

Mchtest du zum Schluss unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Ja, erstmal Danke ich Dir und MyRevelations.de fr das Interview, und eure Leser hoffe ich bald bei einigen Konzerten in Deutschland wieder treffen zu knnen.

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