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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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NO TURNING BACK
Do It Yourself und Geld verdienen
Moritz Schroeder
www.noturningback.nl


No Turning Back aus den Niederlanden sind eine der derzeit angesagtesten Hardcore Bands aus Europa die die Do-It-Yourself-Flagge nach oben halten. Weit ber 1000 Konzerte in den letzten 14 Jahren haben die Band selbst in die entlegensten Winkel dieser Erde gefhrt. Fr myrevelations.de stand uns Snger und Frontmann Martijn Rede und Antwort.

Hi! Als erstes mchte ich euch meinen Respekt bekunden. Die Anzahl der Konzerte die ihr spielt und gespielt habt ist unglaublich, dazu noch regelmig Verffentlichungen in kurzen Abstnden. Wie schafft ihr es dieses Energie-Level zu halten?

No Turning Back

Die grte Quelle meiner Energie, ist die Liebe zum Hardcore. Seit ich meine erste Hardcore-Platte gehrt habe, bin ich jedes mal aufs neue verliebt in diese Musik und in die Szene. Auerdem zehren wir von den Erlebnissen auf den Konzerten und von der Untersttzung unserer Fans. Es ist einfach der Wahnsinn wie die Leute durch drehen und jede Zeile deiner unserer Lieder mitsingen, ganz egal wo auf der Welt wir gerade spielen.Wenn die Kids dann nach den Konzerten zu uns kommen um ein bisschen zu quatschen und sie uns erzhlen das sie von uns und unserer Musik Strke, Inspiration und positive Energie bekommen, dann ist das die Belohnung fr unserer verdammt harte Arbeit. Wir sind das lebende Beispiel dafr das sich harte Arbeit lohnt.

Eure Verkaufszahlen steigen, wird euer eigenes Label BUST!-Records weiterhin bestehen und Aufnahmen verffentlichen?

Bust! Records ist nach wie vor aktiv. Es ist unsere Label und wir werden unsere alten Platten weiterhin dort verffentlichen. Auf diese Art und Weise haben die Leute die Mglichkeit ein Original von uns zu bekommen. Zur Zeit gibt keine konkreten Plne fr neue Verffentlichungen, aber wer wei was die Zukunft bringt...

Ihr seid als Do-It-Yourself-Band bekannt, das ihr es damit ernst meint sagen nicht zuletzt auch eure Texte aus. Doch der DIY-Gedanke ist auch ein Non-Profit-Gedanke. Knnt ihr von der Band leben oder msst ihr auch anderen Jobs nachgehen? Wie lsst sich ein "normaler" Job mit den vielen Tourdaten vereinbaren?

Das ist die Frage die mir rund um die Welt am hufigsten gestellt wird. Dazu mchte ich zu aller erst einmal sagen das DIY fr mich nach wie vor fr "do it yourself" steht und nicht fr "do it yourself without making money". Alles was sich um No Turning Back dreht, machen wir selbst! Wir sind keine geldgeilen Typen, aber wir wollen den Fortbestand von NTB. Das heit wir spielen sie viele Konzerte wie mglich auf der ganzen Welt, aber man muss sehen das dass Geld, welches wir in einem "reichen" Land verdienen knnen es uns ermglicht in einem "armen" Land ledglich fr Essen und einen Schlafplatz zu spielen um auch dort zu zeigen was Hardcore fr uns bedeutet. Leute von Bands die nur fr eine Kiste Bier spielen mgen uns dafr verurteilen, doch diese Laute haben ihre Band als Hobby, fr uns ist die Band das Leben!Auerdem ist es nicht das groe Geld das wir mit NTB verdienen, wir spielen ja trotz allem eine Musik, die nur wenigen Leuten gefllt.
Alle von der Band haben irgendwelche Scheiss-Jobs neben der Band, obwohl das mehr als ein Vollzeitjob ist. Wenn wir wirklich nur von der Musik leben wollten, mssten wir eine andere Art von Musik spielen. Es ist also oft schwierig, alles am Laufen zu halten und Ende einer Tour alle unsere Rechnungen zu bezahlen, doch bis jetzt hat es immer hingehauen.
Das Gercht das wir eine Band sind die fett Kohle macht, finden wir immer wieder lustig. Wenn uns jemand irgend eine europische Hardcore Band nennen kann, deren Mitglieder es schaffen alleine von ihrer Musik zu leben, soll er es uns bitte sagen. Dann kann ich bei denen mal anrufen und um Auskunft bitten wie sie das geschafft haben, denn unser Bankkonto leuchtet nach wie vor knallrot.

Wie reist ihr auf Tour? So wie man sich das vorstellt mit einem oder zwei Vans? Geht man sich da nach einer Weile nicht unglaublich auf den Sack?

No Turning Back

Wenn wir in Europa unterwegs sind haben wir fast immer einen kleinen Van. Wir sind es nach all den Jahren gewhnt und es ist nicht wirklich ein Problem. In den letzten 14 Jahren hatten wir genau 2 Touren mit einem Nightliner, das ist wie in einem rollenden Hotel. In Amerika touren wir auch in Vans, meist teilen wir uns den dann mit einer anderen Band die mit uns unterwegs ist. Auf den Welttourneen gehts dann von Flughafen zu Flughafen. Die Promoter holen uns am Flughafen ab und bringen uns in ihrem Auto oder Van zum Ort der Veranstaltung. Bis jetzt gab es auf Tour noch nie nennenswerte Probleme, als Band kommen wir sehr gut miteinander aus. Ich denke das Geheimnis ist, den anderen zu respektieren und ihm genug Freiraum zu lassen damit er tun kann was immer er will. Wir sind da wie eine Familie.

Wie entstehen eure Songs? Kommt jeder mit einer Idee an und arbeitet ihr diese dann zusammen aus?

Fr die aktuelle Scheibe "Take Control" hat unser Gitarrist Emiel alle Grundgerste geschrieben. Dann hat Robin seine Ideen fr den Schlagzeug Part dazu gepackt und zusammen haben wir die Songs dann zu Ende geschrieben. Zur Zeit machen wir es so, das wir den Song erst mal aufnehmen fr den bereits die Texte fertig sind und dann fgen wir die Details wie z.B. die zweite Gitarrenlinie hinzu. Whrend der Aufnahmen kann es vorkommen das wir dann nochmal was ndern, da wir hier viel mehr hren knnen als im Proberaum. Manchmal ist es auch schon vorgekommen das wir einen Song geschrieben haben, whrend wir einen anderen aufgenommen haben. Das war z.B. bei "Never Gave Up" vom aktuellen Album "Take Control" so.

Seid ihr euch darber bewusst das tausende von Kids euch nacheifern, euch als Vorbilder sehen? Sie grnden Bands und spielen eure Songs nach usw..Wie geht ihr mit so einer Verantwortung um?

Dazu mchte ich zu erst sagen das es wundervoll ist das wir so eine groe Anhngerschaft haben und solch eine intensive Untersttzung von unseren Fans bekommen. Das hatte ich mir niemals trumen lassen, als ich mit dieser Band vor 14 Jahren anfing. Wir sind alle ganz normale Jungs wie jeder andere, wir sehen uns nicht als etwas besseres oder so. Das uns viele Kids als Vorbilder sehen ist uns bewusst, allerdings gehrt das zu den Dingen die wir nicht so sehr mgen. Als ich jnger war, hab ich auch zu meinen Idolen wie z.B. Freddy Madball aufgeschaut. Es ist uns eine groe Ehre nun der Freddy Madball fr andere zu sein. Doch in unseren Augen waren und sind wir normale Hardcore-Kids und nicht wie Rockstars. Wir alle teilen die gleiche Leidenschaft.

Vielen Dank das ihr euch die Zeit genommen habt diese Fragen zu beantworten, auch wenn Sie sich mehr um NTB im allgemeinen als um das neue Album drehen.

Vielen Dank fr das Interview! Hardcore ist im Jahr 2011 mehr den je am Leben! Take Control!

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