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24. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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ALPHA TIGER
Keine Papiertiger!
Alexander Meyer
www.alphatiger.de


"Man Or Machine" von Alpha Tiger gehrt sicherlich zu den Highlights des laufenden Metaljahres. Wenn man bedenkt, dass es sich um das Debtalbum einer deutschen Nachwuchscombo handelt, ist ein Interview mit Alpha Tiger fast schon Pflicht fr ein deutsches Metalwebzine. Gitarrist und Bandgrnder Peter Langforth stellte sich bereitwillig und bescheiden unseren Fragen.

Mit "Man Or Machine" habt ihr ein klasse Metal Album abgeliefert. Aber ihr seid ja schon lnger aktiv. Knnt ihr bitte die Bandhistory von Alpha Tiger kurz umreien?

Danke! Wir starteten 2007 unter dem Namen Satin Black. Wie viele andere Bands spielten wir zu Beginn erstmal nur Coversongs bekannter Metalgren, jeder fngt ja mal klein an. Damals habe ich noch gesungen, aber 2008 waren wir dann der Meinung, dass es Zeit fr einen richtigen Snger wre, zusammen mit ihm nahmen wir dann das Album "Harlequin" auf. Aber unsere musikalischen Interessen gingen dann zu weit auseinander und wir beschlossen, uns einen neuen Snger zu suchen. Kurze Zeit spter fanden wir Stephan, der uns mit seiner langjhrigen Gesangsausbildung verblffte. Mit ihm nahmen wir dann die "Martyr's Paradise"-EP auf, die im Underground ziemlich gut ankam und uns zu unserem Plattenvertrag verholfen hat.

ALPHA TIGER

Der Bandname und das Cover erinnern natrlich an die legendren Tigers Of Pan Tang. Ist das Absicht?

Nein, das war keine Absicht. Natrlich kenne ich diese Band sehr gut, aber wir hatten damals nicht daran gedacht, dass das Assoziationen erwecken wrde. Auf der anderen Seite gibt es ja Hunderte von Bands mit "Steel" im Namen, warum soll es da keine zwei Tiger Bands geben drfen? Wir wollten mit unserem Bandnamen einfach nur Stellung zu unserem Musikstil beziehen und wenn unserer Bandname an die NWOBHM erinnert, dann haben wir unser Ziel ja erreicht.

Neben einem gewissen NWOBHM-Einschlag klingt ihr durch euren Snger Stephan ein wenig nach den alten Fates Warning mit John Arch am Mikro. Ist sich euer Rastamann dieser Ehre bewusst?!

Ich denke er ist sich dessen bewusst, aber nur weil er von allen Seiten mit diesen Vergleichen konfrontiert wird. Aber da sein musikalischer Background ein anderer ist, ist es wohl eher ein willkommener Zufall, dass er hnlich klingt wie John Arch. Eine Imitation kann man ihm auf jeden Fall nicht vorwerfen. Ich persnlich mag die Vergleiche mit Fates Warning, da sie eine meiner Lieblingsbands sind. Auf der anderen Seite versuchen wir aber natrlich auch eigenstndig zu klingen und irgendwie unseren eigenen Platz zwischen all den groartigen Bands zu finden. Aber das wird beim ersten Output einer Band immer so sein, dass man mit anderen Bands verglichen wird.

"Man Or Machine" wurde von Karl Uwe Walterbach produziert, der schon ewig in der Metal Szene aktiv ist. Wie liefen die Aufnahmen und wie seid ihr mit dem Ergebnis zufrieden?

Produziert hat er es nicht direkt, das waren wir, mit Hilfe unseres Toningenieurs Godi. Aber Karl hat uns die Chance gegeben unser Album in seinem Studio aufzunehmen und hat uns auf sein neu gegrndetes Label geholt. Die Aufnahmen selbst waren eine sehr coole Erfahrung fr uns, aber es war natrlich auch eine gewisse Unsicherheit dabei, da es das erste Mal fr uns in so einem Studio war. Der Zeitdruck war auch nicht sehr frderlich, gerade wenn man bedenkt, dass die Vocals in gerade mal vier Tagen aufgenommen wurden. Dafr htten wir gern ein wenig mehr Zeit in Anspruch genommen. Aber unter diesen Gesichtspunkten sind wir sehr zufrieden mit der Scheibe. Wir haben auch eine Menge dazugelernt, was wir dann beim zweiten Album besser machen knnen.

ALPHA TIGER

Am Anfang und am Ende des Openers "Starrider" hrt man das wohlige Knacken von Vinyl. Trauert ihr den guten alten Zeiten der LP nach?

Da unser Album demnchst auch auf Vinyl erscheint, trauern wir dem natrlich nicht nach. Aber ich wei schon, was du meinst. Damals gab es diesen "Fast Food Musik Konsum" ja noch nicht, da wurde den Alben viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet, von den besseren Verkaufszahlen wollen wir gar nicht erst anfangen! Aber es bringt leider nichts den alten Tagen nachzutrauern, man muss sich irgendwie mit den modernen Medien arrangieren knnen. Aber wir sind glcklich, dass es im Heavy Metal noch viele treue Musikliebhaber gibt, denen es egal ist, ob es die Alben auch irgendwo zum downloaden gibt und die gute Songs und Tradition zu schtzen wissen.

In "Martyr`s Paradise" und dem Titeltrack beschftigt ihr euch mit ernsten Themen, wie dem Irakkrieg und dem berwachungsstaat. Wie wichtig sind die Songtexte fr euch?

Um genau zu sein, hat jeder unserer Songs ein ernstes Thema oder zu mindestens eine Botschaft in sich. Fr mich als Texter sind die Songtexte besonders wichtig. Song und Text sollten stets eine Einheit bilden. Den typischen Metalklischees versuchen wir dabei weitestgehend aus dem Weg zu gehen. Und derzeit passiert einfach zu viel in dieser Welt um es tot zu schweigen.

Das Riff von "Against Time" erinnert an Maidens "The Trooper". Welche Bands beeinflussen euch?

"Against the Time" und "Exit Night" sind natrlich deutlich von Maiden beeinflusst, aber davon wollen wir uns in Zukunft ein wenig distanzieren. Direkt Pate steht keine Band fr uns, wir versuchen nun mehr unseren eigenen Stil herauszuarbeiten. Aber Bands wie Fates Warning, Loundess und Crimson Glory kann man schon als groe Inspirationsquellen bezeichnen.

Ihr kommt aus dem Osten unserer Republik. Wie ist es um die Metalszene dort bestellt?

Ich kann leider nicht fr den gesamten Osten sprechen, da wir noch nicht in allen Ecken gespielt haben. Aber in Sachsen ist die Szene sehr stark, gerade was die greren Stdte wie Dresden betrifft. Unsere Konzerte hier sind auch immer gut besucht. Wobei der groe Teil sicher eher aus der Death/Black Metal Ecke kommt, gibt es doch immer noch eine Menge Kuttentrger, Headbanger und Hard Rocker.

Vor kurzem habt ihr auf dem "Keep It True-Festival" gespielt. Wie war`s?

Das "KIT" war super, Ich htte nie gedacht, dass die Halle bei uns als Opener schon so voll sein wrde. Wir hatten viel Spa auf der Bhne und bekamen eine Menge positives Feedback. Danach hatten wir eine Menge Zeit, das Festival in Ruhe ausklingen zu lassen. Backstage hatten wir viel Spa mit den Kollegen von Sign of the Jackal, Enforcer, Metalucifer, Saracen, Damien Thorne und Vicious Rumours. Und auch so stand das Festival seinem guten Ruf in nichts nach. Eine ausgezeichnete Organisation, eine super nette Crew und mehr als 2000 Metalheads, was braucht ein gelungenes Festival mehr? Nur die Sache mit den geflschten Tickets war sehr rgerlich, da viele unserer Freunde davon betroffen waren.

Was plant ihr als nchstes?

Als nchstes kommt unser Album wie bereits erwhnt als Vinyl-Version auf den Markt. Des Weiteren haben die Japaner Interesse an unserem Album bekundet und wir werden es auch bei ihnen verffentlichen. Weiterhin werden wir einige coole Gigs spielen, darunter u.a. Gigs mit Stormwarrior, Majesty, Slough Feg und Sepultura. Im Herbst werden wir wohl noch eine EP einspielen, bevor wir uns im Winter an das zweite Album machen. Wir sind jedenfalls bereits wieder fleiig am Komponieren und voller Tatendrang, das erste Album muss ja schlielich getoppt werden!

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