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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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SKANNERS
Präsenz kann man nicht lernen
Matthias Decklar
www.skanners.it


Die Italiener waren die großen Abräumer der diesjährigen "Headbanger's Night". Doch nicht nur live bewiesen sie ungeheure Qualitäten, zählt doch der aktuelle Output "Factory Of Steel" zum Besten, was in der nahen Vergangenheit im traditionellen Metal auf Silberling gebrannt wurde. Die Truppe präsentierte sich im Verlauf unseres gemeinsamen Tages äußerst angenehm und professionell, was sich im Interview nach dem Gig bestätigte.

Skanners

Hallo Fabio, obwohl SKANNERS schon 20 Jahre auf dem Bandbuckel haben, seid ihr in Deutschland noch relativ unbekannt. Berichte doch mal über euer bisheriges Schaffen.

Nun, wir sind ja schon ein paar Jährchen aktiv und haben bereits sieben Platten veröffentlicht, wobei "Factory Of Steel" sicherlich das stärkste Werk darstellt. Ich denke aber auch, dass "Serial Healer" ein wirklich gutes Album war. Leider gibt es momentan keine Chance unsere beiden ersten Alben über uns zu beziehen, da wir nicht die Rechte daran haben und die Plattenfirma auch keine Anstalten macht, diesbezüglich auf uns zuzugehen. Bei Amazon gibt es zwar die Möglichkeit, da werden aber schöne Preise aufgerufen. Momentan müssen wir das so hinnehmen.

Kommen wir zum neuen Album, das sich als Brecher vor dem metallischen Herrn offenbart. Wie erklärst du dir die Steigerung zu euren bisherigen Werken?

Es hat einfach alles gepasst und da wir vor allem vom britischen Heavy Metal der 80er beeinflusst sind, wollten wir ein Album schreiben, das in dieser Tradition steht und es ist uns wirklich gelungen ein paar Nummern zu komponieren, die live mächtig zünden. Wir waren total begeistert, wie die Fans bei "Hard And Pure" oder "Factory Of Steel" steil gegangen sind. Es sind eben auch Refrains, die direkt ins Ohr gehen und die du gleich mitsingen kannst, ohne die CD zu kennen. Wenn dir die Leute dann bestätigen, dass sie das Werk vom ersten bis zum letzten Song lieben, ist es natürlich schon etwas ganz Besonderes

Das kann man nur bestätigen, denn vor nicht ganz zwanzig Minuten hat die Halle hier noch mächtig gebebt und mittlerweile dürften einige CDs über den Tisch des Merchstandes gegangen sein. Mit Songs wie "Never Give Up" oder "Factory Of Steel" verleugnet ihr erst gar nicht ein Faible für Bands wie Judas Priest oder Saxon. Euer großer Vorteil ist aber, dass ihr keine Kopie seid, sondern das nötige Maß an Eigenständigkeit unter Beweis stellt.

Es ist generell schwer für eine Band aus Italien die Aufmerksamkeit zu bekommen, um einen gewissen Status zu erlangen. Unsere Szene ist klein und weit verstreut. Wir versuchen zwar oft live zu spielen, doch haben wir bisher einfach noch nicht die nötige Akzeptanz im Ausland gefunden, da wir auch keine große Plattenfirma im Rücken haben, die für uns wirbt. Ich denke schon, dass SKANNERS einen eigenen Stil entwickelt haben und wir uns von den genannten Vorbildern abheben.

Die Liebe zu eurem Hobby zeigt sich daran, dass ihr heute auf der "Headbanger's Night 8" aufgetreten seid und dafür einen langen Anfahrtsweg in Kauf nehmt. Seid ihr auch nach 20 Jahren einfach noch geil aufs Spielen, wo andere Musiker sich, was Livegigs angehen, lieber zurücklehnen und stattdessen mit mindestens sieben Projekten den überschwemmten CD-Markt füllen?

Skanners

Als die Anfrage kam, haben wir nicht lange überlegt und das Angebot angenommen. Die Schilderung der Veranstalter über die "HBN" hat sich dann für uns auch absolut erfüllt und wir sind immer noch voll Adrenalin. Für das, was gerade passiert ist, lebt man doch als Musiker. Rausgehen, versuchen die Fans für sich zu gewinnen und dann eine geile Show zu bieten. Das war schon eine super Sache. In Italien sind wir öfters bei angesagten Festivals dabei und haben auch schon einige Shows für große Bands eröffnet. Es ist aber immer ein gutes Gefühl, auch im Ausland anzukommen

Ihr habt im letzten Jahr in "Wacken" gespielt. Erzähl mal etwas über eure Eindrücke beim wichtigsten Metal-Festival?

Wenn Wacken ruft, dann spielst du dort auch, klarer Fall. Wir waren dort eine Band unter ganz vielen, doch das lässt man sich natürlich nicht entgehen. Insgesamt war das eine tolle Erfahrung und die Atmosphäre rund um das Festival ist schon atemberaubend.

Eigentlich seid ihr doch fünf Bandmitglieder. Heute waren nur vier auf der Bühne und der Schlagzeuger erschien mir noch schulpflichtig.

Ja, da hast du beinahe recht. Zum einen konnte unser zweiter Gitarrist Walter leider nicht mitreisen, da er krank ist. Doch wir schaffen das auch mit einer Gitarre, wie du gehört hast. Unser alter Schlagzeuger ist nach der Produktion von "Factory Of Steel" ausgestiegen und wir haben den Sohn eines Bekannten nun in der Band. Davide "Pandemonium" Odorizzi ist 17 Jahre und meiner Meinung nach ein tolles Talent am Schlagzeug. Wir sind nun eine Mehrgenerationenband (lacht), wer kann das von sich behaupten?

Die Performance der Italiener war schon beeindruckend und man munkelt, dass auch im nächsten Jahr auf der HBN wieder der Schlachtruf "Hard And Pure" erklingen wird. Diese Band liebt und lebt den Heavy Metal!

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